Fußball

„Ich bin immer vom Platz gerannt“

Lennart Kirsch hat sich wunderbar integriert und sich auf Anhieb einen Stammplatz beim Kreisligisten TSV Weyhe-Lahausen gesichert.
31.01.2021, 18:30
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„Ich bin immer vom Platz gerannt“
Von Jannis Klimburg

„Ich hätte gesagt: Du spinnst doch“, antwortete Lennart Kirsch auf die Frage, ob er vor der Saison mit so vielen Einsätzen beim TSV Weyhe-Lahausen gerechnet hätte. Der Jungspund hat sich beim Fußball-Kreisligisten in der laufenden Saison zum Stammspieler entwickelt, stand in acht der insgesamt neun gespielten Begegnungen auf dem Platz. Daran war vor der Saison aus zweierlei Hinsicht nicht mit zu rechnen. Schließlich absolviert der 19-Jährige seine erste Saison im Seniorenbereich, kam aus der Jugend des JFV Weyhe-Stuhr. Außerdem hatte sich Kirsch gegen Ende der vergangenen Spielzeit verletzt – Probleme mit der Leiste. Doch schnell hat sich der Linksverteidiger rehabilitiert und Trainer Thorsten Eppler scheint seinem Schützling viel Vertrauen zu schenken.

Das Kicken begann Kirsch im Alter von sechs Jahren bei seinem Heimatverein TuS Sudweyhe. Doch anders als die vielen Mitspieler war nach einer Saison erst einmal wieder Feierabend mit Fußball. „Ich bin irgendwie immer vom Platz gerannt während des Spiels. Ich habe mich nicht wirklich getraut“, schmunzelt Kirsch. Doch das schnelle Comeback sollte nur drei Jahre später erfolgen. Der zweite Versuch beim TuS Sudweyhe in der D-Jugend, bevor ein Jahr später dann die Spielgemeinschaft mit dem TSV Weyhe-Lahausen gebildet wurde. Nun fand er sich immer mehr zurecht, agierte schon in jungen Jahren als Linksverteidiger. „Oder eben mal als linker Mittelfeldspieler“, wie er erzählt. In der C-Jugend wurde dann der JFV Weyhe-Stuhr gebildet, „Ich habe mich direkt total wohlgefühlt und wollte deshalb auch nicht mehr wechseln.“

In der A-Jugend kam es dann zum Höhepunkt. Der JFV Weyhe-Stuhr duellierte sich in der Verbandsliga mit qualitativ hochwertigen Gegnern. „Das Tempo war immer extrem hoch, auch wenn wir gegen den Abstieg gespielt haben“, betont Kirsch. Aber der angehende Abiturient verletzte sich schwer, zog sich erst einen Bänderriss am Fuß zu und hatte dann auch noch im weiteren Verlauf Probleme mit der Leiste. „Fünf Monate lang konnte ich kein Sport machen, das war schon eine schwierige Zeit für mich“, berichtet Kirsch, den es zu Beginn der laufenden Saison dann zum TSV Weyhe-Lahausen zog. „Wir haben in der A-Jugend bereits bei Thorsten (Eppler, Trainer des TSV, Anm. d. Red.) mittrainiert und das hat mir total gut gefallen. Außerdem gehören auch einige Kumpels mit zum Kader.“

Auf Anhieb entwickelte sich der 19-Jährige zum Stammspieler bei den Schwarz-Weißen, war die Nummer eins für die Position hinten links in der Viererkette. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Umso erfreulicher ist es, dass ich jetzt so viel Spielzeit bekommen habe“, betont Kirsch. Auch für Eppler war der Youngster eine große Überraschung: „Er brachte schon ein gutes Zweikampfverhalten mit und konnte sich direkt an die Körperlichkeit im Seniorenbereich gewöhnen. Damit haben viele Jugendspieler eigentlich noch Probleme. Lennart aber nicht. Von Anfang an war er mit viel Ehrgeiz und Eifer bei der Sache.“

So kam es, dass Kirsch in den bisher gespielten neun Partien acht Mal auf dem Platz stand. Auch weil es auf der Position nur wenig Alternativen gibt. Torben Hellmuth könnte auch noch als Linksverteidiger auflaufen, war zu Beginn der Spielzeit aber auch noch verletzt. Und dann startete Kirsch eben voll durch. Er ist jetzt aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Auch wenn der Verteidiger noch an einigen Schwächen arbeiten muss, wie Eppler betont: „Er muss sich in der Offensive noch viel mehr zutrauen. Zum Beispiel sich mehr einschalten und die Bälle noch mehr fordern.“

Für die Zukunft hat sich Lennart Kirsch noch hohe Ziele gesetzt. Und das beim TSV Weyhe-Lahausen. „Natürlich möchte ich meinen Stammplatz behalten. Außerdem wollen wir mit der Mannschaft die Aufstiegsrunde erreichen. Dafür sind wir ja schon in ganz guter Position“, unterstreicht der Fan des SV Werder Bremen, der als Vorbild Marco Friedl von den Grün-Weißen nennt. „Es ist mein Ziel, so schnell wie möglich in der Bezirksliga aufzulaufen. Und das eben am liebsten mit dem TSV.“

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