Mühlenkamp-Gelände Erlebbare Natur

Umfassend ist das Mühlenkamp-Gelände in Leeste saniert worden, nun wurden die Arbeiten beendet. Und die Liste der Neuerungen ist lang.
17.04.2019, 18:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Stephen Kraut

Weyhe-Leeste. „Bisher war es sehr viel Konjunktiv“, beschreibt Thomas Krause vom Fachbereich Gemeindeentwicklung und Umwelt in Weyhe die Gespräche über das Leester Mühlenkamp-Gelände seit dem Sommer 2018. Das gehört ihm zufolge nun jedoch der Vergangenheit an, denn die Arbeiten auf dem Areal sind jetzt beendet. Und die Verantwortlichen haben dort einige Ergebnisse vorzuweisen.

„Wir wollten die Erlebbarkeit erhöhen“, nennt Krause einen Punkt. Markanteste Neuerung in diesem Zusammenhang dürfte ein acht Meter langer Steg sein, der nun auf dem See zu finden ist. „Er soll dazu dienen, mal einen Schritt in Richtung Wasser zu machen, um von dort das Mühlenkamp-Gelände zu betrachten, Lebewesen am und im Wasser beobachten zu können oder auch nur zu verweilen und den Ausblick zu genießen“, so Krause. Darüber hinaus wurden entlang des Weges sogenannte Sichtfenster in den Gehölzen geschaffen. „Vorher war es fast wie ein Tunnel, man hat wenig vom See gesehen“, erklärt Krause das Vorgehen. Vier neue Bänke geben die Möglichkeit zum Verweilen – auch, wenn Mülleimer dort noch fehlen. „Die folgen bald“, versichert der Gemeindemitarbeiter. Auf der Südseite des Sees wurde der Sandbereich erweitert. Das dient Krause zufolge nicht nur den Menschen, auch einige Tierarten sollen davon profitieren können, etwa die Solitärbiene. „Es sind sehr wertvolle Flächen“, hebt Krause hervor. Zudem gab es im Süden einige Neuanpflanzungen, der Weg und zwei Brücken wurden ebenfalls erneuert.

Dazu gehören auch viele neue Bäume auf dem gesamten Gelände. Insgesamt 144 Gehölze sind auf dem Areal neu angepflanzt worden, 59 Exemplare sind Obstbäume. „Wir haben 15 verschiedene Sorten“, berichtet Jürgen Bührmann vom Planungsbüro Pro Plan. Darunter würden sich Äpfel, Birnen, Kirschen und Quitten finden. Kleine „Namensschilder“ geben Auskunft über die jeweilige Sorte. „Damit wollten wir nicht nur einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, wir freuen uns auch, dass Bürger erleben können, dass sie dort etwas essen dürfen“, erklärt Bührmann weiter. Eine insektenfreundliche Wiese wird in den kommenden Jahren in der Nähe wachsen. Laut Krause sind dafür rund 60 Kilo Saatgut auf einer Fläche von 8800 Quadratmetern ausgebracht worden. Insgesamt 88 Rotbuchenhecken dienen als Abgrenzung und Einfassung der Parkplätze. Die Fläche im Südosten ist zudem mit Rasengittersteinen befestigt worden. Ein neu geschaffener Mäander im Nordosten des Hombachs soll ebenfalls die biologische Vielfalt erhöhen.

„Trotz der für Flora und Fauna hergestellten Flächen in den Randbereichen ist und bleibt dieses grüne Refugium multifunktional“, betont Krause. So sollen Veranstaltungen dort auch künftig ihren Platz finden. Nun könnte für das neu geschaffene Areal bald schon die erste Bewährungsprobe bevorstehen. Am Sonntag, 21. April, findet dort nämlich unter anderem der Osterräderlauf statt (wir berichteten); zu dieser Veranstaltung werden wieder zahlreiche Gäste aus der gesamten Region erwartet. Krause sieht die Sache jedoch relativ entspannt. Das Osterfeuer soll ein Stück nach Norden wandern, die Flächen, auf denen ausgesät wurde, werden mit Absperrbändern gesichert, um sie vor Beschädigungen zu schützen. „Wir sind froh und munter, dass die Pflanzen das gut überstehen“, sagt Krause. Das gilt übrigens auch für das Aufmucken-Festival, das dort wieder am 15. Juni stattfinden wird.

Die Aktionen zur Erhöhung der Erlebbarkeit haben laut dem Gemeindemitarbeiter rund 190 000 Euro gekostet, die biologische Aufwertung einschließlich der Hombach-Sanierung schlug mit etwa 134 000 Euro zu Buche. 80 Prozent der anrechenbaren Kosten wurden jedoch mittels EU-Förderung beglichen – also etwa 167 000 Euro.

Aber Thomas Krause und die weiteren Verantwortlichen blicken schon einmal voraus. So wird aktuell ein Konzept entwickelt, mit dem sich die Gemeinde Weyhe auf weitere Fördermittel bewerben will. In diesem weiteren Schritt soll das Mühlenkamp-Gelände mehr zu einem Park werden, Krause kann sich dafür etwa einen Kinderspielplatz vorstellen. Der Gemeindemitarbeiter betont aber: „Das ist noch Zukunftsmusik.“

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