Bauprojekt in Leeste Gemeinsam für günstige Wohnungen

Die Wohnbau Diepholz GmbH baut mit Unterstützung von Landkreis Diepholz und Gemeinde Weyhe sechs Wohnungen speziell für Leistungsbezieher. Bereits im kommenden Sommer sollen die Einheiten bezogen werden können.
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Von Stephen Kraut

Weyhe. Über viele Jahre kümmerte sich die Wohnbau Diepholz GmbH – vor 1959 noch unter dem Namen Gemeinnütziger Bauverein Diepholz eGmbH – um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Insgesamt rund 800 eigene Wohnungen sind so im gesamten Landkreis entstanden. „In den vergangenen 20 Jahren haben wir uns allerdings vorwiegend um die Verwaltung der bestehenden Immobilien gekümmert“, berichtet Geschäftsführer Uwe Tenschert. Eine neue strategische Ausrichtung sorgte dafür, dass sich das Unternehmen wieder verstärkt dem Bauen widmen möchte. „Ein erstes Pilotprojekt ist nun in Barnstorf entstanden“, teilt Tenschert mit. Ein zweites Vorhaben der Firma, an der auch die Gemeinde Weyhe beteiligt ist, soll nun in Leeste umgesetzt werden. Das Ziel: preisgünstigen Wohnraum speziell für Leistungsbezieher von Hartz IV, Sozialhilfe oder Asylbewerberleistungen zu schaffen. Langfristig könnten aber auch andere Menschen mit geringem Einkommen dort wohnen.

Der Ort für dieses Projekt ist die Hauptstraße 61 in Leeste, unweit des Rathauses. „Das bestehende Gebäude wird abgerissen“, informiert Tenschert zu den Plänen. Entstehen soll dann ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen, jeweils 58 bis 59 Quadratmeter groß. Vier Einheiten sind für das Erdgeschoss vorgesehen, zwei Wohnungen sollen im Dachgeschoss entstehen. Die unteren Wohnungen erhalten Terrassen, für die oberen Einheiten sollen Balkone gebaut werden. Ein Nebengebäude für Fahrräder sowie Parkplätze für Autos sind außerdem vorgesehen. Das Gebäude soll als Massivbau mit Putz- und Verblenderfassade und Pultdach entstehen. „Wir wollen darüber hinaus mit Solarthermie arbeiten“, sagt der Wohnbau-Geschäftsführer. Eine entsprechende Anlage soll der Wassererwärmung dienen.

Die Kosten betragen rund 670 000 Euro, 20 Prozent davon kommen aus einem Förderprogramm des Landkreises Diepholz hinzu. „Die Gemeinde Weyhe beteiligt sich ebenfalls an dem Projekt“, teilt Tenschert mit. Das geschehe zum Einen durch die Weitergabe des Fördergeldes des Landkreises, außerdem steuert das Rathaus fünf Prozent – maximal 40 000 Euro – bei. Das Grundstück steht der Wohnbau Diepholz GmbH zudem per Erbpacht für 55 Jahre zur Verfügung. „Das Gebäude gehört uns, wir kümmern uns auch um die Instandhaltung und die Mieter“, verspricht Tenschert. Die durch das Förderprogramm des Landkreises vorgeschriebene Bindung, den Wohnraum Leistungsbeziehern zur Verfügung zu stellen, gilt für zehn Jahre. Danach, so der Geschäftsführer, könne man sich auch vorstellen, die Wohnungen für andere Interessierte zu öffnen, „die auch nur über ein geringes Einkommen verfügen“, ergänzt Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte.

Die nötigen Unterlagen sind laut Tenschert vorhanden, die Verträge unterschrieben, „deshalb hoffen wir, in den nächsten Tagen mit den Arbeiten beginnen zu können“, sagt er. Verläuft der Winter mild und beeinträchtigt das Vorhaben somit nicht, hofft der Geschäftsführer, in sieben Monaten fertig zu sein. Mit diesem Zeitplan würde sich das Vorhaben gut in die Planung einfügen: Die sei bislang bereits sehr schnell verlaufen. „Die ersten Gespräche fanden vor etwas mehr als einem Jahr statt“, berichtet Tenschert. Wie Doris Salomé, Leiterin des Fachbereichs Bau und Liegenschaften, mitteilt, begannen die konkreten Gespräche zum entsprechenden Grundstück im April. „Alle ziehen da an einem Strang“, so Tenschert.

Die Wohnbau Diepholz GmbH verfolge das Projekt übrigens nicht, weil es rentabel sein soll. „Das Ziel ist es, kostendeckend zu arbeiten“, betont Tenschert. Während das Unternehmen weitere Vorhaben dieser Art im Landkreis umsetzen will, möchte sich die Gemeinde künftig aber vor allem auf den sozialen Wohnungsbau für alle Menschen unter einer gewissen Einkommensgrenze einsetzen. Ein positiver Baustein ist das Projekt aus Sicht der Beteiligten aber dennoch.

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