Bürgerbus Weyhe

Neues Gefährt mit vertrauter Optik

Der Bürgerbusverein in Weyhe stellt sein neues Fahrzeug vor. Die Vorsitzende, Regine von Larcher, schwärmt von einer positiven Entwicklung und auch Bürgermeister Frank Seidel lobt das Engagement.
22.01.2020, 17:55
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Von Niklas Golitschek
Neues Gefährt mit vertrauter Optik

Alte Linie, neues Fahrzeug: Bürgermeister Frank Seidel (links), die Vereinsvorsitzende Regine von Larcher und Fahrer Jürgen Borchers sehen sich die neue Errungenschaft des Bürgerbusvereins an, die fortan zwischen Erichshof und Sudweyhe unterwegs ist.

Niklas Golitschek

Weyhe. Fünf Jahre und 250 000 Kilometer – beim Bürgerbus in Weyhe hat erneut ein Fahrzeug seinen Dienst getan. Am Mittwochvormittag hat das Team um Regine von Larcher nun das neue Modell vorgestellt, es ist bereits der fünfte Bus auf der Linie 117.

Optisch hat sich an dem Bus nur wenig geändert. Denn nachdem die Arbeitsgruppe alle Kriterien definiert und sich Angebote eingeholt hatte, blieb die Auswahl doch gering, wie die Vorsitzende erläuterte: „Es gibt nicht viele Anbieter und das war der einzige Vollniederflurbus, bei dem alle Plätze ohne Stufe erreichbar sind.“ Gerade mit Blick auf immobile Menschen wäre jede Stufe ein Hindernis – und damit ein Grund, den Bürgerbus nicht zu nutzen. Deshalb habe sich der Verein für das Modell auf Basis eines VW-Transporters mit eigener Bodengruppe und Omnibusgerippe entschieden. So heißt es: einsteigen, hinsetzen, fahren. Eine ausklappbare Rampe ermöglicht dafür auch das stufenlose Betreten des Bürgerbusses.

Mit „kleinen Extras“ hat das neue Gefährt den Bürgerbusverein 96 500 Euro gekostet, wie von Larcher berichtete. Möglich sei die Finanzierung durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), den Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen sowie durch Spenden der Kreissparkasse Syke und der SWB Bremen gewesen. „Das Rathaus unterstützt uns nicht nur ideell, sondern auch tatkräftig bei größeren und kleineren Anliegen“, merkte die Vereinsvorsitzende an; sei es nun die Anmeldung des Busses oder die Planung der Haltestellen. In kritischen Fällen berate und unterstütze die Polizei.

Auch durch dieses mittlerweile breite Netzwerk entwickelte sich der Bürgerbus in Weyhe zum Vorzeigeprojekt. Seit 2003 legten die ehrenamtlichen Fahrer auf den beiden Linien fast 1,2 Millionen Kilometer zurück und beförderten 390 000 Fahrgäste. „Jetzt sind es 25 000 pro Jahr. Wir könnten auch nicht viel mehr verkraften“, sagte von Larcher. Eine Tour mit einem durchgehend voll besetzten Bus sei deutlich anstrengender. Dafür durfte sich der Verein jüngst über neuen Zulauf freuen. „Wir haben elf neue Fahrer durch die Werbekampagne gewonnen, die war richtig erfolgreich“, schwärmte die Vorsitzende, die nun auf 43 Fahrer verweist. „Unser Fahrdienstleiter Lothar Cordes weist immer noch die neuen Fahrer ein.“ Damit dürfte den Verantwortlichen eine Last von den Schultern fallen: Zuletzt mussten einige Ehrenamtliche vier Mal im Monat für eine Schicht ausrücken.

„Die Zahlen und die Arbeit sind beeindruckend“, lobte Weyhes Bürgermeister Frank Seidel bei der Vorstellung des Busses. Der Bürgerbusverein denke nach vorne orientiert und progressiv, etwa wenn er sich über die Möglichkeit eines batteriebetriebenen Gefährts informiere. „Bleibt wach und mischt euch ein“, richtete er motivierende Worte an die Verantwortlichen und Fahrer, auch am politischen Prozess teilzunehmen.

Doch nach dem Bus bedeutet vor dem Bus: Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich bereits mit dem nächsten Modell. Denn auch das Gefährt für die Linie 116 muss bald ersetzt werden. „Der Bus kann noch circa ein Jahr fahren“, sagte von Larcher. 2021 will der Bürgerbusverein auch sein 20-jähriges Bestehen feiern. In einem Workshop soll zudem ein Leitbild für den Verein erarbeitet werden, verriet die Vorsitzende über die Pläne der näheren Zukunft.

Das Fahrer-Team des Bürgerbusvereins trifft sich an jedem zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr in der Alten Wache am Henry-Wetjen-Platz in Leeste. Wer Interesse hat, sich selbst einzubringen, kann die Gruppe bei einem der Treffen kennenlernen oder sich bei Regine von Larcher unter der Telefonnummer 04 21 / 89 43 11 sowie bei Lothar Cordes unter der Telefonnummer 0 42 03 / 53 56 melden. Freiwillige sollten zweimal im Monat für einen halben Tag – also vier Stunden – fahren können. Notwendig sind ein Führerschein, eine Gesundheitsprüfung und ein Führungszeugnis; für letztgenanntes kommt der Verein auf.

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