Online-Voting abgeschlossen

Name für Weyher Kultur- und Bildungszentrum steht

Fünf Vorschläge hatte eine siebenköpfige Jury ausgewählt und schließlich den Weyhern in einer Online-Abstimmung zur Verfügung gestellt. Nun ist die Entscheidung gefallen.
06.05.2021, 17:55
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Von Maike Plaggenborg
Name für Weyher Kultur- und Bildungszentrum steht

Teile des Neubaus mit dem alten Bauernhaus-Giebel und auch der neue Name "Kulturscheune" stehen nun. Vorgestellt haben beides Ina Pundsack-Bleith (von links), Frank Seidel, Christian Silberhorn und Susanna Clottey.

Maike Plaggenborg

Weyhe. Aus 184 Vorschlägen hat sich eine siebenköpfige Jury in Weyhe für eine Handvoll Namen für das bisher als Kultur- und -Bildungszentrum benannte neue Objekt am Henry-Wetjen-Platz entschieden. Daraus wiederum durften dann die Bürger auswählen - online. Möglich war das bis vergangenen Sonntag und nun steht die Entscheidung: „Es ist die 'Kulturscheune' geworden“, verkündete Christian Silberhorn, Projektmanager bei der Gemeinde, bei einer Begehung der Baustelle in Leeste.

„Warum der Begriff durchaus passend ist, sehen wir gleich“, sagte er auf dem Weg zum historischen Giebel an der Westseite des im Bau befindlichen Objektes, das nach Fertigstellung Volkshochschule, Bibliothek und Café beherbergen soll. Für den Neubau mussten zuvor zwei Gebäude abgerissen werden - eines davon war ein Bauernhaus von 1835. Geblieben ist dessen Front, das Teil der Kulturscheune wird, denn das ganze Gebäude war weder statisch noch mit Blick auf Brandschutzzwecke weiter nutzbar, erklärte Silberhorn, soll aber dennoch Teil der Architektur bleiben. Im Erdgeschoss sei das erkennbar an der Anordnung der Fenster zur Südseite, um dort einen Blick ins Gebäudeinnere zu bekommen. Erinnern soll es daran, wie Bauern seinerzeit diese Sicht nutzten, um die dort aufgereihten Kühe in der Scheune zählen zu können.

Die Kubatur, also die Größe und Dachform des früheren Bauernhauses, soll sich ebenfalls im Obergeschoss wiederfinden. Der Neubau passt sich den historischen Vorgaben an. Die Kinder- und Jugendbibliothek dort soll das Motto „Bauernscheune“ bekommen mit Spiel- und auch Rückzugsmöglichkeit, so Silberhorn. Entstanden war diese Idee in der Projektwoche des elften Jahrgangs der Kooperativen Gesamtschule Leeste, der in das Beteiligungsverfahren eingebunden war und sich darin damit befasste, wie er sich eine Bibliothek vorstellt.

Mit dem neuen Namen dagegen befassten sich genau 853 Weyher - so viele Stimmabgaben hatte es beim Online-Voting gegeben, bevor der „demokratisch ermittelte Name“, so Gemeindesprecher Sebastian Kelm, ermittelt war. Zusätzlich ist auch per E-Mail abgestimmt worden. Bürger hatten kritisiert, dass pro IP-Adresse des Computers nur einmal abgestimmt werden konnte, damit Mehrfachabstimmungen von Einzelpersonen verhindert werden. So aber fiel die Abstimmungsmöglichkeit beispielsweise für Ehepartner aus demselben Haushalt weg. Mitteilungen über den Wunschnamen wurden mitunter auch per Brief mitgeteilt. Abschließend landete der Vorschlag „Pickengiebel“ mit 10,9 Prozent auf Platz fünf, der Name „Kiek in“ mit 12,4 Prozent auf Platz vier, „Kubi“ schaffte es mit einem Stimmenanteil von 14,9 Prozent auf Platz drei, das „Kubiz“ mit 26,4 Prozent wurde Zweiter und an der Spitze mit 302 Stimmen ist nun also die „Kulturscheune“ - entspricht 35,4 Prozent. Der neue Name, berichtet Kelm, ist der Einzelvorschlag eines Menschen aus Kirchweyhe gewesen.

Wie weit der Bau der Kulturscheune inzwischen fortgeschritten ist, hatte die Gemeinde am kommenden Sonnabend anlässlich des Tags der Städtebauförderung öffentlich vorstellen und die Weyher dazu einladen wollen. Coronabedingt kann das in der Form aber nicht stattfinden. Daher weicht die Verwaltung abermals auf ein virtuelles Format aus und hat statt einer persönlichen Baustellenführung ein Video mit den am Projekt beteiligten Verwaltungsmitarbeitern produziert, das dann am 8. Mai auf den Social-Media-Kanälen (Facebook, Instagram) veröffentlicht werden soll.

„Wir bauen eigentlich keine Bibliothek hier“, fasst Silberhorn zusammen, denn „wir bauen einen dritten Ort“. Heißt: Mit dem ersten Ort ist das Zuhause der Bürger gemeint, der zweite ist die Arbeits-/Ausbildungsstätte oder auch Schule, der dritte Ort ist ein „öffentlicher Ort, an dem man sich gerne aufhält“ und wo man soziale Kontakte pflege - ein „Zuhause abseits vom Zuhause“, wie Susanna Clottey, Teamkoordinatorin Schule, Sport, Kultur und Jugendpflege, ergänzt. „Jeder kann kommen“ und „muss nicht konsumieren“, sagt sie über den fehlenden Verzehrzwang im Café. Die Fertigstellung der 6,5 Millionen Euro teuren Kulturscheune mit Bibliothek, Volkshochschule und Café, die mit insgesamt rund fünf Millionen Euro Fördergeld ermöglicht wird, ist für Sommer 2022 geplant.

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