Siebte CD des Dididoktors Immer schön gerade bleiben

Der Dididoktor geht in die siebte Runde: Der frühere Arzt Dr. Diedrich Heumann aus Jeebel hat eine neue CD auf den Markt gebracht. In „Nu loot die nich verbögen“ geht es unter anderem darum, gerade zu bleiben.
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Von Maike Plaggenborg

Vor Rosensträuchern, an der Weser oder im Kornfeld: Der Dididoktor hat es wieder getan. Der Jeebeler Arzt im Ruhestand – formell Dr. Diedrich Heumann – hat sein inzwischen siebtes Album auf den Markt gebracht. Es hat den plattdeutschen Titel „Nu loot di nich verbögen“ und auf dem Cover ist der Hobbymusiker auch dieses Mal entsprechend sinnbildlich an einem Metallstangen-Gebilde zu sehen – mitten im Garten.

Den roten Faden an der Sache bringt der Ruheständler auf das Konzept „Weckruf-Lieder“ zusammen. Denn zu finden sind auf dem siebten Werk des früheren Internisten unter anderem Appelle – wohlgemeinte wohlgemerkt – etwa „Steh auf“, „Nu blah man nich“ oder eben, wie auch das Album heißt, „Nu loot di nich verbögen“. Wie er darauf gekommen ist? Wie es aussieht, passiert es ihm einfach. „Ich setze mich ans Klavier und fange an zu daddeln“, sagt Heumann, der bei seinen Liedern immer mit dem Refrain anfängt, so also auch beim Titelsong. „Behol den klooren Koppe un den gesunn Verstand, denn kummst du good torechte un föhrst nicht an de Wand“, heißt es in der Strophe. „Wir Menschen lassen uns alle verbiegen“, meint der Dididoktor. Obendrein appelliert er an die Moral und prangert an: Unmoral. „Es gibt viele Menschen, die betrügen auf Kosten der anderen“, sagt er. Zu finden im Text zu Lieder Nummer vier „Ik bin doch nicht blööd“. Darin geht es darum, „wie jeder so beschissen wird“. Aber es geht auch um „Gute-Laune-Lieder“, sagt Heumann. Auf Plattdeutsch wie auch Hochdeutsch aus den Genres Rock, Schlager, Pop, Klassik, Ballade und Walzer.

Heumann sorgt nicht nur auf musikalischer Ebene mit Keyboard, Akkordeon und Gesang dafür, dass es gut klingt. Auch textlich muss es flüssig sein. Er schreibt meistens im Jambus, sagt er. „Wenn man dichtet, muss man vom Versmaß ein bisschen was verstehen.“ „The Hook“, also der Haken, müsse gleich rüberkommen. Heumann hat sich mit dem Songschreiben befasst. Steht der Refrain, rankt sich die Strophe „wie eine Rose drumherum“. Der Rest kommt bei der Gartenarbeit, sagt der 80-Jährige. Die muss er dann schnell unterbrechen, rein ins Haus und aufschreiben, was ihm in den Sinn gekommen ist – bevor es weg ist. „Man ist ja auch nicht mehr neu“, meint Heumann und lacht, wie er es sehr oft tut.

188 Lieder hat er bis jetzt geschrieben, 17 sind es für dieses Album. Sie alle sind auf dem Computer gespeichert. Noten nämlich hat er keine. „Kann ich alles ausm Kopp“, scherzt Heumann. Die erste CD, die der Jeebeler 2008 mit einer Auflage von 500 Stück herausgebracht hat, ist inzwischen vergriffen. Frisch erhältlich dagegen ist das neue siebte Album bei der Buchhandlung Schüttert, Am Marktplatz 13, in Kirchweyhe. Zwei Tage lang sei er dafür im Studio gewesen. Und was produziert wurde, spielt er auch live, allerdings mit Ausnahmen. Politische Songs wie „Zu Besuch“ vom Album „Toversicht“ beispielsweise ist so eine. Darin geht es um Flüchtlinge. „Das spiele ich nicht öffentlich“, sagt Heumann. Denn: „Die Leute wollen Halligalli.“ Privat tritt er auf, ebenso wie jährlich im Kurpark Bruchhausen-Vilsen, am Familientag bei Weyhe total, im Kreismuseum Syke. Auf 15 bis 20 Auftritte kommt er etwa im Jahr. Und die bedeuten viel Aufwand für den 80-Jährigen. Seine Keyboard transportiert er ebenso wie die Musikmischanlage. Kurzum: Die Termine werden weniger, sagt Heumann und kündigt an: „Ich will nicht mehr so viel“.

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