Förderschulklasse zieht nach Lahausen Gemeindehaus wird Lernort

Das Gemeindehaus der Kirchweyher Kirchengemeinde in Lahausen ist derzeit eine Schule. Die Außenstelle der Janusz-Korczak-Förderschule im Nordkreis ist übergangsweise dort eingezogen.
11.12.2020, 17:12
Lesedauer: 2 Min
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Von Femke Liebich

Ob als bewährter Standort des Allerweltcafés, als Übungsraum für verschiedene Chöre oder als Unterrichtsstätte für Konfirmanden: Das Gemeindehaus in Lahausen ist als Ort der Begegnung fest etabliert. Seit den Herbstferien werden die Räume nun auch als Bildungsstätte und der Garten als Pausenhof genutzt. Der Schulverband Freistatt-Bethel nutzt das Areal der evangelischen Felicianus-Kirchengemeinde vorübergehend als Außenstelle der Janusz-Korczak-Förderschule im Nordkreis.

„Die erste Reaktion der Kinder war: Das ist hier ja gar keine richtige Schule“, sagt Förderschullehrer Jan Mohrmann. Immerhin fand der Schulbetrieb für die derzeit zehn Schülerinnen und Schüler aus Stuhr, Weyhe und Syke in den vergangenen zweieinhalb Jahren in den Räumen der Paul-Maar-Grundschule in Sudweyhe statt. „Nach den Sommerferien wurden unsere Klassenräume allerdings für den eigenen Schulbetrieb benötigt und deshalb mussten wir uns kurzfristig ein neues Domizil suchen. Die Alternative wäre gewesen, dass die Kinder täglich mehr als eine Stunde Schulweg auf sich nehmen müssen, um nach Freistatt zu kommen“, erklärt Schulleiter Heiner Thiemann. Mit Hilfe der eigenen Tische und Stühle sowie zwei Tafeln und zusätzlichem Lernmaterial ist es Jan Mohrmann und seiner Kollegin Lara Lüllmann aber rasch gelungen, eine angemessene Schulatmosphäre zu schaffen. „Mittlerweile haben wir uns gut eingelebt und die Schüler profitieren sogar von der zentralen Lage. Einige kommen jeden Tag mit dem Fahrrad“, sagt die Pädagogin.

Von Dauer soll diese Lösung aber nicht sein. „Unser Ziel ist es, zum nächsten Schuljahr wieder dauerhaft in feste Räumlichkeiten, im Optimalfall angrenzend an eine Grundschule im Nordkreis Diepholz, zu ziehen. Ich stehe dazu im regen Austausch mit der Gemeinde Weyhe und der Landesschulbehörde. Das Thema Integration in den allgemeinen Schulbetrieb spielt für unser pädagogisches Konzept hinsichtlich einer Rückschulung eine wichtige Rolle“, merkt der Schulleiter an. Der Schulverband Freistatt-Bethel unterstützt und begleitet Schüler in den sonderpädagogischen Schwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung an verschiedenen Standorten.

Aufgrund des Förderbedarfs werden die Schüler in kleinen Lerngruppen mit nur jeweils fünf Mädchen und Jungen unterrichtet. Der Schulbetrieb verläuft analog zu dem in anderen Grundschulen. „Der persönliche Kontakt zu uns als Bezugspersonen ist für die Kinder sehr wichtig. Außerdem brauchen sie feste Strukturen und Rituale und möglichst immer gleichbleibende Abläufe“, sagt Mohrmann. Letztere haben sich inzwischen sehr gut eingespielt. Neben Mathe, Deutsch und Sachunterricht wissen die Mädchen und Jungen vor allem in den freien Spielzeiten und den Pausen die Vorteile ihres neuen Standorts zu schätzen. „Der Tischkicker ist für sie das Allergrößte, ebenso wie der große Garten mit der Nestschaukel und viel Platz zum Fußball und Verstecken spielen. Auch die Legokisten und die Spiel- und Puzzlesammlung haben sie längst für sich entdeckt“, berichtet Lüllmann. Dazu nutzen sie die eigene Küche regelmäßig, um Lieblingsgerichte zu kochen. Wie anderswo auch bestimmt derzeit die Vorfreude auf Weihnachten den Schulalltag. „Wir haben kürzlich Plätzchen in Form der Anfangsbuchstaben der Kinder gebacken und natürlich singen wir auch Weihnachtslieder“, sagt Lüllmann.

Sehr zur Freude von Pastor Gerald Meier, der die Nutzung des Hauses als Win-Win-Situation bezeichnet. Meier: „Wegen Corona waren die Räume so gut wie verwaist. Ich freue mich, dass mit dem Schulbetrieb jetzt zumindest an den Vormittagen wieder Leben ins Gemeindehaus eingezogen ist.“

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