Konzert in der Weyher Felicianuskirche

Kantorei probt für Mozarts Krönungsmesse

Sie proben wieder: Einige der Chormitglieder der Kirchweyher Felicianus-Kantorei stimmen sich seit Kurzem gesanglich wieder ein, wenn auch auf Abstand. Inzwischen stehen auch zwei Konzerttermine an.
15.09.2021, 16:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss / DV
Kantorei probt für Mozarts Krönungsmesse

Singen, wenn auch auf Abstand, ist nun wieder für die Kirchweyher Kantorei möglich – und im November gleich zwei Mal zu hören.

Michael Galian

Weyhe-Kirchweyhe. Die Vorfreude ist Angelika Widuwilt, Heike Frickert, Sandra Schörnig und Rudi Preuß anzumerken, wenn sie über ihre Proben für den kommenden Auftritt im November sprechen. Sie sind vier der Chormitglieder der Kirchweyher Felicianus-Kantorei. Elisabeth Geppert, Kantorin der Kirchengemeinde, leitet den Chor seit 1993 und probt in jedem Jahr ein Werk der klassischen Kirchenmusik ein. So hatte der Chor auch schon kurz vor Ausbruch der Pandemie für die Mozartsche Krönungsmesse geübt. Doch dann kam bekanntlich alles anders, also ging es erst im Juni dieses Jahres weiter.

„Es ist ein bisschen wie ein Neustart der Kantorei“, sagt Geppert, denn lange konnte man sich nicht treffen. Dann ging es langsam in kleinen Gruppen wieder los. „Jetzt üben wir alle zusammen, das ist schön, sich endlich wiederzusehen – allerdings auf Abstand in der Kirche. Und das ist seltsam, denn sonst hatten wir ja immer jemanden nah neben uns zur Stärkung und Kontrolle beim Singen“, meint Sopranistin Widuwilt. Ihr Bass-Kollege Preuß meint schmunzelnd, dass das Singen unter der Dusche ganz allein ja keinen Chorgesang ersetzen könne. Und Frickert, ebenfalls Sopran, erklärt: „Singen, die Probenarbeit und auch die Gemeinschaft sind ja was für die Seele, also sehr wichtig.“

In dem großen Kirchenschiff, so sind sie sich einig, werden sie allerdings klanglich unterstützt von der fantastischen Akustik. „Es ist einfach schön, wie so ein Stück langsam erarbeitet wird, von Mal zu Mal nimmt es mehr Formen an“, sagt Schörnig. Widuwilt ergänzt, dass sie außerdem dank der intensiven Arbeit von der Chorleiterin sehr viel lernen über den Komponisten und das Werk: „Es erschließt sich mehr und mehr und geht so rein, dass ich manchmal auch zu Hause nur diese Klänge im Kopf habe.“

Mittlerweile treffen sie sich also wieder regelmäßig und sind rund 30 Sangesfreunde, auch wenn sie zuvor in größerer Zahl waren. Aber einige trauen sich möglicherweise noch nicht. „Nach so vielen Monaten Isolierung ist vielleicht noch nicht wieder jeder bereit, sich heranzuwagen“, meint Geppert. Auf alle Fälle werde sich hier strikt an die Handlungsempfehlungen und Hygienevorschriften der Landeskirche gehalten. Und da ist das Abstandhalten in der Kirche eine der leichtesten Übungen. Des weiteren habe sich gerade dieses Mozart-Stück geradezu angeboten zur Gemütsaufheiterung: „Das ist eine fröhliche Schöpfung und sehr eingängig – gut in diesen Pandemiezeiten“, so die Kirchenmusikerin.

Hauptprogrammteil der beiden Aufführungsabende wird also die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) sein. Im März 1779 vollendete das musikalische Wunderkind aus Salzburg seine „Missa solemnis“ in C-Dur, die ein Auftragswerk von Hieronymus von Colloredo war. Überliefert ist, dass die Messe KV 317 unmittelbar nach Mozarts Tod zur bevorzugten Komposition für Gottesdienste bei Kaiser- und Königskrönungen sowie bei Dankgottesdiensten wurde. Zum ersten Mal soll sie anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten für Kaiser Franz II. – den letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – verwendet worden sein.

Sinfonische Elemente sind charakteristisch für diese Messe. Also wird ein Orchester ebenfalls dabei sein – Elisabeth Geppert klärt noch, welches es sein könnte. Solostimmen und Chor werden sehr deutlich voneinander getrennt. Für die Soli hat Geppert schon einige Musiker im Auge. So sei der Bass-Sänger schon hier aufgetreten.

Die Messe wird Sonnabend und Sonntag, 6. und 7. November, in der Felicianuskirche aufgeführt. Derzeit werden wohl nur jeweils 80 bis 100 Besucher Raum finden wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen. Mitsingende sind für die Kantorei ausdrücklich erwünscht, betonen alle. Gerne könnten Interessierte zum Schnuppern an einem der wöchentlichen Dienstage um 19.30 Uhr dazukommen.

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