Kontaktbereichsbeamter für Weyhe und Stuhr Das offene Ohr der Polizei vor Ort

In der Präventionsarbeit engagiert sich Dirk Pistol seit fast 15 Jahren. Nun hat er den Posten als Kontaktbereichsbeamter bei der Polizei in Weyhe und Stuhr angetreten.
09.09.2021, 16:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Weyhe/Stuhr. In Weyhe dürfte Dirk Pistol bereits das bekannteste Gesicht der Polizei sein – und künftig will er noch präsenter im Gemeindegebiet sowie in Stuhr sein. Dafür hat er bereits zum 1. Juli seinen neuen Posten als Kontaktbereichsbeamter (KOB) angetreten.

Seit 2007 engagiert sich Pistol in der Prävention. In Schulen und Kindergärten klärt er die heranwachsenden Generationen über Themen wie Gewalt und Mobbing, gewaltfreie Kommunikation oder die Älteren auch über legale und illegal Drogen auf. „Im Kindergarten geht es auch darum, der Polizei ein Gesicht zu geben und Ängste abzubauen“, sagt Pistol. Viele Kinder und Jugendliche sind ihm daher bereits mehrfach im Laufe ihrer Schullaufbahn begegnet und erkennen ihn entsprechend wieder.

Senioren ist Pistol ein ebenso bekanntes Gesicht. Sie informiert er als leidenschaftlicher Puppenspieler über Maschen wie den Enkeltrick oder andere Formen des Haustürbetruges. Dieses vielfältige Engagement will er als Kontaktpolizist nun ausbauen. „Ich habe mich riesig gefreut, dass ich den Job übernehmen darf“, sagt der 46-Jährige über den neuen Posten. Im Weyher Polizeikommissariat arbeitet er seit 1999.

In der Vergangenheit konnte Pistol diesen Aufgaben formal nur in Teilzeit nachgehen. 50 Prozent seiner Arbeitszeit waren eigentlich für den Einsatz- und Streifendienst vorgesehen. „Die Dienststelle musste mir den Rücken freihalten“, merkt er mit Blick auf die vielen Schultermine an. Mit der vollen Stelle als Kontaktbereichsbeamter soll das nun organisatorisch einfacher werden.

Während der Coronavirus-Pandemie waren seine Projekte wegen der Kontaktbeschränkungen allerdings weitgehend zum Erliegen gekommen. In dieser Zeit verstärkte er deshalb wieder intensiver den Streifendienst. „Ich war 15 Jahre raus aus dem Schichtdienst“, sagt Pistol. Er habe in dieser Zeit jedoch viel gelernt und den starken Teamgedanken der Kollegen gespürt. „Die jungen Kollegen sind noch dynamisch und gehen voran“, lobt er die Arbeit. In so manchem Nachtdienst habe er dann auch Jugendliche getroffen, die ihn bereits kannten, und sie so in einer anderen Situation erleben können. „Sie sind teils nicht abgehauen, weil die Nähe da war“, schildert er. So ließen sich Ängste abbauen.

Eben diese Bürgernähe will Pistol jetzt als Kontaktpolizist ausbauen und dabei auch sein bisheriges Aufgabenspektrum erweitern. Mit einem Pedelec werde er künftig die Fahrradwege nutzen, ansprechbar sein, oder sich auf Wochenmärkten, in der Fußgängerzone, Spielplätzen und anderen belebten Orten zeigen. „Ich nehme mir Zeit und habe für jeden ein Ohr“, verspricht er. Das Pedelec erfüllt noch einen zweiten Zweck: Damit will Pistol die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei stärken. Dafür sind im September und Oktober gemeinsam mit der Verkehrswacht Diepholz Veranstaltungen in Weyhe und Stuhr geplant. „Ich will als Freund und Helfer gesehen werden und der Polizei ein Gesicht geben“, sagt er über seinen Ansatz. Künftig wolle er außerdem eng mit dem Präventionsteam der Polizeiinspektion Diepholz zusammenarbeiten, um Themen inhaltlich abzustimmen. Auch im Bereich der Integration will Pistol künftig aktiv werden.

Thorsten Strier, kommissarischer Leiter des Polizeikommissariats in Weyhe, freute sich ebenfalls, dass Pistol den Posten des Kontaktbereichsbeamten in Vollzeit bekleiden kann. „Die Arbeit und die Themen haben sich seit 2007 verändert“, sagt er. Wenn die Funktion ernsthaft und intensiv ausgefüllt werden soll, müsse sie auch entsprechende Freiräume erhalten: „Man kann mit einer halben Stelle nicht alle Themen bedienen.“ Die Prävention helfe der gesamten Polizei im Alltag. Pistol selbst sei mit dem Gebiet bestens vertraut, kenne viele Menschen, Problemstellungen und Sorgen der Bürger.

Als weitere Ziele dieser Arbeit nennt Strier weiter, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu stärken und Feedback von den Bürgern zu erhalten; subjektive Empfindungen, die sich vielleicht nicht in polizeilichen Lagebildern wiederfinden. „So können wir schnell auf Entwicklungen reagieren“, sagt er.

Info

Der Kontaktbereichsbeamte Dirk Pistol ist unter der Telefonnummer 0421/8066118 oder über die Nummer der Zentrale, 0421/80660, erreichbar. E-Mails nimmt er über die Adresse dirk.pistol@polizei.niedersachsen.de entgegen. Künftig ist außerdem eine Bürgersprechstunde geplant.

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