Neues Buch von Marten Steppat

Ein Pferdeknecht auf Reisen

Das jüngste Werk des Weyher Autors Marten Steppat ist seit Kurzem online erhältlich. Nach einer Sammlung von Kurzgeschichten ist es dieses Mal wieder ein neuer eigenständiger Roman.
05.10.2019, 10:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Gerald Weßel
Ein Pferdeknecht auf Reisen

Marten Steppat schmökert in seinem neuen Werk "Von Zauberern und Legenden".

Michael Galian

Weyhe-Sudweyhe. „Das Haus am See fehlt noch“, antwortet Marten Steppat augenzwinkernd auf die Frage, was er sich von seiner Profession erwarte. Entspannt sitzt er bei sich in Sudweyhe in seinem mit Leder bezogenen Drehstuhl. Auf der Sitzfläche liegt ein zierliches weißes Fell. Der Schreibtisch besteht aus Baupaletten, eine zusammengeschusterte und zugleich liebevolle Konstruktion. Auf den ersten Blick ist klar: Der 43-Jährige verbringt hier viel Zeit, wobei seine Gedanken jedoch stets ganz woanders sind: Steppat, gelernter Bürokaufmann, ist hauptberuflich nach eigener Aussage Schriftsteller. Das einzige, was zum beruflichen Glück noch fehlt, ist der finanzielle Durchbruch. Vielleicht kommt dieser ja mit seinem kürzlich erschienen neuen Werk, dem Roman „Von Zauberern und Legenden“.

Er schreibe seit früher Kindheit. „Meine Mutter schickte mir gerade heute noch ein Foto“, erzählt er. „Auf dem bin ich als Kind beim Schreiben zu sehen.“ Es sei schon immer eine Art Berufung für ihn gewesen. 2015 begann er sein Wirken einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen: Er veröffentlichte sein erstes Werk „Die Schaltkreise der Gnome“ im Selbstverlag. Das heißt, das Buch wird erst gedruckt, wenn es bestellt wird. Deshalb findet sich auch bisher keines seiner Werke im Buchhandel, sondern kann nur online erworben werden.

Nachdem er die dreiteilige Kumono-Saga, die mit obigen Werk 2015 begann, abschloss, schrieb er auch noch einen Band mit Kurzgeschichten. Das neue Werk bezeichnet er als historische Fiktion. Darunter versteht er, dass die Geschichte theoretisch in unserem europäischen Mittelalter spielen könnte. „Oder auch in unserer heutigen Zeit“, setzt er nach: „Aber dann hätten alle Handys.“ Doch die Geschichte kommt in seiner niedergeschriebenen Fassung ohne Smartphones aus.

Sie handelt von einem Pferdeknecht, der seinen vierbeinigen Schützlingen Geschichten erzählt. Hiervon bekommen einflussreiche Personen Wind und den jungen Mann verschlägt es daraufhin in ein anderes Königreich, wo er professionelles Geschichtenerzählen erlernt. Mit seinen verfeinerten Fähigkeiten bricht er auf, um „aus Angst Mut zu machen und um Kriege zu verhindern“, schildert Steppat. „Aber auf dem Weg gibt es natürlich jede Menge Widerstände.“

Zu seinen Lieblingsautoren zählen Wolfgang Hohlbein, bekannt für unterschiedlichste Fantasy-Literatur, Terry Pratchett, Autor der Scheibenwelt-Romane. Doch er liest auch gerne Bücher von Marion Zimmer Bradley, eine US-amerikanische Schriftstellerin, die mit Fantasy-Romanen wie „Die Nebel von Avalon“ berühmt geworden ist.

Doch Marten Steppat möchte mehr als nur Geschichten lesen oder sie selbst erzählen. Er sieht sie als ein Mittel, um „Menschen etwas beizubringen, ohne sie zu belehren“. Er verstecke deshalb gerne Botschaften in seinen Texten. Aber leben kann er alleine vom Schreiben nicht. „Das Hauptproblem ist, dass ich keine Reichweite habe“, gibt er zu und verweist auf eher geringe Verkaufszahlen seiner bisherigen Bücher. „Aber ich finde immer wieder neue Fans.“ Mit diesen interagiert er vor allem auf Facebook – in seiner Gruppe Storyrudel.

Neben seiner Autorentätigkeit arbeitet er aber auch als Werbetexter oder als Blogger. Für gewöhnlich ein eher exotisches Gewerbe ist das Hypnotisieren. „Ich darf mich dank meiner Zertifikate Hypnosemaster nennen“, erklärt er nicht ohne Stolz und deutet beiläufig auf die Wand neben dem Schreibtisch. Dort hängen mehr als ein Dutzend Zertifikate zu verschiedenen Spielarten der Hypnose. „Bei den Trancereisen kommt ja auch Geschichtenerzählen vor“, findet Marten Steppat auch sogleich wieder den Zirkelschluss zu seiner Wunschprofession, der Schriftstellerei. Für ihn selbst sei die Hypnose auch etwas ganz Natürliches, nur eine andere Art einen „Flow-Zustand zu erreichen“. Ein gutes Buch, ein Film oder auch eine ausführliche Runde Jogging könne einen solchen auch hervorrufen. Charakteristisch für diesen sei immer eines: starke Fokussierung auf eine Sache und Ausblendung äußerer Einflüsse oder körperlicher Bedürfnisse, so zum Beispiel Hunger oder Durst.

Der nächste Roman ist bereits in Arbeit, dieses Mal wird es ein Science-Fiction-Werk, werden. Den Titel verrät er aber schon einmal: „Die Göttin und ihr Knecht.“ Dieses Jahr möchte Steppat auch dieses Werk noch vollenden, denn er hat bereits weitere Pläne: „In der Schublade liegen auch noch die Pläne für ein Sachbuch über das Schreiben von Geschichten.“

Von Zauberern und Legenden ist auf der Website www.bod.de zu finden. Dort kann es als Buch oder als E-Book bestellt werden.

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