Schützenverein Leeste Ende einer langen Beziehung

Im Zuge der Leester Ortskernsanierung wird der dortige Schützenverein wohl sein Vereinsheim verlieren. Die Verantwortlichen bemühen sich um eine neue Heimat.
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Von Niklas Golitschek

Weyhe-Leeste. Auch wenn sich manche Entwicklung bereits ankündigt, schmerzt es doch, wenn sie dann tatsächlich eintritt. So auch beim Schützenverein Germania Leeste. Die Grünröcke müssen bis April 2020 ihren bisherigen Vereinssitz an der Ladestraße räumen. Das Kündigungsschreiben dazu hat der Vorstand nun erhalten, wie der Vorsitzende, Dieter Apmann, bestätigte.

„Das war abzusehen“, räumte er ein. Seit etwa einem halben Jahr wisse die Vereinsführung um die drohende Kündigung. Die Anlage fällt in den Bereich des Bebauungsplans Ladestraße, der derzeit noch ausgearbeitet wird. „Der Vermieter will dann wohl selber bauen“, sagte Apmann. Anders als die meisten Weyher Schützenvereine verfügten die Leester nicht über Eigentum. Doch sind die Grünröcke seit mehr als 100 Jahren an der Ladestraße beheimatet. Der alte Vorstand habe es damals auch nicht für notwendig gehalten, einen langfristigen Pachtvertrag abzuschließen oder die Immobilie zu erwerben, sagte Apmann weiter. „Die Mitglieder waren geschockt und haben das nicht verstanden“, schilderte er die Reaktionen aus dem Verein auf die Kündigung. „Aber das ist der Trend der Zeit, und es ist kein geschützter Raum.“

Nun hat der Schützenverein noch rund anderthalb Jahre Zeit, um eine neue Bleibe zu finden. „Die können aber schnell vergehen“, mahnte Apmann. Gespräche habe es auch mit Bernd Zweck, Grundstücksbesitzer des Vereinsgeländes, gegeben. Doch der habe den Mietpreis fast verdoppeln wollen. Zweck selbst wollte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht über den Vorgang äußern. Er werde dies später nachholen, sagte er. Das mache auch Sinn: „Die Bebauungspläne sind noch nicht verabschiedet und noch nicht rechtskräftig.“

Die Mieten sind es auch, die Dieter Apmann mit Blick auf neue Räumlichkeiten Sorgen bereiten: „Wir können nicht eine Raummiete von 1000 Euro aufbringen. Das muss im Rahmen bleiben.“ Auf einen Kleinkaliber-Stand werde der Verein wohl so oder so verzichten müssen. Gegebenenfalls ließe sich hierfür auch die benachbarte Anlage in Melchiorshausen mitnutzen. Doch wenigstens ein Luftgewehr-Stand mit der Möglichkeit zum Lichtpunktschießen sei für die Jugendarbeit wichtig. „Wir brauchen auch einen Anlaufort, ein Vereinsheim, für Veranstaltungen und Sitzungen“, sagte der Vereinsvorsitzende. Gespräche dafür führten die Verantwortlichen etwa mit benachbarten Vereinen und mit der Gemeinde direkt. Doch auch intern laufe die Suche nach Ersatz.

Die mögliche Kooperation mit den Melchiorshauser Schützen stößt auch in der Gemeinde auf Wohlwollen. „Wir begrüßen es, wenn sich Lösungen aufzeigen“, sagte Jutta Timmermann, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Gemeindeentwicklung und Umwelt. Im Zuge der Ortskernsanierung Leeste sei die Gemeinde mit allen Akteuren in Kontakt und werde versuchen, verschiedene Möglichkeiten zu erörtern. „In erster Linie ist es aber die Aufgabe des Vereins, eine Lösung zu finden“, stellte sie klar. Sollte es keine geben, schaue die Gemeinde, inwieweit sie unterstützen könne.

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