50 Jahre SV Dreye

Mit Kreativität, Loyalität und Initiative

50 Jahre SV Dreye: Das bedeutet nicht nur, dass der Verein die Erwartungen von außerhalb um ein Vielfaches übertroffen hat, sondern ist auch der Beweis, dass sich Kreativität und Initiative auszahlen.
29.10.2018, 17:46
Lesedauer: 3 Min
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Von Stephen Kraut
Mit Kreativität, Loyalität und Initiative

Ein halbes Jahrhundert ist ihr Verein nun alt: Vorsitzender Eike Purnhagen (von links), sein Vorgänger Heinrich Schöning, Korbballspielerin Nele Hielscher, der frühere zweite Vorsitzende Ludwig Häfker und der ehemalige Schriftführer Hans-Ehrenfried Budde.

Janina Rahn

Weyhe-Dreye. „Als wir angefangen haben, gab man uns fünf Jahre“, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende Heinrich Schöning an die Anfänge des SV Dreye. Das ist nun 50 Jahre her, den Verein gibt es immer noch. Auch wenn die Verantwortlichen im Laufe der Jahre teilweise ungewöhnliche Wege gehen mussten, um allen Widrigkeiten zu trotzen. Aber gerade deshalb sind sie durchaus stolz auf ihren SV Dreye.

„Eigeninitiative war immer notwendig“, betont der frühere zweite Vorsitzende Ludwig Häfker. Aber auch tatkräftige Unterstützung von verschiedenen Seiten war ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung des Vereins. „Wir hatten alles, nur keinen Sportplatz“, erinnert er sich an die Anfangszeit. In Aussicht hatte man zwar einen Platz an der Gaststätte Im Krug zum grünen Kranze, „aber das erste Training hatten wir auf einer gemähten Wiese am Wieltsee“, berichtet Häfker. Doch der TuS Sudweyhe bot seine Hilfe an, die Dreyer konnten ihre Heimspiele zunächst dort austragen – der Anfang einer engen Verbindung, die bis heute anhält, wie Vorsitzender Eike Purnhagen mitteilt. Zwei Spielgemeinschaften gebe es noch immer mit den Sudweyhern.

Der erste eigene Platz wurde dann in Eigeninitiative hergerichtet, auch in späteren Jahren, wie Häfker weiter berichtet: „Der damalige Torwart hat seinen Urlaub geopfert, um da zu graben, wo die Kabel für die Flutlichtanlage hin mussten“, nennt er ein Beispiel. Vor allem aber habe der Verein die Pessimisten mit sportlichen Erfolgen in der Fußballabteilung überrascht. „Wir sind ein kleiner Ort, es gab nur die Straße und links und rechts ein paar Häuser“, erklärt der ehemalige zweite Vorsitzende die vielerorts geringen Erwartungshaltungen für den SV Dreye.

Einen großen Einschnitt im Vereinsleben gab es, als der Krug zum grünen Kranze – immerhin das Vereinslokal – schloss und der SV Dreye an die Kirchweyher Straße umzog. „Da agierte der Verein sehr weise und stellte direkt klar, dass wir einen eigenen kleinen Raum brauchen“, sagt Häfker. Und so errichteten die Mitglieder eine entsprechende Unterkunft – natürlich wieder in Eigenleistung. „Das Vereinsleben hat unter der Schließung des Krugs aber trotzdem gelitten“, stellt er klar. Das sei allerdings ein Problem vieler Vereine, ergänzt der ehemalige Schriftführer Hans-Ehrenfried Budde. Das sieht auch Schöning so: „Das ist ein allgemeiner Trend.“

Trotzdem ist es für den SV Dreye aufgrund der Struktur des Ortsteils stets schwierig gewesen, neue Mitglieder zu bekommen. Deswegen entschloss man sich laut Purnhagen früh dazu, abgesehen vom Fußball nicht auf die ganz großen Sportarten zu setzen. „Das Turnen war von Anfang an dabei, etwas später kam Korbball sehr erfolgreich dazu“, berichtet Nele Hielscher, selbst Korbballspielerin und zu großen Teilen für die Festschrift zum aktuellen Jubiläum verantwortlich. Wobei das erste Korbballtraining sogar im Saal der ehemaligen Vereinsgaststätte stattgefunden habe. „Dann ging der Kampf um Hallenzeiten los“, erinnert sich Häfker. Teilweise seien die Sportler bis nach Lahausen und Erichshof gefahren, um zu trainieren. Erst mit dem Bau der eigenen Halle änderte sich das.

Zu den neueren Sportarten gehört beim SV Dreye auch das Bogenschießen. „Sie wirkten zuerst wie kleine Exoten, aber sie passen sehr gut in unseren Verein“, betont der ehemalige zweite Vorsitzende. Zu den eher ungewöhnlichen Angeboten gehört laut Hielscher darüber hinaus auch Schlingentraining, eine Ganzkörpermethode mit Seilen.

Obwohl sich die Verantwortlichen zuweilen mehr Zuspruch von den Dreyern wünschen würden, loben sie ausdrücklich die Loyalität vieler Mitglieder und Übungsleiter. „Ohne die treuen Männer und Frauen würde das gar nicht funktionieren“, stellt Häfker mit Blick auf die zweitgenannte Gruppe klar. Aber auch den Mitgliedern gebühre ein Lob, schon den Kindern. „Sie verbringen so viel Zeit im Bus“, sagt er mit Blick auf die eher abseits gelegene Sportanlage. In Sudweyhe etwa seien Schule, Kita und Sportanlage direkt beisammen. Und trotzdem gehören derzeit rund 300 Mitglieder zum SV Dreye; in Spitzenzeiten waren es allerdings fast 500. „Wir haben 1000 Ideen, aber die Leute müssen auch kommen“, merkt Häfker dazu an. Viele Angebote würden von Externen eher mäßig angenommen.

Aber trotzdem – oder gerade deshalb – sei man sehr stolz darauf, die 50 Jahre geschafft zu haben, betont Schöning. Am 3. November soll das im Weyher Theater mit den Mitgliedern und weiteren Gästen gefeiert werden. Aber Purnhagen blickt auch in die Zukunft: Das Thema Sportplatz-Entwässerung beschäftigt den Verein schon länger. Und auch in Sachen neue Angebote werde man die Augen offen halten. Aber was auch passiert, der Verein hofft weiter auf die maßgeblichen Tugenden: Loyalität und Eigeninititative.

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