Lions Club Bremer Süden Auf der Suche nach neuen Wegen

Die Corona-Pandemie ist auch für den Lions Club Bremer Süden keine einfache Zeit. Der Verein steht nun unter neuer Präsidentschaft und sucht nach Wegen, Spenden zu akquirieren.
08.08.2021, 16:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Ina Ulbricht

Weyhe. Die Scheu vor lebensrettenden Herzrhythmusmassagen abbauen – das ist das Ziel des neuen Präsidenten des Lions Club Bremer Süden, Andreas Schreckenberg. Aber auch andere Themen will der Internist und Kardiologe in seiner einjährigen Amtszeit angehen. Schließlich sei das vergangene Jahr sehr durch die Corona-Pandemie beeinflusst gewesen, sagt sein Vorgänger, Nils Otto. „Ab Oktober gab es nur noch Zoom-Meetings“, berichtet dieser. Hinzu gekommen sei der gesamte Wegfall von öffentlichen Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren. „Dabei generieren wir eigentlich das Geld für unsere Spenden“, gibt Otto zu bedenken. "Trotzdem haben wir kein Minus aufgrund der guten Wirtschaftsarbeit des Clubs in den Jahren davor." So habe man auch in der jüngsten Zeit bedürftige Familien unterstützen können.

Vor allem die Weihnachtshilfe für Kinder sei dabei ein großes Thema, berichtet der scheidende Präsident. „Wir fördern jedes Jahr etwa 200 Weihnachtsgeschenke für Kinder im Weyher Bereich“, so Otto. Aber auch die Bremer Bahnhofsmission werde sowohl während der Feiertage als auch im Rest des Jahres vom Lions Club Bremer Süden unterstützt.

Eine weitere große Förderung sei die Mitfinanzierung eines neuen Fahrzeuges für die Syker Tafel gewesen, erzählt Nils Otto. Seit Anfang des Jahres sammelt der Club zudem Spenden an einem Pfandautomaten eines Kirchweyher Supermarktes. „Die Kunden können dort ihren Pfandbon spenden“, erläutert der ehemalige Clubpräsident. Dabei seien innerhalb von fünf Monaten rund 1000 Euro Spenden zusammengekommen. Für die Herbstmonate sei dort zudem ein Infostand geplant, an dem die Lions-Club-Mitglieder erklären, wofür sie ihre Spenden einplanen, verrät deren Pressesprecher Jürgen Lemmermann.

Auch intern rücken die Lions wieder enger zusammen. Seit sechs Wochen treffen sich die Mitglieder wieder zu Präsenzsitzungen, wie sie erzählen. „Ich freue mich auf das Wir-Gefühl“, sagt der neue Präsident Andreas Schreckenberg vor diesem Hintergrund. Dennoch sei es schwer, zeitnah Veranstaltungen zu planen. Aufgrund der Pandemie musste im vergangenen Jahr das Weinfest ausfallen, das der Lions Club alljährlich in Eigenregie organisiert. Und auch in diesem Jahr werde die beliebte Veranstaltung nicht stattfinden, so Schreckenberg weiter. Das sei organisatorisch nicht zu meistern. Aber: „Wir überlegen ein Weinfest 2.0 im kommenden Jahr vielleicht woanders zu organisieren“, verrät er. Ein Grund dafür, neben Corona, sei die Kollision mit der Veranstaltung Summer in the City, die fast zur gleichen Zeit auf dem Kirchweyher Marktplatz stattfinden würde, ergänzt Nils Otto. Das sei vorher nicht der Fall gewesen und hänge mit der Ferienzeit zusammen. „Das Weinfest ist unsere größte Einnahmequelle“, so Otto. „Alle Beteiligten haben unentgeltlich gearbeitet und der gesamte Überschuss ist in unseren Spendentopf gegangen.“

Generell müsse man viele Veranstaltungen noch einmal auf den Prüfstand stellen, so Jürgen Lemmermann. „Es ist jetzt das zweite Jahr, in dem nichts reinkommt“, sagt er. Denn auch die alljährliche Tombola konnte coronabedingt nicht stattfinden. „Deswegen sind wir froh, dass die Pfandbon-Aktion sehr erfolgreich angelaufen ist“, ergänzt Nils Otto. „Wir überlegen, was wir sonst noch tun können, um Geld zu generieren.“ Man hoffe, die Tombola im kommenden Jahr auf dem Frühjahrsmarkt wieder anbieten zu können, so Otto.

Eine neue Aktivität kann der neue Präsident bereits verkünden. Die sei allerdings nicht regional. „Das ist untypisch für uns“, sagt er. 3000 Euro gingen an einen Berliner Schreiner, der die Opfer der Flutkatastrophe unterstütze. „Er hilft 30 Familien vor Ort, ihre Häuser winterfest zu machen und stattet sie mit Werkzeug aus“, so Schreckenberg.

Sein Hauptziel, seinen Lions-Kollegen die Scheu vor einer Herzdruckmassage zu nehmen, verliert er neben allem anderen nicht aus den Augen. „Nach vier Minuten sinkt die Wahrscheinlichkeit der Wiederbelebung um zehn Prozent“, gibt der Arzt zu bedenken. Gleichzeitig sollen die Lions lernen, die Akut-Defibrillatoren zu bedienen, die im gesamten Landkreis verteilt und mit der App „Defikataster“ zu finden sind. „Diese beiden Themen möchte ich ins Gedächtnis bringen“, betont er. Zunächst innerhalb des Clubs. „Ich könnte mir aber auch vorstellen, das Thema öffentlich zu platzieren“, sagt der Arzt.

Info

Weitere Informationen zum Lions Club Bremer Süden sind im Internet unter www.lions.de/web/lc-bremen-bremer-sueden zu finden.

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