Grundschule Lahausen Mehr Sicherheit für Schulwege

Eigentlich war es der Plan, eine Hol- und Bring-Zone für die Grundschule Lahausen einzurichten. Doch das lässt sich nicht umsetzen. Die Gemeinde Weyhe will nun auf anderem Weg die Schulwege sicherer machen.
04.03.2021, 17:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Maike Plaggenborg

Rund um die Grundschule in Lahausen geht es bereits los, aber es sollen weitere Wege folgen: Es geht um mehr Sicherheit für Kinder auf ihrer Route zur Schule. Dafür will die Gemeinde Weyhe vor allem mit mehr Schildern, Farbe und kleinen baulichen Änderungen ans Werk gehen. Hintergrund ist die „unübersichtliche“ Verkehrssituation zu Schulbeginn und -ende im Weyher Ortsteil. Eine eigene Hol- und Bring-Zone zu diesem Zweck wurde geprüft, aber als „nicht praktikabel“ verworfen, wie Stefan Sommer, in der Verwaltung für Straßenverkehrsrecht zuständig, sagt.

Ein Großteil der Kinder werde aus unterschiedlichen Gründen mit dem Auto zur Schule gefahren. „Das Bringen und Abholen der Kinder ist eine zutiefst individuelle Entscheidung“, so Sommer, „weil subjektive Gefahren bestehen“. Mit dem aktuellen Vorhaben, die Wege zu den Grundschule sicherer zu machen, könnten Eltern überzeugt werden, ihre Kinder den Weg eigenständig bewältigen zu lassen.

Im Fall Lahausen fiel die Entscheidung gegen eine Hol- und Bringzone auf Grundlage eine Pilotprojekts des Wuppertaler Planungsbüros Bueffee, das die Gemeinde im Februar 2019 beauftragt hatte. Es sollte ein Konzept zur Einrichtung einer solchen Zone erstellen, „um Schulkindern und auch Eltern alternative Standorte zum Parkplatz an der Schule anzubieten“, teilt Sommer mit. Von den Standorten aus sollten ergänzend die Wege zur Schule ausreichend sicher gestaltet werden, „sodass 'die letzten Meter' von den Schulkindern zu Fuß zurückgelegt werden können, die Kinder dadurch wichtige, auch verkehrserzieherische Erfahrungen machen und auch andere Eindrücke bekommen als die Rückbank des elterlichen Autos.“

Grundsätzlich sind Hol- und Bringzonen geeignet, Autos vom Schulparkplatz fernzuhalten, allerdings nicht in Lahausen. Denn die für so eine Zone vorgesehenen zwei bis vier Stellplätze müssten mindestens 250, maximal aber 500 Meter von der jeweiligen Schule entfernt sein. Noch dazu sollen sie nicht an Straßen liegen, „die im weiteren Verlauf an der Schule vorbeiführen“. Hinsichtlich der Entfernung würden sich Sommer zufolge lediglich Standorte an der Bahnbrücke Lahausen, dem Freesendamm, der Straße Am Bahndamm und der Lahauser Straße (K 117) ergeben. Das Kind würde dann von dort aus laufen, die Eltern fahren mit ihren Autos aber dennoch direkt an der Schule vorbei, erklärt der Fachmann. Denn die Straßen würden sternförmig auf die Schule zulaufen. „Das Ein- oder Aussteigenlassen an einer Hol- und Bringzone abseits des Schulgeländes wäre dadurch nicht vermittelbar.“

Auch wenn die Hol- und Bringzone in Lahausen nicht eingerichtet wird, sollen dennoch die Wege sicherer werden. Dazu hat das Planungsbüro bei 230 Eltern nach Problemstellen gefragt. 124 der dazu verteilten Fragebögen kamen ausgefüllt zurück, was aus Sicht der Planer einen sehr guten Rücklauf darstellt. Im Ergebnis bedeutet das Sommer zufolge beispielsweise: Dem Schüler-Radverkehr soll in mehreren Bereichen konsequent Vorfahrt gewährt werden, Fahrbahnmarkierungen beziehungsweise Piktogramme sollen das an unterschiedlichen Stellen kenntlich machen. Das bestehende Halteverbot an der Lahauser Straße zwischen Hauptstraße (L 335) und der Einmündung Espenstraße soll ausgedehnt werden, die Tempo-30-Zonen an den Straßen Am Bahndamm, Am Meyerkamp/Bahnbrücke Lahausen und Hahnenfelder Weg/Barrier Damm sollen durch allgemeine Tempo-30-Regelungen ersetzt werden.

An unübersichtlichen Einmündungsbereichen soll die Sicht beispielsweise durch das Aufstellen von Pollern verbessert werden, andere Einmündungen sollen das Verkehrszeichen „Halt! Vorfahrt gewähren“ bekommen. Ergänzend erfolgen teils Hinweise auf „Radverkehr in beiden Richtungen“. Außerdem ist ein künftig fest installiertes Geschwindigkeitsdisplay am Freesendamm/Am Bahndamm Teil des Vorhabens. Außerdem wird an einigen Gehwegen die Freigabe für den Radverkehr aufgehoben, sodass lediglich Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr diese noch befahren dürfen.

Abseits der Gemeindestraßen wurde laut Sommer insbesondere der Bereich der Lahauser Straße in Höhe der Grundschule von den Eltern als „Problemstelle“ ausgemacht. Dazu habe es bereits ein Gespräch mit Vertretern der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gegeben, um weitere Schritte zu erörtern.

„Ein Teil der Maßnahmen ist umgesetzt“, sagt Sommer. Innerhalb eines Monats sollen – witterungsabhängig – Fahrbahnmarkierungen folgen und auch Schilder aufgestellt werden. Alles, was baulich sei, folge im Laufe des Jahres.

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