Digitalisierung an Schulen Gemeinde Weyhe will Digitalpakt bis Ende 2022 umsetzen

Bis Ende 2022 will die Gemeinde Weyhe an ihren Schulen den Digitalpakt Schule vollständig umgesetzt haben. Derweil gibt es noch keinen Zeitplan bezüglich des Glasfaseranschlusses vieler Einrichtungen.
21.07.2021, 17:57
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Gemeinde Weyhe will Digitalpakt bis Ende 2022 umsetzen
Von Alexandra Penth

Weyhe. Die Gemeinde Weyhe plant, alle Vorhaben im Zuge des Digitalpaktes Schule bis Ende 2022 vollständig umzusetzen. Der aktuelle Stand war einmal mehr Thema im Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend am Dienstag. Wie berichtet, rechnet die Verwaltung mit einer Fördersumme von 1,233 Millionen Euro, die sich aus einem Sockelbetrag von 300.000 Euro pro Schule und einem schülerbezogenen Anteil zusammensetzt. Gefördert werden damit vorrangig der Aufbau und die Verbesserung der digitalen Vernetzung auf dem Schulgelände, die Einrichtung von schulischem W-Lan und der Aufbau beziehungsweise die Weiterentwicklung digitaler Lerninfrastrukturen wie zum Beispiel Lernplattformen. Inbegriffen ist auch die Ausstattung im Unterricht, etwa interaktive Tafeln oder digitale Arbeitsgeräte. 

Zuletzt hatte die Arbeitsgruppe Digitalpakt im März 2021 getagt. "Die Ermittlung der erforderlichen Ausstattung ist inzwischen abgeschlossen und Basis für die Kalkulation der Kosten, sagte Fabian von Weyhe, Leiter des Fachbereichs Bildung und Freizeit. Die Kostenschätzung belaufe sich auf 1,322 Millionen Euro, inklusive der kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste. Der kommunale Eigenanteil könne je nach Ausschreibung variieren. Erste Verfahrensschritte seien dabei bereits erfolgt. So die Ausschreibung für die Netzwerkverkabelung an der Grundschule Leeste, das Einsetzen von W-Lan-Accesspoints an den Schulen in Trägerschaft der Gemeinde und die Anschaffung für 145 Beamer. Geplant ist laut von Weyhe, erste Netzwerkinstallationen an mindestens zwei Schulen im zweiten Halbjahr 2021 zu realisieren. Das sollen die Grundschulen Leeste, Erichshof und gegebenenfalls noch die KGS Kirchweyhe sein.

Ob die Konzepte bereits stehen, mit denen die Gemeinde das Geld für den Digitalpakt Schule abrufen will, interessierte Wilfried Brasch (Grüne). Für die beiden Kooperativen Gesamtschulen habe sie die pädagogischen Medienkonzepte bereits vorliegen, sagte Susanna Clottey, Teamkoordinatorin Schule, Sport, Kultur und Jugendpflege. Die Grundschulen haben zunächst ein gemeinsames Konzept abgeben wollen, das nun jedoch weiter individualisiert werden soll. Der vom Schulträger zu erstellende Medienentwicklungsplan sei inzwischen nicht mehr gefordert. Clottey betonte: "Wir werden alle Schulen abschließend ausstatten können." Auch Teile der technischen Umrüstung im Zuge der KGS-Sanierung können dabei über den Digitalpakt abgerechnet werden. 

Bei der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses waren Mitarbeiter der Gemeinde gemeinsam mit einer Fachfirma durch die Schulen gegangen, um die genauen Bedarfe zu ermitteln. Im Zuge der Ausschreibungen habe die Gemeinde auch gemerkt, wie viele Aufträge die Firmen gerade abarbeiten müssen, sagte Ralf Eggers, der bei der Gemeinde die IT-Leitung innehat. Ursprünglich sollten beide kooperative Gesamtschulen zusammen umgerüstet werden, doch das sei zeitlich nicht gelungen. Nun könnten die Arbeiten am Standort Kirchweyhe im Herbst für drei Monate nach Schulschluss erfolgen.

Auch die Anbindung der Weyher Schulen an das Glasfasernetz sorgte in der Sitzung für Gesprächsstoff. Während die KGS Leeste seit Ende 2020 mit einem Glasfaseranschluss der Telekom versorgt ist und die dortige Grundschule ebenfalls daran angeschlossen werden soll, steht der Zeitplan für die anderen Schulen in der Gemeinde noch nicht fest. Ursprünglich hatte der Landkreis Diepholz die Schulen an das Glasfasernetz anschließen wollen, erklärte Ralf Eggers auf Nachfrage von Ratsfrau Ingrid Söfty (CDU). "Inzwischen ist es so, dass der Landkreis nur noch die Grundschule Lahausen im Visier hat", sagte Eggers. Für die übrigen Schulen habe die Gemeinde Angebote eingeholt. Zeitliche Zusagen, wann genau der Ausbau erfolgt, gebe es von den Anbietern aber noch nicht, sagte Eggers. "Wir bekommen keine vernünftige Antwort, wann die beginnen zu buddeln." Als "wirklich nicht nachvollziehbar" befand Söfty diese Antwort. Eggers versicherte: "Wir sind da mit Hochdruck dran." Den Eindruck Söftys, dass die technische Ausstattung der Schulen im Zuge des Digitalpaktes Schule ohne die entsprechende Infrastruktur "unsinnig" wäre, teilte dabei auch er.

Die Ausbaufirmen dürften grundsätzlich wenig Interesse daran haben, Schulen an das Glasfasernetz anzuschließen, äußerte Dietrich Struthoff (CDU). Es werde schließlich nur ein Vertrag abgeschlossen für eine hohe Nutzerzahl. Weil so viel Leistung aus dem Netz gezogen werde, müsse der Anbieter investieren, um diese zu verstärken. "Es geht immer um Geld", sagte Struthoff. 

Nach langfristigen Kosten aus dem Digitalpakt erkundete sich noch Wilfried Brasch. Laut Eggers war die IT-Abteilung der Gemeinde um eine Fachinformatiker-Stelle aufgerüstet worden. Die Personalstärke für den Bereich liegt nun bei 1,5 Stellen. "Das wird auf Dauer nicht reichen", sagte Eggers. Zumindest habe das Land Niedersachsen angekündigt, die Kosten für zusätzliche Administration bezuschussen zu wollen. Eggers betonte auch, dass es mit einer einmaligen Investition nicht getan ist. In fünf Jahren müssten eventuell die W-Lan-Punkte erneuert werden. Ob es eine Anschluss-Förderung gibt, sei noch unklar.

Zur Sache

Anschaffung von Lüftungsanlagen prüfen

Der Bund hat jüngst Mittel für die Länder zur Anschaffung mobiler Luftreiniger in Schulen angekündigt, wie Fabian von Weyhe, Fachbereichsleiter Bildung und Freizeit in der Weyher Gemeindeverwaltung, im Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend erklärte. Auch stationäre Anlagen in Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren seien künftig förderfähig. In einem ersten Schritt wolle die Gemeinde nun prüfen, ob die Modulbauten im Krippenbereich an den Kitas Melchiorshausen und Lahausen sowie im Haus der Krippenkinder mit entsprechenden stationären Anlagen ausgestattet werden könnten. In einem zweiten Schritt solle beispielhaft eine Grundschule untersucht werden, so von Weyhe. Daraus sollen Kosten ermittelt werden, um diese als belastbare Grundlage für eine Entscheidung heranziehen zu können. 

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+