Fußball

Die Ausbildung steht im Vordergrund

Der Frauen-Verbandsligist nimmt langfristige Pläne in den Blick und verabschiedet sich vom Druck kurzfristiger Ziele.
01.09.2020, 14:19
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Von Lars Lucke
Die Ausbildung steht im Vordergrund

Süeda Caliskan ist eine der erfahreneren Spielerinnen.

Michael Braunschädel

Weyhe. Die vergangene Saison war eine sehr schwierige für die Fußballerinnen des SC Weyhe. Das Trainer-Team um Rolf Schwenke hatte mit einigen rumpelnden Spielen gerechnet, immerhin waren zahlreiche Spielerinnen aus der B-Jugend in den Erwachsenenbereich aufgerückt. Hinzu kamen unglückliche Niederlagen nach durchaus überzeugender Leistung. Dennoch bezeichnete Schwenke die Phase nach dem Abbruch der Spielzeit als die eigentlich schwierige: „Die Fragen, ob, wie und wann es überhaupt weitergeht, drückten ja schon auf die Stimmung." Doch mittlerweile steht fest: Die Weyher Frauen starten am Sonntag, 13. September, um 17 Uhr beim ATS Buntentor III in die neue Spielzeit.

Monia Stelter, Vanessa Kühn, Lucy Lord, Lynn Fresen und Charlotte Warneke kamen zu dem Schluss, sich erst einmal anderen Dingen als Fußball zu widmen. Svenja Hartzsch hörte auf ihren von Verletzungen immer wieder beeinträchtigten Körper und hängte die Fußballschuhe ebenso an den Nagel wie Nele Schierloh, die vorläufig das berufliche Fortkommen in den Vordergrund stellen wird.

Nur ein 18er-Kader blieb nach dem kompletten Fußball-Shutdown übrig, doch der zeigte sich entschlossen. Die Spielerinnen setzten sich mit Rolf Schwenke, Co-Trainer Danny Lumpe und Co-Trainerin Charlene Kettler zusammen und gemeinsam wurde der Beschluss gefasst, in der kommenden Saison – so sie denn gespielt würde – neu anzugreifen. Sobald erlaubt boten die Coaches Übungseinheiten in Kleingruppen an, seit Anfang Juli durfte am Konditions- und allgemeinen Fitnesszustand gearbeitet werden, am 10. August startete dann die reguläre Saisonvorbereitung.

Der Begriff „regulär“ zielt dabei noch an der Wahrheit vorbei, denn es werden noch die noch offenen Halbfinals und das Finale des Lotto-Pokals nachgeholt. Der SC Weyhe tritt heute Abend um 19:30 beim Regionalligisten ATS Buntentor an, „die ihren Kader“, so mutmaßt Schwenke, „für die kommende Spielzeit bereits kräftig verstärkt haben werden. Da wird es kaum für eine Außenseiterchance reichen.“

Die Verantwortlichen in Weyhe versuchen, eher langfristig in die Zukunft zu schauen. „Wir wollen fußballerisch weiter ausbilden und dabei auch Spaß vermitteln“, erklärt Schwenke die Vereinsidee, „kurzfristige Ziele, was Platzierungen in der Liga angeht, spielen da erst einmal eine untergeordnete Rolle.“ Ein oder zwei erfahrene Spielerinnen sollen noch dazukommen, wichtig wird aber vor allen Dingen sein, die ehemaligen B-Jugend-Mädchen mit der robusteren, körperbetonteren Spielweise in der Verbandsliga vertraut zu machen. Paradebeispiel für eine gelungene Entwicklung war zuletzt auch Marie Luhmann, die noch heute im Jugendbereich aktiv sein könnte, aber in der vergangenen Saison bereits die Weyher Defensive maßgeblich stabilisierte.

Eine Achse aus erfahrenen Spielertypen, die zudem eine gewisse Flexibilität mitbringen, wünscht sich das Trainerteam trotzdem. Dazu gehören Celina Ludes, die es ihren Gegenspielerinnen als Torhüterin oder Innenverteidigerin gleichermaßen schwer macht, und Alina Bormann, die je nach Bedarf im eigenen (als Torhüterin) oder gegnerischen Strafraum (als Stürmerin) Schrecken verbreitet. Dazu gehören Süeda Caliskan, Emelie Manns und Nele Schlagowsky, die auf wechselnden Positionen das Mittelfeld steuern, Rieke Sparkuhl, die nach Fußverletzung wieder in die Innenverteidigung zurückkehrt, und das Offensiv-Trio Leonie Pols mit den Schwestern Emma und Pia Domke, die höchstes Tempo und Torgefahr mitbringen.

Klar ist: In dem kleinen Kader müssen alle an einem Strang ziehen. „Alle müssen bereit sein“, hofft Schwenke auf den Teamgeist, „90 Minuten lang Wege zu gehen, Aufwand zu betreiben, auch wenn es mal umsonst ist. Technik und Tempo allein reichen hier nicht aus.“ Nicht zuletzt, um diesen Teamgeist zu festigen, wurde ein Trainingslager absolviert und das einzige Testspiel bei der SG Barrien-Nordwohlde konnte souverän mit 3:0 gewonnen werden.

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