Jonathan Kaiser Es geht nicht ohne Basketball

Jonathan Kaiser spielte vier Jahre lang in der 2. Basketball-Bundesliga für die Bremen Roosters. Aufgrund einiger Verletzungen ging er freiwillig runter und fand nach mehreren Stationen den Weg zum SC Weyhe.
15.11.2018, 10:20
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Es geht nicht ohne Basketball
Von Nastassja Nadolska

Mit Jonathan Kaiser hat sich den Basketballern des SC Weyhe ein echter Hochkaräter angeschlossen. Vier Jahre lief er für die Bremen Roosters (früher TSV Lesum) auf, die von 2002 bis 2009 in der 2. Bundesliga spielten. Sogar gegen den mehrfachen Deutschen Meister Alba Berlin hatte Kaiser unter anderem in Vorbereitungsspielen das Vergnügen. „Natürlich hatten wir damals keine Chance. Aber die Erfahrung, die ich sammeln konnte, war super“, erzählt der Familienvater.

Mit dem Basketball kam er durch seinen zwei Jahre älteren Bruder Cai Kaiser früh in Kontakt. Während sie zunächst einfach aus Spaß spielten, ging es 1996 für seinen Bruder zur BTS Neustadt. Ein Jahr später schleppte er Jonathan mit, der von der B-Jugend bis in den Herrenbereich seine ersten Erfahrungen sammelte.

2002 wechselte er zu den Bremen Roosters, mit denen er anschließend in die 2. Bundesliga aufstieg. Eine aufregende Zeit, die aber von vielen Rückschlägen geprägt war. „Ich bin in den vier Jahren nie so wirklich aus den Verletzungen rausgekommen. Dementsprechend war ich natürlich nicht in der Lage, zweimal am Tag zu trainieren“, berichtet Kaiser, der sich in dieser Zeit zweimal das Schienbein brach und zweimal in Folge einen Ermüdungsbruch zuzog. Es war eine Schwachstelle, die ihn immer wieder zurückwarf, weswegen er am Ende den Verein freiwillig verließ und zur BTS Neustadt zurückkehrte.

Lange blieb er dort nicht, denn nach nur einem Jahr ging es für den 1,80 Meter großen Basketballer zur BG ’89 Rotenburg/Scheeßel, die in der 2. Regionalliga mitmischte. „Es war wesentlich angenehmer, da sie nur zweimal die Woche trainierten“, sagt Kaiser, der in Rotenburg die schönste und erfolgreichste Zeit seiner Karriere erlebte. „Das Gesamtpaket hat einfach gestimmt. Ich war dort in meiner besten Form. Außerdem haben wir in einem Jahr um den Aufstieg gespielt, konnten am Ende aber leider nicht nach oben klettern“, erinnert sich Kaiser zurück.

2012 kehrte er dem Basketball zunächst komplett den Rücken. „Ich habe mich selbstständig gemacht. Dazu kam mein erstes Kind auf die Welt. Das hatte Vorrang“, betont er. Doch sein Bruder, der ihn damals schon zur BTS mitgenommen hatte, führte ihn langsam wieder an seine Lieblingssportart heran. „Bei Neustadt habe ich nur so halb mitgespielt. Da ich in Leeste wohne, war der Aufwand für die Fahrten ziemlich groß. Außerdem musste ich alles mit der Arbeit und Familie unter einen Hut bringen“, sagt der 36-jährige Aufbauspieler des SCW.

So richtig loslassen konnte er aber nicht: „Der Gedanke, wieder richtig anzufangen, war da. Es sollte aber etwas Lockeres sein“, erklärt Kaiser, der in diesem Jahr durch Zufall erfahren hatte, dass Topscorer Maik Lindemann für die Weyher spielt. „Ich habe ihn auf Facebook angeschrieben und mich einfach mal erkundigt, wie das läuft“, erzählt der gebürtige Bremer, der sich prompt der Mannschaft anschloss.

Die Bezirksliga Lüneburg Nord sei für ihn völliges Neuland. „Das ist die niedrigste Klasse, in der ich bisher gespielt habe.“ Das stört ihn aber nicht: „Wir trainieren einmal die Woche. Außerdem ist es hier nicht so ein Drama, wenn ich mal nicht erscheine. So passt es mir ganz gut“, schildert Kaiser, der hofft, dass er künftig verletzungsfrei bleibt. „In der Vergangenheit hatte ich genug damit zu kämpfen. Noch einmal muss ich das nicht erleben“, betont der 36-jährige Bremer.

So richtig erfüllt hat sich die Hoffnung bisher aber nicht: Nach einem starken Auftakt musste Kaiser in den vergangenen drei Partien gegen den VfL Stade III, die BTS Neustadt III und gegen den TSV Osterholz-Tenever verletzungsbedingt passen. Im Spiel gegen Bremen 1860 III wird er wohl wieder auflaufen können.

Das für jeden Sportler übliche Ziel hat er sich auch mit dem SC Weyhe gesetzt: „Natürlich möchte ich jedes Spiel gewinnen, da spielt es keine Rolle, in welcher Liga man spielt.“ Auch wenn der SCW derzeit auf Rang fünf steht und etwas abgerutscht ist, habe die Mannschaft um Spielertrainer Jonas Klucken grundsätzlich das Potenzial, um aufzusteigen. Das ist aber aktuell kein Thema für Kaiser: „Das muss nicht unbedingt sein. Wir müssen uns erst einmal zusammenfinden und schauen, wie sich die Saison entwickelt“, blickt er vorsichtig in die Zukunft.

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