Schwarz-Beck beerbt Sengstake Mandatswechsel im Weyher Gemeinderat

Antje Sengstake legt ihr Mandat für den Weyher Gemeinderat und die weiteren Gremien nieder. Zu ihrem Abschied kritisiert sie insbesondere die SPD. Doch der Schritt hat auch private und berufliche Gründe.
22.09.2022, 17:53
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Von Niklas Golitschek

Weyhe. Antje Sengstake hat am Mittwochabend ihr Mandat für den Weyher Gemeinderat niedergelegt. Für Beruf, Familie und Hobbys wolle sie wieder mehr Zeit haben, begründete die FDP-Politikerin ihre Entscheidung. Zudem erschwerten gesundheitliche Probleme mit mehreren Operationen an den Stimmbändern die abendlichen Sitzungen. „Es war aufregend, anstrengend und lehrreich“, bilanzierte Sengstake, die seit 2016 ihre Partei im Gemeinderat vertrat.

Der Fachkräftemangel wirke sich auch auf die Versicherungsbranche aus, in der sie tätig ist. „Letztes Jahr habe ich zwei Mitarbeiter verloren“, sagte Sengstake. Die habe sie noch nicht ersetzen können und entsprechend mehr Arbeit. Mit deutlichen Worten kritisierte sie zu ihrem Abschied den Umgang in den politischen Gremien in Weyhe: „Es war viel gegeneinander statt gemeinsam.“ Namentlich richtete sie sich in ihrer Abschiedsrede an die SPD-Fraktion. „Man kann diskutieren, sollte aber fair bleiben“, sagte Sengstake. Mit der Aussage eines Sozialdemokraten, die FDP sei nicht sozialfähig, sei für sie die Entscheidung zum vorzeitigen Ausscheiden gefallen. Auch wünsche sie sich, dass junge Ratsmitglieder mehr Präsenz in den Debatten zeigten.

Gleichwohl habe ihr die politische Arbeit oft Freude bereitet. Trotz weniger Plätze in Rat und Ausschüssen habe die FDP einiges auf den Weg bringen können. Als Beispiele führte sie die Schließung des Kreisels vor der Lahauser Grundschule oder die Abschaffung des Straßenausbaubeitrags an. Auch den Feuerwehr-Bedarfsplan sowie den Ausbau der Straßenbahn nach Weyhe werde sie weiterhin – als Bürgerin – kritisch begleiten. Auch Hundewiesen in jedem Ortsteil würde sie gerne sehen.

Die frei gewordene Zeit werde sie zu nutzen wissen, sagte die 57-Jährige. Sie wolle drechseln lernen, wieder den Schnitzkurs an der Volkshochschule besuchen und mehr Trompete spielen. Vorher steht jedoch ein Urlaub in den Dünen Helgolands an. Ihren Sitz in den Gremien übernimmt Franziska Schwarz-Beck. Sie wolle Bürgernähe herstellen und ein offenes Ohr haben, sagte sie. „Nur wenn die Infrastruktur stimmt, bleibt die Gemeinde so lebenswert wie heute“, so ihr Motto.

Neben Sengstake schied auch Sonja Eden (SPD) als Ratsfrau aus. Für sie rückt Lisa Jarmuth nach, ihre Verpflichtung ist für die kommende Sitzung geplant. Bürgermeister Frank Seidel dankte den beiden scheidenden Ratsfrauen für ihr langjähriges Engagement. Wenn über Ehrenamt gesprochen werde, komme der Einsatz der Kommunalpolitiker häufig zu kurz.

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