Sanierung KGS Leeste

Auf der Zielgeraden

Fünf von insgesamt sieben Bauabschnitten an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste sind inzwischen fertig. Im Sommer 2022 soll die umfangreiche Sanierung abgeschlossen sein.
01.05.2021, 15:16
Lesedauer: 3 Min
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Auf der Zielgeraden
Von Esther Nöggerath

Weyhe-Leeste. Das Piepen von Baumaschinen und das Hämmern von Werkzeug gehören für rund 1200 Schüler in Leeste schon seit einer ganzen Weile zum Schul-Alltag: Bereits seit drei Jahren nun schon ist die Kooperative Gesamtschule (KGS) Leeste eine Baustelle. Doch mittlerweile ist ein Ende der umfangreichen Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes in Sicht. Fünf der insgesamt sieben Bauabschnitte sind inzwischen abgeschlossen, wie Astrid Bruns, in der Weyher Gemeindeverwaltung für die Gebäudewirtschaft zuständig, bei einer Baustellenbegehung berichtete. „Die Bauabschnitte vier und fünf sind jetzt fertig“, erzählte sie. Die Arbeiten im vierten Bereich seien nach den Zeugnisferien in diesem Jahr beendet worden. Der fünfte Bauabschnitt, der neben mehreren Klassenzimmern auch naturwissenschaftliche Fachräume umfasste, wurde mit den Osterferien nun fertig.

Nun sind die Arbeiten in Bauabschnitt sieben angelaufen, der aufgrund des Brandschadens vorgezogen worden ist. „Wir waren wegen des Schadens lange mit der Versicherung in Verhandlung“, erklärte Bruns. Inzwischen sei jedoch alles geklärt und die Arbeiten dort konnten beginnen. „Wir können den Bereich jetzt normal sanieren wie die anderen auch“, so Bruns.

Derzeit wird in dem Gebäudeteil der Estrich aus dem Boden gebrochen. Denn der Estrich in der Schule ist teilweise nicht mehr brauchbar und muss ersetzt werden, was unter anderem zu deutlich höheren Kosten der Sanierung um rund 2,5 Millionen Euro führt (wir berichteten). Durch den Brand im vergangenen Herbst fallen die Kosten allerdings nicht noch weiter höher aus. „Das wird über die Versicherung abgewickelt, daher bleibt alles im Rahmen“, erklärte Bruns. Insgesamt sind mit den zusätzlichen 2,5 Millionen Euro für die Sanierung rund 18,5 Millionen Euro an Gesamtkosten anvisiert.

Wenn der Estrich weg ist, beginnen die Rohbauarbeiten, für die unter anderem auch die Fassaden rausgenommen und ersetzt werden. Danach erfolgen die Arbeiten im Bereich Elektro, Heizung und Sanitär, ehe es mit dem Innenausbau weiter geht. Die neue Innenraumgestaltung soll vor allem auch mehr Platz für Aufenthaltsmöglichkeiten der Schüler bieten. So sind auch bereits in den anderen Bauabschnitten die Flure teilweise deutlich vergrößert worden und bieten kleinere Sitzgruppen, aber auch Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler. „Die Aufenthaltsbereiche sind viel größer geworden“, erklärte Bruns.

Architektin Tanja Remke zeigte sich begeistert angesichts der Gestaltungsmöglichkeiten in der KGS Leeste: „Wir haben hier die Möglichkeit, ein einheitliches Gestaltungskonzept umzusetzen“, erklärte sie. In anderen Schulen sei ein einheitliches Konzept meistens nicht realisierbar, weil oftmals immer nur Teilbereiche auf einmal saniert würden. „Ich denke, das ist hier etwas, das sich auszahlt“, so Remke.

Im Obergeschoss der Schule mit den Klassenräumen dominieren nach der Sanierung nun vor allem helle, warme Farben das Bild: Industrieparkett ist auf dem Boden verlegt worden, die Sitzgelegenheiten sind ebenfalls aus hellem Holz, die teils mit Rottönen ergänzt werden. Glaswände teilen die einzelnen Jahrgangsbereiche voneinander, auf denen die Silhouetten von Schülern als Schutz dienen. „Die Bereiche sind alle gleich konzipiert, sodass sie auch für alle Schüler leicht verständlich sind“, erklärte Remke.

Und die Neugestaltung scheint anzukommen: „Die Schüler nehmen ihre Schule viel positiver wahr als vorher“, berichtete Remke. So habe man seit dem Umbau in den sanierten Bereichen bislang auch überhaupt keine Probleme mit Vandalismus gehabt.

Bereits Ende dieser Sommerferien soll auch der siebte Bauabschnitt fertig sein und wieder an die Schulleitung übergeben werden. Danach muss dann noch Bauabschnitt sechs erledigt werden. Beim zeitlichen Rahmen spielte den Verantwortlichen auch die Corona-Pandemie in die Karten. „Dadurch konnten wir im vergangenen Jahr einige Arbeiten vorziehen“, erklärte Bruns. Bis Mitte 2022 soll die umfangreiche Sanierung schließlich komplett abgeschlossen sein.

Info

Zur Sache

Brand im November

Im alten Trakt der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste war am 13. November 2020 mittags ein Feuer in einem Lagerraum ausgebrochen (wir berichteten). Zwei 13-jährige Schüler hatten den Brand verursacht, wie sich am Nachmittag des Tages herausstellte, als sich die Mutter eines der Kinder bei der Polizei meldete. Als das Feuer gegen 14 Uhr ausbrach, war bereits ein Großteil der Schulklassen im Wochenende, die restlichen Schüler und Lehrer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Verletzt wurde bei dem Brand, den die Feuerwehr rasch in den Griff bekommen konnte, niemand. Allerdings wurden 23 Räume der Schule durch das Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen und waren durch die Schäden zeitweise nicht mehr nutzbar.

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