Kommune vergibt Auszeichnung

Von vierfachem Ehrenamt und Tränenrührung: Weyher des Jahres gekürt

Die Preisträger der Verleihung Weyher beziehungsweise Organisation des Jahres 2019 stehen fest. In der Verleihung hat die Gemeinde Manfred Soboll und den Verein Sudweyher Bahnhof gewürdigt.
24.09.2021, 17:46
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von vierfachem Ehrenamt und Tränenrührung: Weyher des Jahres gekürt
Von Maike Plaggenborg

Weyhe. Tränen und selbstredend Applaus: Nach der coronabedingten Pause im vergangenen Jahr hat nun die Verleihung der Auszeichnung zum Weyher des Jahres 2019 und zur Weyher Organisation des Jahres 2019 stattfinden können. Die Jury hat sich für Manfred Soboll und den Verein Sudweyher Bahnhof entschieden.

"Damit habe ich nicht gerechnet. Es ist eine Ehre für mich", sagte Soboll über die Auszeichnung von der und in der Gemeinde, in der er seit mehr als 60 Jahren lebt. "Das erfüllt mich mit Freude und Stolz." Dazu bedankte er sich bei seiner Frau, die ihm "den Rücken freigehalten" habe sowie bei seiner Familie. "Ohne Rückhalt in der Familie kann intensive Ehrenamtsarbeit nicht geleistet werden", sagte er. Der 70-Jährige engagiert sich auf vier Ebenen. Seit 2014 ist er für die Außenstelle Landkreis Diepholz des Weißen Rings zuständig. Die Organisation bietet Hilfe für Opfer von Straftaten und ihre Familien. Auf die Mitarbeit dort war er durch den Markt der Möglichkeiten der Freiwilligenagentur Zeitspende und der Gemeinde Weyhe gekommen, auf dem sich Vereine und Organisationen vorstellen.

Beim Weißen Ring habe er Leute wieder aufgerichtet, sagte Bürgermeister Frank Seidel (SPD) in seiner Rede zur Verkündung des Preisträgers. "Mitstreiter bescheinigen ihm eine empathische Art." Außerdem sei er ein kreativer und intensiver Kümmerer, "der stets außerordentlich rege agiert", heißt es von Gemeindeseite. "Diese Eigenschaften machen ihn zum Glücksgriff für den Verein", so Seidel, der zu Sobolls Überraschung während der Verleihung verkündete, dass der Weyher nun zum stellvertretenden Leiter für die Außenstelle Landkreis Diepholz ernannt wurde.

Darüber hinaus ist Soboll Fahrer für den Bürgerbus-Verein und seit 2019 auch zweiter Vorsitzender dort. Aus dem Vorstand allerdings habe er sich inzwischen zurückgezogen, sagte der 70-Jährige mit Blick auf den hohen Kraftaufwand für die Tätigkeit. Aus gesundheitlichen Gründen könne er derzeit auch nicht als Fahrer aktiv sein.

Das dritte Ehrenamt ist Sobolls Funktion als Leiter der Vorstands-Arbeitsgruppe "Neuer Bus – alternative Antriebe", die Perspektiven ohne Dieselkraftstoff aufzeigen und somit den Weg zu einer ökologischen Gemeinde mit ebnen soll. Viertens ist der Weyher der Jahres 2019 Ansprechpartner der Nachbarschaft im Quartier Kirchweyher Forum und als solcher eine "wichtige Kontaktperson insbesondere für die älteren Menschen im Ortsteil", hieß es weiter. "Manfred Soboll ist wahrlich einer, der sich gerne einbringt", so Seidel über den Geehrten, der aus einer Gruppe von 15 Vorschlägen ausgewählt wurde.

Fünf waren es bei der Wahl der Organisation des Jahres 2019. Dort ging die Auszeichnung an den Verein Sudweyher Bahnhof – Kunst und Kultur am Gleis. "Über Jahrzehnte steckte er in einem Dornröschenschlaf" und sei inzwischen ein "beliebter Treffpunkt für Weyhe" geworden, sagte Seidel in seiner Ansprache über das historische Gebäude, das der Verein vor fünf Jahren als Bauruine angefangen hatte zu sanieren und zu restaurieren. Weyhe habe von Beginn an unterstützt. "Mehr als 120 Mitglieder hat das Quartett gewinnen können", so Seidel über den anwesenden Vorstand bestehend aus Christine Burda (Vorsitzende), Sönke van Hoorn (zweiter Vorsitzender), Andreas Gründemann (Kassenwart) und Antje Kiel – bei der Verleihung vertreten durch Karin Wetjen.

50 bis 60 weitere Helfer zu den 120 helfenden Mitgliedern habe es bei den Arbeiten gegeben, berichtete Burda, darunter Handwerker und Gärtner. Stellvertretend für sie alle nehme sie die Auszeichnung entgegen, wie sie unter Tränenrührung sagte. "Wir haben gesagt, wir haben einen Traum, wir haben eine Vorstellung", erklärte sie dem Publikum die Motivation von vor fünf Jahren, für die es seinerzeit nicht nur Befürworter gegeben hatte.

Rund 300.000 Euro habe die Aufbereitung des Gebäudes schließlich gekostet, wie Gründemann sagte. Die Gemeinde habe 100.000 Euro beigesteuert, weitere Mittel kamen vom Land, vom Bund und aus der EU – noch dazu viele Spenden, auch während der Corona-Zeit, wie Burda sagte. Davon seien Möbel für die Außenterrasse angeschafft worden. Jetzt sei der Sudweyher Bahnhof "ein Begegnungsort für alle".

Vor fünf Jahren hätten sie angefangen "und jetzt stehen wir im Goldenen Buch der Gemeinde", sagte Burda. Es war anstrengend, aber hat auch ganz, ganz viel Spaß gemacht. Ihr Stellvertreter van Hoorn bedankte sich bei seiner Frau, "weil ich jeden Samstagmorgen da gearbeitet habe". Gründemann äußerte den lang ersehnten Wunsch, irgendwann in der Buchreihe "Weyhe im Wandel der Zeit" des ehrenamtlichen Gemeindearchivars Wilfried Meyer vorkommen zu wollen. "Da stehe ich jetzt drin", sagte er. "Die Auszeichnung ist was Großes", sagte Burda nach der Verleihung.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+