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Hauptsache gesund

Er ist der neue Mann in der Innenverteidigung des TuS Sudweyhe: Jendrick Meissner bringt viel mit – und hofft, das endlich auch über einen längeren Zeitraum zeigen zu können.
01.08.2019, 17:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Hauptsache gesund

Jendrick Meissner hat sich beim TuS Sudweyhe innerhalb kürzester Zeit eingelebt. Mit seinem neuen Team will er in der Bezirksliga einen Schritt nach vorn machen.

Thorin Mentrup

Lange hat Jendrick Meissner nicht gebraucht, um beim TuS Sudweyhe anzukommen. „Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht“, sagt der 22-Jährige. Ein Fremder war er für viele beim TuS ohnehin nicht, als er im Sommer den Weg vom Bremen-Ligisten Brinkumer SV zum Bezirksligisten fand. Viele Spieler wie zum Beispiel Jason Traemann, Alexander Keskinsoy, Marvin Brüggemann oder auch Calvin Helms kennt er seit Jahren. Es sprach also sehr viel für Sudweyhe, als sich Meissner dafür entschied, dem Brinkumer Brunnenweg nach vier Jahren den Rücken zu kehren. Nach kurzer Zeit in seinem neuen Verein kann er bereits festhalten: „Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass das der richtige Schritt für mich ist. Das ist schon fast wie eine Familie.“ Meissner fühlt sich wohl beim TuS – und will seinem neuen Team nun mit guten Leistungen dazu verhelfen, nach einem eher enttäuschenden Jahr einen Schritt nach vorn zu machen.

Warum sich Sudweyhes Trainer Christian Mach sehr darüber freute, Meissner in seiner Mannschaft zu haben, liegt auf der Hand: Der 22-Jährige verfügt trotz seines jungen Alters bereits über viel Erfahrung, spielte beim JFV Nordwest aus Oldenburg in der Jugend-Regionalliga, stand dann vier Jahre lang seinen Mann in der Bremen-Liga. Mit seinen 1,95 Metern und dem breiten Kreuz strahlt der Innenverteidiger eine enorme Präsenz aus und verfügt darüber hinaus über ein gutes Auge und ein sauberes Passspiel. Kurzum: Meissner bringt alles mit, um beim TuS eine wichtige Rolle einzunehmen. „Das ist genau das, was ich will. Ich will Verantwortung übernehmen, mehr den Mund aufmachen, vorangehen und weiter zu einem Führungsspieler reifen“, startet er mit durchaus hohen Ansprüchen an sich selbst in die Saison. Weil der Zerspanungsmechaniker beruflich im anstrengenden Schichtdienst ran muss, entschloss er sich dazu, Brinkum, wo er unter Kristian Arambasic, Walter Brinkmann und Dennis Offermann viel gelernt hat, zu verlassen. „Aber ich wollte auch etwas Neues ausprobieren“, sagt er.

Vielleicht geht mit der Luftveränderung auch das Ende seiner ausgiebigen Verletzungshistorie einher. Meissners Potenzial haben alle seine Trainer gesehen, zeigen konnte er es allerdings viel zu selten. „Wenn ich mir meinen Platz erspielt hatte, kam eine falsche Bewegung und ich wurde direkt wieder ausgebremst“, erlebte er nur wenige längere Phasen vollkommen verletzungsfrei. Jetzt aber fühlt er sich fit, um konstant auf hohem Niveau zu spielen. „Das ist das, was ich mir am meisten wünsche: dass mich die Verletzungssorgen mal nicht begleiten“, unterstreicht er das Motto seiner Saison: hauptsache gesund.

Was in ihm steckt, hat Meissner in seinem ersten Pflichtspiel für den TuS bewiesen: In Wetschen erledigte er nicht nur seine Defensivaufgaben mehr als ordentlich, sondern erzielte auch den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1. Dabei war er in Brinkumer Zeiten nicht gerade als treffsicherer Verteidiger bekannt. Erst in seinem vorletzten Spiel markierte er gegen den TuS Schwachhausen sein erstes und einziges Tor in der Bremen-Liga. „Dass es jetzt direkt im ersten Pflichtspiel klappt, konnte ich mir auch nicht so recht erklären. Ich war sehr überrascht und wusste zunächst gar nicht so genau, was ich machen sollte“, gibt der Verteidiger zu und fügt lachend an: „Wahrscheinlich fehlt mir da einfach noch ein bisschen Erfahrung.“ Den einen oder anderen Treffer will er schon in nächster Zeit bejubeln. „Darauf hoffe ich natürlich und werde darauf auch mein Augenmerk legen. Ich werde versuchen, mehr als fünf Tore zu machen.“ Es ist ein ehrgeiziges Ziel, aber deshalb passt es auch zu Meissner.

Vielleicht gelingt ihm bereits beim Wiedersehen mit Wetschen ein weiterer Treffer. Trotz der 1:2-Niederlage im Pokal war der 22-Jährige mit dem Auftritt insgesamt sehr einverstanden. „Dafür, dass es das erste Pflichtspiel war, in dem wir alle zusammengespielt haben, war es eine sehr gute Leistung. Wetschen spielt natürlich einen guten Ball. Aber wir wissen jetzt noch genauer, wo sie ihre Stärken und wo sie ihre Schwächen haben. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass wir die Punkte in Sudweyhe behalten können.“ Das wäre der perfekte Start für den TuS, aber auch für Meissner persönlich. Gegen die Gäste will er aber nicht nur treffen, sondern auch seiner Hauptaufgabe als Verteidiger nachkommen: den Laden zusammenhalten „mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen“, wie er sagt. Denn auch dafür ist er nach Sudweyhe gekommen. Er will dem TuS Sicherheit verleihen und so einen Beitrag zu einer erfolgreicheren Saison als zuletzt, als Sudweyhe Elfter wurde, leisten. „Ich glaube schon, dass wir deutlich weiter oben mitspielen können“, ist er überzeugt. Wenn er fit bleibt, spricht wenig dagegen.

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