Gedenktag auch in Weyhe Gemeinsam gegen Gewalt

Die Gemeinde Weyhe zeigt am Sonntag, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, ein deutliches Zeichen für diese Botschaft. Weyhes Gleichstellungsbeauftragte appelliert aber an alle Menschen, wachsam zu sein.
Lesedauer: 2 Min
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Von Stephen Kraut

Weyhe. Auch in diesem Jahr will die Gemeinde Weyhe wieder ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Anlässlich des gleichnamigen Gedenktages an diesem Sonntag, 25. November, soll erneut eine große Fahne entsprechender Aufschrift wehen. Für Gleichstellungsbeauftragte Christina Scheele ist das nach wie vor ein wichtiges Thema.

„Die Aufklärung hat sich verbessert, leider aber nicht die Fallzahlen“, berichtet sie. Wichtig sei es erst einmal, Frauen zu ermutigen, sich Hilfe zu holen, wenn sie Gewalt erfahren. „Wichtig ist es aber auch, Menschen aus dem Umfeld zu sensibilisieren“, betont sie. Denn fast 40 Prozent der Frauen in Deutschland hätten schon einmal Gewalt erlebt.

Scheele nennt noch einen weiteren, sehr pragmatischen Punkt, wieso Jeder daran interessiert sein sollte, Gewalt zu unterbinden – nämlich der wirtschaftliche Aspekt. „Jährlich fallen rund 3,8 Milliarden an Kosten aufgrund von Gewalt an Frauen an“, nennt sie einige Zahlen. Darunter würden Gelder für Polizeieinsätze und medizinische Versorgung fallen sowie die wirtschaftlichen Ausfälle aufgrund von Fehltagen.

Ein Thema, das auch in Weyhe relevant sei, ist ihr zufolge das sogenannte Cyber-Stalking. Dabei werden auf dem Smartphone spezielle Apps installiert, die es dem Täter ermöglichen, den Alltag des Opfers unbemerkt über die Kamera und das Mikrofon zu verfolgen. Auch auf dem Handy gespeicherte Nachrichten könnten mitgelesen werden. „Man glaubt, das gibt es nur im Fernsehen, aber mir wurde selbst schon davon in Beratungen berichtet“, stellt die Gleichstellungsbeauftragte klar und ergänzt: „Das ist eine ganz neue Qualität, es gibt keinen sicheren Raum mehr.“

Umso wichtiger ist es aus ihrer Sicht, dass sich Betroffene Hilfe holen. Die gibt es unter anderem bei Christina Scheele, telefonisch erreichbar unter 0 42 03 / 71 -2 21, oder per E-Mail an gleichstellungsbuero@weyhe.de. „Ich habe Informationen zu den verschiedenen Anlaufstellen“, sagt sie. Auch Menschen, die das Gefühl haben, eine Verwandte, Freundin, Nachbarin oder Arbeitskollegin ist Opfer von Gewalt, können sich melden. Die Angebote sind zudem auf der Seite www.weyhe.de/leben-in-weyhe/gleichstellung aufgelistet. „Beratungsgespräche in Fachberatungsstellen können immer auch vertraulich geführt werden und sind für die Betroffenen kostenlos“, teilt Inka Stenzel-Fürle von der Weyher Einrichtung Sprachlos, der Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt, mit.

Außerdem verweist Scheele auf das bundesweite Hilfetelefon gegen Gewalt, das in 17 Sprachen berät. Erreichbar sind die Helfer rund um die Uhr und kostenlos unter 0 80 00 / 11 60 16.

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