KGS Leeste

Guter Start fürs Großprojekt

Der erste Abschnitt der Bauarbeiten an der KGS Leeste selbst hat begonnen. Und bislang sind die Beteiligten zufrieden, sowohl vor Ort als auch die Planer. Das gilt für die Arbeiten wie auch für die Kosten.
18.10.2018, 17:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Stephen Kraut
Guter Start fürs Großprojekt

Die Sanierung der KGS Leeste läuft - zuerst stehen aber Abbrucharbeiten an. Nach dem Hattesohl-Trakt ist das nun auch im Hauptgebäude der Schule angesagt.

Remke Partner Innenarchitekten

Weyhe-Leeste. Die ersten Abbrucharbeiten zur Herrichtung der sogenannten Verfügungsfläche im Hattesohl-Trakt hatten bereits im Juli begonnen (wir berichteten), seit Anfang Oktober wird die Baustelle am Hauptgebäude der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste eingerichtet. Damit hat der eigentliche erste Abschnitt der Bauphase begonnen, die Mitte 2022 abgeschlossen sein soll. Und bisher kann Architektin Tanja Remke vermelden: „Wir liegen im Zeitplan.“ Und auch der Kostenrahmen sei momentan nicht komplett ausgefüllt. Beides aber könne sich auch noch ändern.

Im Hattesohl-Trakt seien bereits erste neue Rohrleitungen verlegt, auch die Trockenbauer ist laut der Architektin schon aktiv. Im November soll der Bereich fertig sein, sodass dort dann wieder praktischer Unterricht stattfinden kann. In die Verfügungsfläche, sprich die ehemalige Lehrküche, ist der Musikraum Anfang dieser Woche aber bereits umgezogen. „Es könnte schneller gehen, aber wir sind zufrieden“, sagt Remke zu den Arbeiten insgesamt, die auch die Qualität der ausführenden Firmen lobt. „Wir haben da wirklich Glück, sie arbeiten auch sehr sauber und besprechen sich gegebenenfalls mit uns“, nennt sie ein paar Punkte.

In der KGS selbst gehen nun die Abbrucharbeiten los, „wir haben alles markiert, was raus soll“, sagt Remke und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Bauarbeiter meinten schon, dass wir lieber hätten markieren sollen, was drin bleibt. Das wäre schneller gewesen.“ Denn auch dort wird einiges verschwinden. Für die Schüler sei das aber bislang kein Problem, wie die Architektin von einem Gespräch mit dem Schulleiter berichtet: „Herr Patzelt sagte, dass es bisher keinerlei Beschwerden gab.“ Dafür sorge unter anderem die Einrichtung von getrennten Eingängen für die Arbeiter und die Schüler. Aber auch die erstgenannte Gruppe ist mit der Atmosphäre bislang zufrieden. „Ich habe die Bauarbeiter gefragt, ob es schon Störungen gab. Sie sagten, dass bisher nichts vorgekommen sei“, so Remke. Das liegt, so vermutet die Architektin, auch an der Teilhabe der Schüler in der Planungsphase des Projektes. Außerdem wurden Gucklöcher in die Bauwände eingesetzt, sodass die Jungen und Mädchen den Verlauf der Arbeiten bei Bedarf selbst beobachten können.

Der Abbruch, so hofft Remke, wird bis zum Nikolaustag beendet sein. Das Leerräumen des bisherigen Musikraums sei eine gemeinschaftliche Arbeit von Lehrkräften, Hausmeister und Mitarbeitern des Bauhofes gewesen. „Das hat sehr gut funktioniert“, ergänzt sie. Die noch benutzbaren Materialien wurden entweder in den Keller oder zur Verfügungsfläche gebracht oder gespendet, etwa an Kindertagesstätten oder für die lettische Partnergemeinde Madona. Allerdings gebe es auch zwei große Herausforderungen bei den Arbeiten. „Wir sind zwar aktuell im Zeitplan, aber es bedarf nur einer Verzögerung, beispielsweise eines Lieferengpasses von Materialien, und das ändert sich“, betont sie. Die zweite Herausforderung sei das Bauen im Bestand. So wurden unter den Glasscheiben der Trennwände bereits geringe Mengen Asbest gefunden, wie Remke mitteilt. „Es ist nichts Dramatisches, wir haben das natürlich gemeldet und den Bereich abgesperrt, sodass nur die Bauarbeiter und wir hereinkommen“, versichert sie. Nun werde der Stoff fachgerecht entsorgt. Aber beim Bauen im Bestand könne es immer Überraschungen geben, die dann zu weiteren Kosten führen.

Die bewegen sich aktuell aber auf einem guten Niveau, wie die Architektin vorstellt. Für die derzeit laufenden Arbeiten wurden rund 5,33 Millionen Euro berechnet, momentan liegt man bei etwa 5,19 Millionen Euro – gerechnet allerdings ohne den zehnprozentigen Sicherheitszuschlag. Aber Remke betont noch einmal: „Das Ganze kann sich schnell ändern, auch durch eine teurere Ausschreibung.“ Die Vergaben der Aufträge laufen laut Remke übrigens auch sehr gut. 26 seien schon vergeben oder würden derzeit bearbeitet, etwa 15 Stück sind noch offen. „Auf jede Ausschreibung gab es zwischen drei und neun Angebote, sodass wir immer abwägen konnten“, berichtet sie. Dabei habe es sich bewährt, die Ausschreibungen komplett zu vergeben, also zum Beispiel den gesamten Trockenbau auf einmal auszuschreiben. So sei das Vorhaben entsprechend attraktiv für den Bieter, um auch ein günstigeres Angebot zu machen. „Langsam treffen auch die Termine der Gewerke ein, sodass wir da weiter planen können“, sagt Remke.

Geplant wird auch in Sachen Öffentlichkeitsbeteiligung. So soll am Donnerstag, 1. November, eine Infoveranstaltung in der Aula der Leester Grundschule stattfinden. Außerdem gibt es laut Remke den Plan, pro Jahrgangsstufe an der KGS einen „Botschafter“ zu ernennen, der die Baustelle regelmäßig begeht und in den Klassen darüber berichtet. Und ein Baustellenschild am Parkplatz soll auch folgen. Damit die Menschen einen Eindruck erhalten, was dort passiert, in der KGS.

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