Fußball

Andreas Weger ist ein Trainer mit dem Blick für Talente

Andreas Weger steigt bei der Zweiten des TuS Sudweyhe ein und wird dort an der Seite von Eduard Scharf arbeiten. Zugleich wird er sich um den Übergang der Jugendspieler in den Herrenbereich kümmern.
03.12.2020, 20:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup
Andreas Weger ist ein Trainer mit dem Blick für Talente

Andreas Weger hat als Jugendtrainer viele Erfolge gefeiert und wird auch als Zweite-Herren-Trainer auf Talente treffen.

Jonas Kako

Er galt als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Lutz Schröder beim Bezirksligisten TSV Okel. Doch dann kam es, wie es so oft im Fußball kommt – nämlich anders: Andreas Weger hat eine neue Aufgabe gefunden. Bei seinem Verein, beim TuS Sudweyhe. Er wird im neuen Jahr an der Seite von Eduard Scharf die zweite Herrenmannschaft in der Kreisliga Diepholz trainieren – und dabei ganz besonders ein Auge auf die Talente werfen, die in den kommenden Jahren aus der Jugend in den Herrenbereich aufsteigen werden.

Die Situation im Sommer gefiel vielen Sudweyhern nicht: Gleich sieben Spieler aus der A-Jugend des TuS schlossen sich Okel an. Sieben Akteure, die in Sudweyhe zuletzt in der A-Jugend-Landesliga gespielt hatten und dort unter Schröder und Weger auf die Zeit bei den Herren vorbereitet worden waren. Viel investiert, vor allem Zeit und finanzielle Mittel, aber die Früchte nicht geerntet also. Zur Einordnung aus grün-weißer Sicht reicht da ein Wort: unbefriedigend.

Ein Umdenken hat bereits stattgefunden. Das wurde in der derzeit unterbrochenen Serie mehr als deutlich: Viele Kicker des 2002er-Jahrgangs und damit die ältesten Spieler im Juniorenbereich, haben bereits Spielpraxis in den Herrenmannschaften gesammelt. Vor allem in der Zweiten, die zur Kreisliga-Spitze gehört. Das hat auch Weger registriert, der seit dem vergangenen Sommer kein Traineramt mehr inne hat. Fußballspiele hat er dennoch etliche gesehen, auch weil sein Sohn Arne in der A-Jugend des TuS im Tor steht. Auch der Keeper zählt zur Riege der 2002er. „Das ist mit der stärkste Jahrgang, den wir im Moment im Verein haben“, findet Weger senior. Sein Sohn spielte für Scharfs Elf in Neuenkirchen. Jonas Grund hat sogar bereits Bezirksliga-Luft geschnuppert, wurde in der zweiten Hälfte der Partie gegen Bassum eingewechselt. Malte Buntemeyer stand zumindest bereits im Kader der Ersten. In der Zweiten dagegen hat er sich bereits gezeigt, genauso wie etwa seine A-Jugendmitspieler Michael Pfafenrot und Mika Bade. Die junge Garde bekommt also ihre Chancen. Für Weger ist das ein ganz wichtiger Punkt.

Den Jahrgang, der sportlich vor dem Ende seiner Jugendzeit steht, kennt er aus dem Effeff. Er hat die Akteure jahrelang begleitet, entwickelt und mit ihnen etliche Titel gewonnen. Es liegt auf der Hand, dass die Bindung besonders eng ist. Auch deshalb habe er angeboten, sich nicht nur auf seine Traineraufgabe zu konzentrieren, sondern sich auch um die Jugendspieler zu kümmern und ihnen beim Übergang in den Herrenbereich zu helfen. „Sie müssen wissen, woran sie sind“, findet er. Das bedeutet, dass diese Aufgabe nicht nur sportlichen, sondern auch einen sehr großen kommunikativen Charakter hat. Es gehe unter anderem darum zu erfahren, wie die Spieler selbst planen. Für viele endet im neuen Jahr die Schulzeit. Ob es mit einem Studium, einem freiwilligen sozialen Jahr oder einer Ausbildung weitergeht, ist auch für die Sudweyher eine spannende Frage, deren Antwort direkt ihre Planungen beeinflusst. Viele Einzelgespräche wolle er führen, sagt Weger. Er wolle jedem Talent seine Perspektiven beim TuS aufzuzeigen. „Deshalb passt es ganz gut, dass ich dann Zweite-Herren-Trainer bin. Bei uns können die Jungs auf jeden Fall spielen“, betont der Coach. Dass es nicht jeder Jungkicker im ersten Anlauf in den Bezirk schaffe, werde ebenso Thema in den Gesprächen sein. Offen und ehrlich will Weger den Talenten begegnen.

Die Türen der Zweiten aber sind offen. Und von dort ist es bekanntlich nicht ganz so weit bis in die von Benjamin Jacobeit und Sven Helms trainierte erste Mannschaft. Die spielt in der Bezirksliga, also eine Klasse höher als die Zweite. Die Durchlässigkeit ist da, das zeigen etwa Hannes und Jonas Lüdeke, die in der vergangenen Serie noch für das Kreisliga-Team des TuS aufliefen und nun fester Bestandteil der ersten Mannschaft sind. „Bei uns in der Zweiten können die Jungs auf gutem Niveau Fußball spielen“, bekräftigt Weger. Allein in dieser Saison wartet einiges an Arbeit auf ihn: Zehn Talente wechseln von der A-Jugend in den Herrenbereich. Dass wie im vergangenen Sommer noch einmal etliche Akteure den Klub verlassen, um in der Nachbarschaft zu spielen, will Weger verhindern. „Die Jungs sollen sehen, dass sie in Sudweyhe willkommen sind. Ich möchte, dass sie auch bei den Herren Fuß fassen“, formuliert er seinen Anspruch.

Doch nicht nur mit diesem Thema wird sich Weger eingehend beschäftigen. Schließlich liegt sein Augenmerk auf der zweiten Herrenmannschaft. Trainer Eduard Scharf, seit dem Sommer des vergangenen Jahres im Amt, war ihm freilich kein Unbekannter. „Ich glaube, wir passen auch ganz gut zusammen. Wir wollen beide offensiven Fußball spielen lassen“, sieht er dieselbe Grundauffassung. Wie beide im Detail harmonieren, werde sich zeigen, wenn es richtig losgeht. Die Spieler hat Weger dagegen seit Jahren verfolgt.

Scharf selbst spricht von einer Win-Win-Situation. Weger genieße einen sehr guten Ruf, nicht nur bei den Jugendspielern des Vereins, und sei darüber hinaus im Kreis Diepholz wesentlich besser vernetzt als der ehemalige Delmenhorster. „Zu zweit können wir im Training viel intensiver und besser arbeiten, auch mal ins Detail gehen. Es ist immer gut, eine zweite Meinung zu hören und einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Davon profitiere nicht nur ich, sondern die ganze Mannschaft“, sieht Scharf auch im sportlichen Alltag viele Vorteile. Auch für Weger sei es ein guter Schritt: „Für ihn ist es ein guter Einstieg in den Herrenbereich in seinem bekannten Umfeld.“ Und letztlich profitiere auch der Verein, wenn mehr Jugendspieler auch bei den Herren das TuS-Trikot tragen.

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