Eichenwald-Projekt Große Nachfrage nach dem eigenen Baum

Die Gemeinde Weyhe hat Interessierte aufgerufen, Baumpate zu werden. Einzige Voraussetzung: Die eigene Eiche muss selbst in die Erde gebracht werden. Die Weyher folgten diesem Aufruf in großer Zahl.
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Von Stephen Kraut

Weyhe-Melchiorshausen. Die Nachfrage war laut Ulf Panten enorm. „Gut eine Woche nach dem Aufruf in der Presse waren die 100 Bäume vergeben“, berichtet Weyhes Umweltbeauftragter von der für den kommenden Sonnabend geplanten Aktion, 100 Eichen westlich der Straße Böttcherei anzupflanzen. Man habe die Zahl der zur Verfügung stehenden Exemplare sogar um zehn Bäume aufgestockt. Um die mit ausreichend Platz unterzubringen, wurde eine weitere Fläche auf dem Areal zwischen Böttchers Moor und Melchiorshauser Fuhren für die Aktion hinzugezogen. Und so steht einem positiven Verlauf der Veranstaltung höchstens noch das Wetter im Wege. Die einzige Aktion ihrer Art soll es übrigens nicht bleiben, wie Panten verrät.

„Der Wildschutzzaun ist bereits aufgestellt“, informiert der Umweltbeauftragte. Der sei weniger zum Schutz der rund zweieinhalb Meter großen Eichen gedacht, die dort bald ihren Platz einnehmen sollen, als für die Bepflanzung, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Bäumen entwickelt. „Die sollte in den ersten Jahren geschützt werden“, erklärt Panten. Bevor sich die Gehölze dort aber ausbreiten, müssen zunächst die Eichen in die Erde. Und das sollen die Baumpaten – samt Familien und Freunden – am Sonnabend erledigen. „Wir haben die Beteiligten in drei Gruppen aufgeteilt“, berichtet Panten. Die erste startet um 11 Uhr, die zweite folgt um 12 Uhr. Die dritte Gruppe ist 60 Minuten später an der Reihe. „Wir haben die Löcher schon mit einem Pflanzbohrer vorbereitet, einen Spaten sollte jeder aber trotzdem mitbringen“, rät der Umweltbeauftragte. Für das sogenannte Feintuning der Löcher sowie zum späteren Zuschütten sei das erforderlich. Weit transportiert werden muss das Hilfsmittel dann aber nicht: Parkgelegenheit an diesem Vormittag gibt es ihm zufolge ausreichend an der Straße Böttcherei. „Wir haben schon mit dem Bauhof gesprochen und werden das ausschildern“, verspricht er.

Eine Verpflegung vor Ort soll es indes nicht geben. Allerdings könnte es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine feierlichere Zusammenkunft geben. Geplant ist laut Panten ein Waldfest zum 25-jährigen Bestehen des nahen Waldgebietes, zu dem dann auch die Baumpaten eingeladen werden sollen. „Das machen wir dann zu einer angenehmeren Jahreszeit“, fügt er hinzu.

Wer ebenfalls Interesse an einer Baumpatenschaft hat, bekommt laut Panten im kommenden Jahr noch einmal die Gelegenheit dazu. Eine weitere Fläche, westlich des nun zur Pflanzung vorgesehenen Areals, soll dann dafür verwendet werden. Aufgrund des mageren Bodens kämen nicht viele Arten in Frage, deshalb entsteht dort dann ein weiterer Eichenwald. „Eine Warteliste werden wir allerdings nicht einrichten“, sagt der Umweltbeauftragte. Jetzt brauche sich also niemand schon zu melden, „wir geben rechtzeitig Bescheid“, ergänzt er. Die aktuellen Baumpaten haben keine weiteren Verpflichtungen, als die Eiche an der entsprechenden Stelle in die Erde zu bringen. Die Bäume werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, das Projekt in der Gesellschaft zu verankern. Für die Baumpaten gibt es dann noch eine Urkunde und einen Plan, wo die eigene Eiche zu finden ist. „Eine Plakette werden wir vor Ort nicht befestigen“, sagt der Umweltbeauftragte. Die würde im Laufe der Jahre nur einwachsen. Der eigene Baum soll seinen Platz schließlich möglichst lange behalten.

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