Weyhe Total 2018 Nur Helene fehlt

Erst der King, dann coole Kölner – grandios war die Stimmung bei "Weyhe Total" auf dem Marktplatz aber an allen drei Tagen. Vor allem die Damen kamen diesmal auf ihre Kosten.
09.09.2018, 19:35
Lesedauer: 2 Min
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Nur Helene fehlt
Von Sebastian Kelm

Weyhe-Kirchweyhe. Der King lebt. Aber er war platt. Geplättet vom Weyher Publikum. Denn Oliver Steinhoff, seines Zeichens einer der gefeiertesten Elvis-Darsteller Europas, äußerte sich überrascht über die Menge, die ihn im Zelt auf dem Marktplatz von Kirchweyhe feierte: „Mir wurde was von 300 Leuten erzählt, und jetzt das.“ Er war der Künstler, der die diesjährige Auflage von „Weyhe Total“ am Eröffnungs-Freitag einläutete – stilecht mit engem Glitzeranzug, dicken Koteletten und einem Hüftschwung, der dem echten Presley zu seiner besten Zeit in nichts nachstand.

Eingefleischte Fans des King of Rock‘n‘Roll – oder doch eher Steinhoffs, man weiß es nicht so genau – konnten diesen Auftritt offenbar kaum erwarten. „Verrückt, einige standen hier schon Stunden vorher vor der Bühne“, wusste der neue DJ „Oberschwester“ Marcus Grosser zu berichten. Letztlich brachte der überaus überzeugende Imitator der Musiklegende aber so ziemlich alle in Wallung.

Unterstützung erhielt der Westfale nicht nur von den Zuhörern, die bei Ausflipp-Evergreens wie „Hound Dog“ oder Schwof-Balladen wie „Are You Lonesome Tonight“ kräftig mit einstiegen. Er hatte auch seine Band dabei. Eine Verstärkung, die Oliver Steinhoff gern mitgebracht hätte, war Schlager-Superstar Helene Fischer. Er habe kurz vor dem Konzert noch mit ihr telefoniert, erzählte er augenzwinkernd: „Aber sie hat grad unheimlich viel zu tun.“ Helene schicke jedenfalls ihre Grüße nach Weyhe, meinte er.

Und so flirtete er eben mit seinen Zuhörern. Denen kam er besonders nah durch den Steg, auf dem er quasi ins Publikum laufen konnte – und dies auch gern nutzte. Wobei er – wiederum nicht ganz ernst gemeint und durchaus geschmeichelt – monierte, die Damen in der ersten Reihe würden ihm doch nur auf den Allerwertesten schauen. Der ehemalige, aber doch noch irgendwie fast voll involvierte Organisator Heinz-Hermann überlegt übrigens, Steinhoff nächstes Jahr wieder zu engagieren. Aber nicht wegen des Hinterteils, versteht sich, sondern weil viele ihn verpasst hätten.

Die Herzen der weiblichen Besucher flogen am Sonnabend dann Daniel Vorholt zu, Frontmann der Partyband Decoy. „So ein cooler Typ“, schmachtete eine „Weyhe Total“-Gängerin ihn an. Die Formation hatte derweil nicht mehr besagten Bühnensteg, um mit den Weyhern auf Tuchfühlung zu gehen. Aus gutem Grund: Der Platz wurde als Tanzfläche gebraucht. Und die wurde zu den Hits, die die Kölner mit der mitreißenden Sängerin Eva Becker mitgebracht hatten, auch gern genutzt.

So viel zur Musik. Aus Veranstaltersicht war „Weyhe Total“ auch wieder ein voller Erfolg. 1200 zahlende Besucher kamen am Freitagabend, wie Kuhlmann vermeldete. Die an allen drei Tagen viele Hundert Gäste umsonst auf – und neben – dem Gelände sind da noch nicht mitgezählt. Am Sonnabend bei Decoy sei dann die „Bude auseinander gebrochen“ – selbstverständlich nur im übertragenen Sinne. Von den 1600 Besuchern, so Kuhlmann, holten sich 800 ihr Ticket erst an der Abendkasse, die dann irgendwann auch dicht machen musste. Einlass-Stop.

Für seine Nachfolger Antje und Matthias Eggers fand er lobende Worte: „Sie waren sicher aufgeregt, haben das aber toll gemacht. Eine ideale Lösung.“ Antje Eggers‘ Fazit fiel dann auch positiv aus. Anstrengend sei es gewesen, aber „total schön“. Und für sie mit am wichtigsten: „Alles friedlich, es ist nichts groß passiert.“ Und wie war es nur für den Ex-Chef des Ganzen, nicht mehr Alleinverantwortlich zu sein. „Entspannt, viel entspannter“, konstatierte ein gelöster Heinz-Hermann Kuhlmann. Obwohl er schon noch länger vor Ort war, als er eigentlich vor hatte – aber am Ende eben nicht mehr so platt wie die Jahre zuvor.

Eine Fotostrecke ist online auf der Seite www.weser-kurier.de/weyhetotal zu sehen.

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