Betriebsausschuss des Landkreises

Grünes Licht für VHS-Umzug ins neue Kultur- und Bildungszentrum Leeste

Während das neue Kultur- und Bildungszentrum am Henry-Wetjen-Platz in Leeste immer mehr Gestalt annimmt, hat der Betriebsausschuss des Landkreises nun grünes Licht für die Nutzung der Räume von der VHS gegeben.
19.03.2021, 17:15
Lesedauer: 3 Min
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Grünes Licht für VHS-Umzug ins neue Kultur- und Bildungszentrum Leeste
Von Esther Nöggerath

Das neue Kultur- und Bildungszentrum am Henry-Wetjen-Platz in Leeste nimmt immer mehr Gestalt an. Das Erdgeschoss ist mittlerweile fertig, etwa ein Drittel der Decke ist laut aktueller Auskunft des Fachbereichs Bau und Liegenschaften inzwischen betoniert. Im Anschluss soll das Obergeschoss gemauert werden, sodass voraussichtlich bereits im April die Zimmerarbeiten folgen können.

„Plan ist weiterhin, dass das Gebäude Anfang 2022 soweit steht, damit es an die Einrichtung gehen kann“, erklärt Gemeindesprecher Sebastian Kelm. Die Einrichtung selbst dürfte dann etwa weitere drei Monate in Anspruch nehmen, sodass eine komplette Fertigstellung des Gebäudes für Frühsommer 2022 anvisiert wird.

Rund 6,5 Millionen Euro kostet das Vorhaben insgesamt, knapp fünf Millionen davon werden vom Land gefördert. Bislang bleiben die Kosten laut Kelm im geplanten Rahmen. „Rund 80 Prozent der Aufträge sind bereits vergeben.“

Wie berichtet, soll in das neue Gebäude neben der Gemeindebibliothek auch die Volkshochschule (VHS) aus Weyhe einziehen. Dafür hat nun auch der Betriebsausschuss der Volkshochschule des Landkreises Diepholz grünes Licht gegeben. In ihrer Sitzung am Donnerstag stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig für den Abschluss eines Überlassungsvertrages mit der Gemeinde über die Nutzung eines Gebäudeteils als Bildungsstätte der VHS.

Demnach wird dem Landkreis rund 477 Quadratmeter für die VHS-Nutzung zur Verfügung gestellt, inklusive Gemeinschaftsfläche wie Flurbereiche, Toiletten oder Technikräume. Damit wird die VHS künftig 28,34 Prozent des Gesamtgebäudes in Beschlag nehmen, wie Erster Kreisrat Wolfram van Lessen den Politikern in der Sitzung erklärte. „Die Gemeinde wird Eigentümer bleiben“, betonte er. Mit dem Landkreis soll aber kein Mietvertrag, sondern ein Nutzungsüberlassungsvertrag abgeschlossen werden, sodass auch eine langfristige Nutzung durch die VHS gewährleistet werden kann.

Für 25 Jahre gilt die Nutzungsüberlassung, für die der Landkreis lediglich eine Gebühr von rund 350.000 Euro im Voraus bezahlt. „Das ist ein sehr, sehr günstiges Ergebnis“, erklärte van Lessen mit Blick auf die 25 Jahre Laufzeit, für die so lediglich eine Monatsmiete von 2,45 Euro pro Quadratmeter anfallen würden. Möglich sei dies nur, weil es der Gemeinde gelungen sei, eine große Fördersumme des Landes für das Projekt zu bekommen. „Das ist ein ganz großer Erfolg“, sagte der Erste Kreisrat.

Damit die Volkshochschule auch nach den 25 Jahren weiterhin in den neuen Räumlichkeiten am Henry-Wetjen-Platz bleiben kann, räumt die Gemeinde dem Landkreis für die danach folgenden 74 Jahre zudem ein Teilerbbaurecht ein, das im Jahr 2047 beginnen soll. Auch für diese zweite Phase bezahlt der Landkreis im Voraus: Einen Pauschalbetrag von 200.000 Euro. „Unser Ziel ist es, uns langfristig zu binden“, erklärte van Lessen, der auch mit dem Gesamtbetrag von 550.000 Euro, die der Landkreis für die Nutzung der Räumlichkeiten für die nächsten 99 Jahre zahlt, zufrieden ist. „Dafür hätten wir es nicht selber bauen können“, sagte er.

Weitere Kosten könnten jedoch auf den Landkreis im Laufe der Jahre irgendwann zukommen, da sämtliche Renovierungs- und Instandhaltungskosten, die die Räume für die VHS betreffen, während der gesamten Nutzungsdauer durch den Landkreis getragen werden. Gleiches gelte anteilig auch für die Gebäudeteile, die die VHS zusammen mit der Gemeinde im Kultur- und Bildungszentrum nutzt sowie hinsichtlich des Gesamtobjektes (wie etwa der Erneuerung des Daches oder der Heizung).

Landrat Cord Bockhop zeigte sich ebenfalls erfreut über die nun gefundene Lösung für die Nutzung der Räume durch die VHS. „Wir sind froh, dass wir uns letztendlich einigen konnten, weil wir doch mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen gestartet sind“, erklärte Bockhop. „Wir wollen uns auch dauerhaft vor Ort wiederfinden.“

Auch die Gemeinde Weyhe hat nach Angaben von Cord Bockhop bereits im Verwaltungsausschuss über das Thema beraten und grünes Licht dafür gegeben. Nach dem Betriebsausschuss des Landkreises müssen nun noch der Kreisausschuss am Freitag, 26. März, und abschließend dann der Kreistag am 26. April ihr Okay für den Abschluss des Überlassungsvertrages mit der Gemeinde geben.

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