Fußball

Planungen laufen auf Hochtouren

Der JFV Weyhe-Stuhr sichtet junge Fußballer für eine konkurrenzfähige C-Junioren-Regionalliga-Truppe.
08.06.2020, 11:53
Lesedauer: 4 Min
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Von Sven Hermann
Planungen laufen auf Hochtouren

Zahlreiche Übungen standen auf dem Programm. So natürlich auch eine Einheit mit Torabschluss.

Michael Braunschädel

Weyhe. Die Planungen beim JFV Weyhe-Stuhr, einen konkurrenzfähigen Kader für eine mögliche Saison in der C-Junioren-Regionalliga Nord zusammenstellen, laufen derzeit auf Hochtouren. Am vergangenen Freitag fand auf der Zentralsportanlage in Weyhe bereits die dritte Trainingseinheit statt, um junge und talentierte Fußballer ausfindig zu machen. 17 Akteure fanden sich zu dieser Einheit ein. Die Zeit drängt, denn der Meldeschluss für die künftige Regionalliga-Spielzeit ist bereits am 20. Juni.

Doch die Verantwortlichen in den Reihen des JFV um Jugend-Koordinator Thorsten Wirth scheinen ihre Hausaufgaben bislang gemacht zu haben. „Wir sind bei 60 Prozent der Arbeiten, die wir machen mussten. 40 Prozent stehen uns in den nächsten zwei Wochen bis zum Meldeschluss am 20. Juni noch bevor. Bei den Jungs, die wir bislang im Boot haben, habe ich ein gutes Gefühl“, erläutert Wirt zum Stand der bisherigen Aktivitäten. 18 Teilnehmer fanden sich zum ersten Sichtungstraining ein, gleich 24 zum zweiten. Jetzt beim dritten Treffen sind es 17 Talente, die sich in der anderthalbstündigen Einheit unter der Leitung der Trainer Rainer Bindemann, Elor Senayah und Linus-Lucky Werner beweisen müssen. Die meisten Spieler rekrutieren sich aus dem Bremer Bereich, einige sind aus dem Raum Nienburg dabei, dazu einer aus Bassum, sowie einer aus Brinkum.

Mit Thorsten Degenhardt, dem Herren-Torwarttrainer des Bremen-Ligisten Brinkumer SV, haben sich die JFV-Verantwortlichen einen einen weiteren Fachmann zur Sichtung mit ins Boot geholt. Viel Kompetenz auf dem Platz, um die richtige Wahl zu treffen. Dieses Unterfangen ist nicht eben einfach in Corona-Zeiten, denn Zweikämpfe sind untersagt und damit auch Spiele, in denen man den Nachwuchs beobachten kann. Technische Übungen, Tempodribblings und Torschussübungen sind die Dinge, bei denen sich die jungen Spieler beweisen können. „Wir müssen uns da auf unser Auge verlassen“, schildert Wirth. „Einige Jungs sind jetzt das dritte Mal da. Die ersten Schritte sind gemacht. Jetzt beginnt die Phase, in der es ums Fixieren der Spieler geht, in denen Gespräche mit ihnen und den Eltern geführt werden. 18-20 Regionalligataugliche Fußballer braucht man, damit das Unterfangen kein Himmelfahrtskommando wird“, weiß Wirth, der die Situation sicherlich realistisch einschätzen kann.

Glanzvolle Gegner

Wirth war in früheren erfolgreichen Zeiten dabei, als die A- und auch die B-Junioren des SC Weyhe in der Regionalliga agierten, die B-Junioren gar eine Serie in der Jugend-Bundesliga Nord/Nordost verbrachten. Auch in der künftigen Regionalliga warten hochkarätige Teams auf den Aufsteiger. Gleich 18 Mannschaften gehören der neuen Liga an, da es in der mittlerweile abgebrochenen Regionalliga-Saison 2019/20 keine Absteiger gab. Neben den Bundesliga-Nachwuchsteams vom VfL Wolfsburg und Werder warten auch der Hamburger SV, der FC St. Pauli, der VfL Osnabrück, Holstein Kiel und einige andere renommierte Mannschaften auf den JFV. Zudem winken reizvolle Derbys gegen den Blumenthaler SV und dem JFV Nordwest aus Oldenburg. Eben diese Blumenthaler entpuppen sich für den Jugendförderverein als der erbittertste Konkurrent im zähen Ringen und Wettstreit um die jungen Talente. „Die Tendenz ist gut, sodass das Abenteuer Regionalliga auch Sinn macht“, berichtet Wirth. „Auch beim letzten Training waren schon zehn bis zwölf Spieler dabei, die man gebrauchen kann“, beobachtete Rainer Dismer aus dem Vorstand des JFV. „Auch vom Sponsoring her ist das geplante Unterfangen sicher. Die, die Geld geben, müssen auch Sicherheit haben, dass das Unternehmen Regionalliga klappt. 30 000 Euro plus muss man schon einplanen“, schätzt Wirth die Kosten für eine Saison ein, in der schon allein 17 Auswärtsfahrten auf den Neuling warten, die dann auch bis Kiel, Lübeck, Wolfsburg und Braunschweig führen.

Trainerteam steht noch nicht

Neben einem konkurrenzfähigen Kader steht auch noch die Findung eines zweiköpfigen Trainergespanns auf der Agenda der Verantwortlichen, dazu die Suche nach einem Torwarttrainer und Physiotherapeuten. Meistercoach Rainer Bindemann und sein Assistent Elor Senayah übernehmen in der kommenden Saison die B-Junioren des Vereins. „Safe ist lediglich Linus-Lucky Werner, der als Co-Trainer im Regionalligateam agieren soll. Das erst 18-Jährige Trainertalent Werner kann trotz seiner jungen Jahre bereits auf eine beeindruckenden Vita als Coach zurückblicken. Seit dem 14. Lebensjahr trainiert er Teams des TSV Weyhe-Lahausen, steigt jetzt als Spieler aus dem A-Juniorenbereich in die erste Herren-Mannschaft des Vereins auf. Der frischgebackene Abiturient absolviert nun ein freiwilliges soziales Jahr beim TSV Weyhe-Lahausen.

Neben der Aufgabe als Co-Trainer bei den Regionalliga-C-Junioren kümmert sich Werner zudem um die U12 und die U9 beim TSV. „Die U12 trainiere ich im fünften Jahr, die U9 seit zwei Jahren“, verrät der vielbeschäftigte Werner, der ebenso wie seine erfahrenen Mitstreiter eine schwierige Saison in der höchsten deutschen Spielklasse im C-Junioren-Bereich erwartet. Einziger Akteur aus der Meister- und Aufstiegself, der in den Genuss einer Regionalliga-Saison kommen könnte, wäre Elly Sanayah, Sohn des bisherigen Co-Trainers Elor Sanayah. Doch über den Verbleib des Linksverteidigers, der auch auf dem linken Flügel zum Einsatz kommen kann, ist das letzte Wort ebenfalls noch nicht gesprochen.

Es sind also noch diverse Baustellen, die die Verantwortlichen jetzt bewältigen müssen. Das nächste Sichtungstraining findet am morgigen Mittwoch um 18 Uhr auf der Zentralsportanlage in Weyhe statt, die aufgrund ihrer zentralen Lage mit dem nahen Bahnhof auch die feste Spielstätte in der Regionalliga werden soll. „Wir wollen das rocken. Wir wollen die alten, erfolgreichen Zeiten, die wir mit den Jugendteams des SC Weyhe erleben durften, wieder aufleben lassen“, geht Wirth absolut optimistisch die vielen Aufgaben der kommenden Tage und Wochen an.

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