Fußball

Der ruhige Kapitän

Fabian Tinzmann führt den Fußball-Kreisligisten TuS Sudweyhe II als Kapitän aufs Feld. Doch auf dem Platz ist der 28-Jährige ein eher ruhiger Vertreter.
21.11.2019, 16:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Jannis Klimburg
Der ruhige Kapitän

Kapitän Fabian Tinzmann fühlt sich beim TuS Sudweyhe II pudelwohl.

Michael Braunschädel

Sudweyhe. Nicht immer stand der Fußball für Fabian Tinzmann im Vordergrund. Mal bevorzugte er es dann doch, auf die Tennisanlage zu gehen und dort mit dem gelben Filzball zu hantieren. Mal legte er aber auch einfach eine Pause ein, weil er keine Lust mehr hatte, gegen das runde Leder zu kicken. Umso erstaunlicher ist es, dass sich Tinzmann mittlerweile zum Leader entwickelt hat. Der 28-Jährige führt den TuS Sudweyhe II in der Fußball-Kreisliga als Kapitän aufs Feld.

Doch Tinzmann spielte nicht immer für die Grün-Weißen. Im Bambini-Alter begann er das Fußballspielen beim TSV Weyhe-Lahausen. Dort hielt es ihn bis zur B-Jugend. Dann ging es für zwei Saisons weiter zum TuS Sudweyhe. „Einfach weil meine Kumpels dorthin gegangen sind“, erklärt er. Doch als es dann in den Seniorenbereich gehen sollte, hatte Tinzmann keine Lust mehr auf Fußball. „Ich habe einfach andere Prioritäten gesetzt. Wollte mit meinen Freunden um die Häuser ziehen.“ Zu dieser Zeit widmete er sich dann immer mehr dem Tennis. Seitdem er 16 Jahre alt ist, ist er für den TV Syke aktiv. „Damals war ich dann sogar vier bis fünf Mal in der Woche auf dem Platz“, berichtet er. Allerdings kribbelte es nach zwei Jahren wieder, Tinzmann kehrte an seine alte Wirkungsstätte zum TuS Sudweyhe zurück. Und mit der Zweitvertretung erlebte er dann eine sehr erfolgreiche Zeit. In der Saison 2013/14 stieg der TuS Sudweyhe II als Tabellenerster in die 1. Kreisklasse auf, in der Spielzeit 2015/16 folgte dann sogar ein weiterer Aufstieg in die Kreisliga. Und dort haben sich die Grün-Weißen schnell akklimatisiert. In der zurückliegenden Saison rangierte die Reserve auf dem zweiten Platz, wäre also eigentlich aufgestiegen. Doch weil die erste Herren bereits in der Bezirksliga vertreten ist, war ein weiterer Aufstieg nicht möglich.

Nur im Notfall erste Herren

Und dennoch, auch in der Kreisliga bei der zweiten Herren fühlt sich Tinzmann sehr wohl: „Es macht einfach Bock, mit den Kumpels ein wenig zu kicken. Wir sind eine eingeschworene Truppe, verstehen uns auch außerhalb des Platzes sehr gut.“ Er glaubt derzeit auch nicht daran, dass sich in Zukunft daran etwas ändern wird. „Ich denke schon, dass wir auch in den kommenden Jahren so zusammen bleiben werden. Ich würde nie auf die Idee kommen, den TuS Sudweyhe zu verlassen.“ Doch warum strebt der 1,94 Meter große Hüne nicht nach mehr? Immerhin spielt die erste Herren doch eine Liga höher. „Ich werde schon oft gefragt, ob ich nicht mal in der ersten Herren spielen wolle“, gibt er zu. Seine Antwort darauf: „Wenn Not am Mann ist, springe ich sofort ein. Das ist keine Frage. Aber die zweite Herren geht für mich immer vor. Immerhin bin ich als Kapitän auch ein Vorbild für meine Mitspieler.“ Dabei sieht er sich aber eher als ruhiger Vertreter, der sich auf dem Platz als Leader präsentiert. „Nur in der Kabine werde ich dann auch mal lauter, wenn es nicht laufen sollte“, erklärt Tinzmann.

Das aber war in der bisherigen Saison wohl noch nicht oft der Fall. Denn bislang läuft es für den TuS Sudweyhe II relativ rund. Die Zweitvertretung steht mit 30 Punkten auf einem guten vierten Platz. Laut Tinzmann könnte es aber auch der erste Rang sein. „Wir haben viele Punkte liegen gelassen. Und das auch noch gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel. Sonst wären wir jetzt schon ganz vorne“, meint er. Dennoch weiß er auch: „Aber wir haben noch einige knifflige Partien vor der Brust. So müssen wir zum Beispiel noch gegen den Spitzenreiter Seckenhausen-Fahrenhorst antreten.“ Großen Anteil am Erfolg hat auch der neue Trainer Eduard Scharf, der diese Saison die Reserve übernommen hat. „Er hält jetzt keine großen Ansprachen. Aber auf taktischer Ebene kennt er sich total gut aus, macht uns Spieler besser. Ich bin gespannt, wo es mit ihm hingeht“, sagt Tinzmann.

Verfolgerduell steht an

Für den TuS Sudweyhe II geht es am Sonntag erst einmal im Verfolgerduell gegen den TSV Weyhe-Lahausen. Ein richtungsweisendes Spiel für die Grün-Weißen, denn bei einer Niederlage würde der Kontrahent vorbeiziehen und würde den Anschluss an die Spitzenteams verlieren. „Wir haben die bessere Mannschaft zusammen, doch leider viele verletzte Spieler momentan. Dennoch sollten wir die Partie gewinnen“, sagt Tinzmann.

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