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Projekt Regionalliga auf Eis gelegt

Der JFV Weyhe-Stuhr hat das Projekt Regionalliga auf Eis gelegt. Die C-Junioren werden wohl in der kommenden Saison doch wieder in der Verbandsliga starten.
15.05.2020, 16:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Jannis Klimburg
Projekt Regionalliga auf Eis gelegt

Die C-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr starten in der kommenden Saison wohl erneut in der Verbandsliga.

Michael Braunschädel

Weyhe. Einfacher hätte es der JFV Weyhe-Stuhr nicht haben können. Denn die Fußballvereine aus Bremen haben sich jüngst mehrheitlich in einem Votum dazu entschieden, die Saison 2019/20 aufgrund des Coronavirus abzubrechen. Eine endgültige Entscheidung, wie es weitergeht, wird dann beim Verbandstag am 4. Juni verkündet. Das würde bedeuten, dass im Jugendbereich die Winterserie 2019 als Ergebnis der Saison 2019/20 gewertet wird. Glück für die C-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr, die sich in der Winterrunde den ersten Platz schnappten und somit theoretisch eine Mannschaft für die Regionalliga-Saison 2020/21 melden könnten. Doch dazu wird es aller Voraussicht nach nicht kommen. „Wir haben das Projekt Regionalliga erst einmal auf Eis gelegt“, erklärt Jugendkoordinator Thorsten Wirth.

Der JFV Weyhe-Stuhr hatte erst vor wenigen Wochen das Projekt Regionalliga ins Leben gerufen. Warum nun plötzlich die Rolle rückwärts? Wirth führt dafür mehrere Gründe an. Zum einen sei es aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen, die vielen Sichtungseinheiten durchzuführen. „Wir hätten dann schon in den vergangenen Wochen und jetzt auch noch über die Sportplätze fahren müssen, um nach möglichen Neuzugängen zu sichten. Und das ist eben aufgrund des Ausfalls des Spielbetriebs nicht möglich gewesen“, sagt Wirth. Der Klub hat zurzeit nur zwei Spieler aus dem Jahrgang 2006 zur Verfügung. Das heißt, dass viele Spieler von extern geholt werden müssten, um eine regionalligataugliche Truppe zu stellen.

Zwar schließt sich der SC Weyhe nun auch dem JFV Weyhe-Stuhr an, sodass der Jugendförderverein nun aus den Klubs Brinkumer SV, TSV Weyhe-Lahausen und eben dem SC Weyhe besteht. Die Grün-Weißen stellen sogar selber eine C-Jugend, sodass einige Jungspunde des Jahrgangs 2006 zum JFV Weyhe-Stuhr hinzustoßen werden. „Das ist auch sehr erfreulich, doch leider sind diese Spieler nicht für die Regionalliga geeignet. Dafür ist das Niveau einfach zu hoch in dieser Spielklasse. Und dann macht es auch keinen Sinn, eine Mannschaft zu melden, nur um mal in der Regionalliga zu spielen. Wenn du jedes Mal haushoch verlierst, haben die Spieler und Trainer nach ein paar Wochen keine Lust mehr“, meint Wirth, der sich in Zukunft eine Menge von dem Zusammenschluss der drei Klubs zu einem Jugendförderverein erhofft. „Wir werden in der Breite viel besser aufgestellt sein, als das momentan der Fall ist. So könnten wir in der kommenden Saison in der C-, B- und A-Jugend jeweils zwei Mannschaften stellen. Damit arbeiten wird jetzt auf der Zentralsportanlage Hand in Hand. Davon werden wir in Zukunft noch sehr profitieren“, betont der Jugendkoordinator.

Mehr Mannschaften pro Altersklasse sind für einen Jugendförderverein auch nicht möglich. Das zumindest besagen die Regularien. Und nun entsteht die Krux. Denn klar ist auch, dass der jüngere Jahrgang 2007, die D-Junioren des Brinkumer SV, in der kommenden Saison ebenfalls als C-Junioren behandelt werden. „Stand jetzt würden die Jungs aus dem Jahrgang 2007 in der Bezirksliga spielen und wir mit den Jungs vom SC Weyhe, die zu uns dazukommen, eine Truppe erneut für die Verbandsliga formen“, unterstreicht Wirth. Doch endgültig sei das noch nicht. Ein Hintertürchen lässt sich der Verein weiterhin offen. „Es gibt mehrere Optionen, wie wir vorgehen können. Wir müssen jetzt einfach in den nächsten Tagen und Wochen schauen, wie viele Spieler wir insgesamt zur Verfügung haben. Bis zur Meldefrist haben wir noch etwas Zeit.“

Ein weiteres Problem ist zudem, dass die Konkurrenz in Bremen sehr groß ist. Spieler aus dem Umkreis zu bekommen, gestaltet sich laut Wirth etwas schwierig. Denn in der Regionalliga wären dann in der kommenden Spielzeit nicht nur zwei Bremer Teams vertreten, sondern gleich drei. Auch der SV Werder Bremen und der Blumenthaler SV sind dann mit von der Partie. Die U15 des BSV ist dem JFV Weyhe-Stuhr auch schon einen Schritt voraus. Hier werden in den kommenden drei Wochen Sichtungseinheiten angeboten. „Die Konkurrenz ist extrem groß. Und in den Wochen, die wir jetzt noch haben, ist es eher unrealistisch und eine totale Herausforderung, eine schlagfertige Truppe für die Regionalliga zusammenzustellen“, betont Wirth. „Wir werden trotzdem alles versuchen, um das noch realisieren zu können. Aber zurzeit scheint das dann eben doch eher utopisch. Da ist sich der Vorstand einig.“

Doch Rainer Bindemann, Trainer der C-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr, wäre das Risiko gerne eingegangen, den Schritt in die Regionalliga zu wagen. „Ich akzeptiere zwar die Entscheidung vom Vorstand“, so der Übungsleiter. „Aber wir haben jetzt drei gute Vereine am Start. Zusammen hätten wir das Projekt Regionalliga irgendwie stemmen können. Dessen bin ich mir sicher.“ Gerade seine Schützlinge, die dann quasi für den Aufstieg verantwortlich wären, zeigten sich enttäuscht. „Natürlich haben sie dann auch Angst, dass der Verein bei einem weiteren Aufstieg wieder nicht das Risiko eingehen wird, sich eine Spielklasse höher zu messen“, bekräftigt Bindemann.

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