Neubau an der Kirchweyher Straße Mehr Platz für Schachklub

Der SK Kirchweyhe braucht mehr Platz, um in der zweiten Bundesliga spielen zu können. Die 127-Schach-Stiftung hat daher das Grundstück an der Kirchweyher Straße 16 gekauft. Dort sollen auch Wohnungen entstehen.
06.07.2020, 17:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Johannson und Alexandra Penth

Viel übrig geblieben ist von dem Gebäude mit der Hausnummer 16 an der Kirchweyher Straße nicht. Mitte Juni waren dort die Bagger angerollt und hatten das Haus in seine Einzelteile zerlegt. Das Gebäude, in dem einst die Druckerei Köhler und Holgers Fahrschule untergebracht waren, wurden abgerissen und dem Erdboden gleich gemacht, jetzt ist dort nur noch eine Brachfläche zu sehen. Das soll aber nicht lange so bleiben. Denn die neuen Eigentümer des Grundstückes wollen dort neu bauen.

Der frühere Besitzer Günter Köhler hat sich in den Ruhestand verabschiedet und sich dazu entschieden, das Haus in Kirchweyhe zu veräußern. Als Käufer fand er die gemeinnützige 127-Schach-Stiftung, die große Pläne mit dem Grundstück vor hat und diese in naher Zukunft auch zügig umsetzen möchte. „Wir wollen eine neue, hochmoderne Spielstätte für den Schachklub Kirchweyhe entstehen lassen“, sagt Peter Orantek, Vorsitzender der 127-Schach-Stiftung.

Der Hauptgrund für den Neubau ist laut Orantek die sportliche Situation beim Schachklub (SK) Kirchweyhe, dessen erste Herren-Mannschaft aktuell in der Oberliga (dritte Liga) an der Tabellenspitze steht. „Wir wissen noch nicht, ob die Liga zwei Spieltage vor Schluss beendet wird. Wenn ja, würden wir in die zweite Bundesliga aufsteigen. Wenn nicht, sollten wir dennoch in der Lage sein, die beiden abschließenden Begegnungen erfolgreich zu gestalten“, erklärt Orantek. Da das mittelfristige Ziel der Sprung in die Eliteklasse des deutschen Schachsports ist, war der Verein zum Handeln gezwungen. Aktuell habe die Spielstätte des Schachklubs eine Gesamtfläche von 130 Quadratmetern. Das sei aber zu wenig. Denn der Verband fordert in der Bundesliga eine Mindestgröße der Spielfläche von 150 Quadratmetern. „Mit dem Neubau wären wir auch für die erste Bundesliga präpariert“, betont Peter Orantek und ergänzt: „Ich möchte keinen Druck aufbauen, aber die Spieler sagen ja von sich aus, dass sie gerne aufsteigen wollen.“

Zudem steht der SK Kirchweyhe im diesjährigen Pokalfinale und bewirbt sich auch als Austragungsort. Durch den Neubau an der Kirchweyher Straße könnten die Chancen auf den Zuschlag steigen. Der SK Kirchweyhe kämpft gegen die Stadt Magdeburg um die Ausrichtung der Spiele. Für die Endrunde haben sich die Schachspieler aus Kirchweyhe zusammen mit dem OSC Baden-Baden, Deizisau Stuttgart und der Schachgemeinschaft Leipzig qualifiziert. Der SK Kirchweyhe gilt als Außenseiter. Wann und ob das Turnier stattfinden kann, steht laut Orantek aber derzeit noch aus.

Neben der neuen Spielfläche für den Schachklub, die im Erdgeschoss des Neubaus entstehen soll, werden im Haus auch noch zwei weitere Gewerbeeinheiten (eine Hälfte im Erdgeschoss und im zweiten Stockwerk) sowie zusätzlicher Wohnraum im zweiten und dritten Stockwerk entstehen. „Alle Wohnungen werden hochmodern angefertigt. Wäre das Haus schon heute fertig, wäre der Wohnraum sofort vergriffen, wie zum Beispiel an Schachspieler, die oben wohnen und unten spielen wollen“, ist sich Orantek sicher. Die Planung des Neubaus liegt in den Händen des Syker Büros Proklima-Bau, das dafür sorgen soll, dass der Energiebedarf in dem Neubau rein aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Was nicht selbst produziert wird, wird in Form von Ökostrom von der Naturstrom AG bezogen. „Bei diesem Neubau sind Erdwärme und Fotovoltaikanlagen angedacht, eine Brennstoffzelle vielleicht“, beschreibt Projektplaner Ralf Borchers das Vorhaben. Vorbild sollen zwei Häuser auf der dem geplanten Neubau gegenüberliegenden Straßenseite sein. Die Hausnummern 77 und 83 hat Borchers nämlich als Bauträger bereits umgesetzt. Dort waren zehn und 17 Wohneinheiten in Kohlenstoffdioxid-freier Bauweise entstanden.

Der Abriss des bisherigen Gebäudes an der Kirchweyher Straße 16 sollte eigentlich schon im Frühjahr 2019 über die Bühne gehen, doch damals waren der 127-Schach-Stiftung die Kosten für den Abbruch noch zu hoch gewesen. „Wegen Corona hat uns eine Abrissfirma jetzt ein verbessertes Angebot gemacht, sodass wir nur 30 000 statt 50 000 Euro bezahlen mussten“, sagt Peter Orantek. Nach dem erfolgreichen Abriss soll nun weiter Fahrt aufgenommen werden, schließlich soll der Neubau mit drei Stockwerken und einer Gesamtfläche von 900 Quadratmetern spätestens im Oktober 2021 fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten für dieses Projekt geht in die Millionenhöhe: „Die Stiftung wird mindestens eine Million Euro investieren“, betont Orantek und ergänzt: „Aber sie verfügt über das nötige Geld, und für sie ist es eine Immobilienanlage.“


Wer Fragen zu den Bauplänen hat, kann Peter Orantek, den ersten Vorsitzenden des Schachklubs Kirchweyhe, unter der Rufnummer 0 50 86 / 83 37 erreichen.

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