Tötung von 18.000 Tieren angeordnet Geflügelpest bricht in Weyher Mastbetrieb aus

In einem Putenmastbetrieb in Sudweyhe ist am Montag der Ausbruch der Geflügelpest festgestellt worden. Der Landkreis Diepholz ordnete die Tötung der 18.000 Tiere an.
22.02.2021, 18:15
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Geflügelpest bricht in Weyher Mastbetrieb aus
Von Alexandra Penth

In einem Putenmastbetrieb in Sudweyhe in der Gemeinde Weyhe ist am Montag der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt worden. Ursache ist „ein hochpathogenes Influenza-A-Virus des Subtyps H5N8“, wie der Landkreis Diepholz mitteilte. In dem betroffenen Betrieb wurde die Tötung der 18.000 Tiere angeordnet. Laut Kreisverwaltung sei diese auch bereits noch am Montag erfolgt. Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine ansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung des Geflügels und anderer Vogelarten, die laut Landkreis „schnell epidemische Ausmaße annehmen und damit Tierverluste und große wirtschaftliche Schäden zur Folge haben kann“. Das Veterinäramt hat daher noch am Montag eine Allgemeinverfügung mit dem eingerichteten Sperrbezirk und dem Beobachtungsgebiet erlassen.

Als Sperrbezirk wird demnach das Gebiet um den Seuchenbestand mit einem Radius von mindestens drei Kilometern festgelegt. Dieser umfasst Teile der Gemeinde Weyhe und der Stadt Syke. In dem betreffenden Gebiet ist noch ein weiterer gewerblicher Geflügelhalter ansässig, der seine Tiere am Montag untersuchen lassen musste. Das Ergebnis lag noch am späten Nachmittag vor: „Es konnte kein Infektionsgeschehen festgestellt werden“, sagte Landkreis-Sprecherin Mareike Rein. Zum zusätzlichen Schutz wird um den Sperrbezirk ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den Seuchenbestand festgelegt. „Dort erfolgt eine Beprobung nur anlassbezogen“, erklärt Rein.

Laut Allgemeinverfügung des Landkreises gilt insbesondere ein Verbot des Transports von Vögeln, frischem Fleisch von Geflügel und Federwild sowie Eiern in diese Zonen beziehungsweise aus diesen Zonen heraus. „Auch sind nach wie vor die Biosicherheitsmaßnahmen von allen Geflügelhaltern zu beachten“, betont Mareike Rein. Die Restriktionszonen sollen in Kürze mit Hinweisschildern an den Hauptverkehrswegen ausgestattet werden. Ende Dezember bis Ende Januar waren zuletzt bereits wegen eines Geflügelpest-Ausbruches in einem Stall im Landkreis Oldenburg Teile Stuhrs und Bassums zum Beobachtungsgebiet erklärt worden (wir berichteten).

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Bei der Festlegung der Restriktionsgebiete sind die Ergebnisse epidemiologischer Untersuchungen, Strukturen des Handels und der örtlichen Geflügelhaltungen, das Vorhandensein von Schlachtstätten sowie natürliche Grenzen und Überwachungsmöglichkeiten berücksichtigt worden, schreibt der Landkreis in seiner Allgemeinverfügung weiter. Am Sonntag waren in dem betroffenen Putenmastbetrieb „klinische Auffälligkeiten“ bei Tieren festgestellt worden, sagt Mareike Rein. Ein Tierarzt habe daraufhin Proben genommen und diese im Labor auswerten lassen. Parallel habe er das Veterinäramt des Landkreises verständigt, dessen Laborprüfung ebenfalls eine Infektion mit der Geflügelpest nachwies. Am Montagmorgen, 8 Uhr, sei das Ergebnis bestätigt worden, sodass der Landkreis die nötigen Vorkehrungen treffen konnte.

Im Kreisgebiet werden nach Angaben des Landkreises circa 4,9 Millionen Stück Geflügel gehalten. Der Landkreis Diepholz weist damit eine hohe Geflügeldichte auf. „Daher wurde die Maßnahme unter Berücksichtigung des eingeräumten Ermessens sowie des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes im Rahmen der geltenden Rechtsvorschriften getroffen“, erklärt Kreisrat Jens-Hermann Kleine in der Allgemeinverfügung die Dringlichkeit der getroffenen Anordnungen. Wie das Virus in den Stall gelangt ist, sollen Untersuchungen zeigen. Rein betont: „Es kann verschiedenste Wege genommen haben.“ Das Virus könnte etwa durch Wildvögel eingetragen worden sein. Immerhin seien angesichts des Wetters auch verstärkte Aktivitäten der Zugvögel festzustellen.

Der Landkreis weist auch ausdrücklich darauf hin, dass jeder Verdacht der Erkrankung auf Geflügelpest unter der Telefonnummer 0 54 41 / 9 76 18 62 sofort zu melden ist. Die Allgemeinverfügung zum Sperr- und Beobachtungsgebiet ist auf der Internetseite der Kreisverwaltung unter www.diepholz.de einzusehen.

Info

Zur Sache

Die Restriktionszonen

Der Geflügelpest-Sperrbezirk umfasst Teile Weyhes und Sykes und beginnt im Norden am Schnittpunkt der Kreisgrenze mit der Bahnlinie Bremen-Osnabrück. Von dort aus verläuft er entlang der Bahnlinie in südliche Richtung bis zur Einmündung der B 6, von dort weiter südöstlich bis zum Schnittpunkt mit der K 122. Die Grenze des Sperrbezirks verläuft weiter in östlicher Richtung mit dem Schnittpunkt der L 333 und führt entlang dieser bis zur östlichen Kreisgrenze. Die östliche und nördliche Grenze des Sperrbezirks umfasst die Grenze des Kreisgebietes in nördliche später nordwestliche Richtung bis zum Ausgangspunkt an der Bahnlinie Bremen-Osnabrück.

Die Grenze im Geflügelpest-Beobachtungsgebiet verläuft im Norden in der Gemeinde Stuhr vom Schnittpunkt der L 337 mit der Kreisgrenze/Landesgrenze zu Bremen entlang dieser in östliche Richtung, später in südliche Richtung entlang der Kreisgrenze zum Landkreis Verden. Die Grenze verläuft in südliche Richtung entlang der Straße An der Heide in Schwarme, weiter entlang der Kirchstraße, der Hauptstraße und der Bruchhausener Straße, Sprakener Straße und Erlenweg. Von dort in westliche Richtung entlang der Straße Hauendamm bis zur Kreuzung nach Norden und zur Kreisgrenze nach Verden. Im Kreisgebiet führt der Sperrbezirk weiter entlang der Straße neben dem Hauptkanal, Retzener Bach und Wachendorfer Mühlenbach bis nach Wachendorf.

Weiter verläuft die Grenze des Beobachtungsgebietes entlang der K 129 in westliche Richtung, später entlang der K 125 in westliche Richtung. Dann führt sie entlang der Bramstedter Straße in westliche Richtung und geht im weiteren Verlauf in die Henstedter Straße über. Von dort über die Dorfstraße bis zur Einmündung der L 333 (Bassumer Straße). Die Grenze reicht weiter in westliche und südwestliche Richtung bis zur Einmündung der B 51.

Die westliche Begrenzung verläuft dann an der B 51 in nördliche Richtung bis zum Schnittpunkt mit der K 112. Von dort reicht sie weiter in westliche Richtung entlang der K 112 bis zum Schnittpunkt mit der B 439 und an dieser entlang in nördliche Richtung und weiter entlang der K 111 in nordöstliche Richtung, über die A 1 hinweg bis zum Schnittpunkt mit der L 337. Von dort verläuft die Grenze über die L 337 in nordwestliche Richtung bis zum Schnittpunkt mit der Landesgrenze nach Bremen.

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