Tag des offenen Denkmals in Weyhe

Getreu dem Motto: „Fahr wohl“

In dieser Form zum ersten Mal widmete die Gemeinde Weyhe den Tag des offenen Denkmals ganz seiner Eisenbahngeschichte. Und wie diese vielerorts lebendig gehalten wird.
08.09.2019, 19:21
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Femke Liebich
Getreu dem Motto: „Fahr wohl“

Mit allerhand Wissenswertem: Die Gästeführer um Wilfried Meyer lockten zunächst an die Lok samt Waggons in Kirchweyhe.

Vasil Dinev

Weyhe. Auf eine Zeitreise in die spannende Eisenbahngeschichte der Gemeinde Weyhe begaben sich am Sonntag anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals 43 Interessierte. Die Weyher Gästeführung hat den traditionellen Gedenktag erstmals zum Anlass genommen, um gemeinsam mit Vereinen aus Leeste, Kirchweyhe und Sudweyhe ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen.

Das Besondere: Mit dem historischen Pingelheini bewegte sich die Gruppe dem Thema entsprechend von Denkmal zu Denkmal. Insgesamt fünf an der Zahl standen an diesem Tag auf dem Programm, und diese wurden von den zugehörigen Vereinen vorgestellt, die sich um den Erhalt und die Pflege der jeweiligen denkmalgeschützten Objekte kümmern.

Zum Auftakt des äußerst informativen und geschichtsträchtigen Tages trafen sich die Interessierten mit Gästeführer Wilfried Meyer an der Museumslok am Kirchweyher Bahnhof. „Bei uns ist heute ‚Eisenbahn total‘ angesagt“, kündigte dieser zu Beginn in Anlehnung an die parallel stattfindende Veranstaltung auf dem Weyher Marktplatz an. In seiner Einführung erinnerte Wilfried Meyer an den Beginn der Eisenbahnerzeit in der Gemeinde. Von den teilweise bis zu 88 stationierten Dampfloks ist heute exemplarisch nur noch die Museumslok 50 3562-1 aus dem Jahr 1941 als Erinnerungsstück übrig geblieben. Diese wurde vom Förderverein Dampflok Weyhe 1997 auf Eigeninitiative von Staßfurt nach Weyhe überführt und daraufhin in liebevoller Kleinstarbeit restauriert.

Doch nicht nur die historische Dampflok zog an diesem Tag die staunenden Blicke auf sich. Die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder haben zugleich die angeschlossenen Waggons zu einem Museumswagen sowie einem Café umgebaut. Die dort ausgestellten Exponate und Bilder geben Aufschluss über die Eisenbahngeschichte, die noch heute das Aushängeschild der Gemeinde ist. „Wo hat man schon die Gelegenheit, ein Original-Dampflok zu sehen?“, hob Meyer die Besonderheit des Denkmals hervor.

Nach dem ausgiebigen Stopp auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes stieg die Gruppe zum ersten Mal an diesem Tag in den Pingelheini und fuhr in Richtung Leeste. „Unser Ziel ist es, heute pünktlich zu sein – anders als die Deutsche Bahn“, deutete der Gästeführer mit einem Augenzwinkern auf den straffen Zeitplan hin. In Leeste angekommen, wurden die Eisenbahninteressierten von den Leester Kleinbahnfreunden in Empfang genommen. Diese zeigten daraufhin das Betriebsgelände mit dem Lokschuppen, der Werkstatt und dem historischen Wasserturm aus dem Jahr 1910.

Nach einem Zwischenstopp ging die Tour anschließend – wie gehabt mit dem Pingelheini – weiter in Richtung Sudweyhe. Dort begrüßten Sönke van Hoorn und Antje Kiel vom Verein Sudweyher Bahnhof die Besucher in dem restaurierten Bahnhofsgebäude, das sich mittlerweile als Treffpunkt für Jung und Alt etabliert hat. Vom dortigen Café wussten einige Teilnehmer offenbar noch nichts. „Es wird sehr gut angenommen und ist jeden Sonntag bestens besucht“, freuten sich die Verantwortlichen über die durchweg positive Resonanz seit der Eröffnung im Mai. Nach der verdienten Stärkung mit Kaffee und Kuchen begab sich die Gruppe letztendlich auch auf Entdeckungsreise durch den Sudweyher Bahnhof und ließ sich von den Beteiligten in die Historie sowie die weiterhin geplanten Verschönerungsarbeiten und anstehenden Veranstaltungen einweisen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+