Padel TC 71 Weyhe will Vorreiter bleiben

Der Padelsport beim TC 71 Weyhe boomt weiterhin. Deshalb baut der Verein einen zweiten Court.
07.05.2020, 18:30
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup

Wer regelmäßig am Bollmannsdamm in Melchiorshausen vorbeifährt, der hat längst bemerkt, dass sich dort in den vergangenen Jahren viel getan hat: Gegenüber vom Vereinsheim des Tennisclubs (TC) 71 Weyhe ist vor rund vier Jahren die erste Padel-Anlage in der Region eröffnet worden, ein schmucker Platz von zehn mal zwanzig Metern, ausgestattet mit Fluchtlicht sogar und umgeben von einer vier Meter hohen Glaswand. Rund 57 000 Euro hat es gekostet, die Trendsportart, die eine Mischung aus Squash und Tennis darstellt, in den Norden zu holen. Auch mit Unterstützung der Gemeinde Weyhe sowie Kreis- und Landessportbund keine kleine Investition für einen Verein, dessen Mitgliederzahlen auf zwischenzeitlich unter 40 gesunken waren, aber eine, die sich gelohnt hat. Dank des Padelsports ist der TC 71 in aller Munde – und will weiter wachsen.

Momentan ist am Bollmannsdamm erneut eine Baustelle. Direkt hinter dem ersten Padel-Court soll ein zweiter für etwas mehr als 59 500 Euro entstehen. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze“, verdeutlicht Sportwart Alexander Schwarz, dass ein Platz allein nicht mehr ausreicht, um den Padel-Begeisterten alle Möglichkeiten zum Spielen zu geben. „Wir hatten einmal die Situation, dass wir für die Interessierten keinen Spieltermin mehr finden konnten“, erklärt er. Das zeigt zweierlei: Zum einen, wie groß die Begeisterung für den Sport ist, zum anderen aber auch, dass die Gefahr bestand, dass aus der Euphorie, die der Club in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand geschürt hat, eine gewisse Unzufriedenheit wird.

Padel ist die Hauptsparte

Denn aus der Abteilung, die vor wenigen Jahren bei null anfing und komplett neu ins Leben gerufen wurde, ist mittlerweile die Hauptsparte des Vereins geworden. Die Weyher haben vor wenigen Jahren auf Padel gesetzt und damit den richtigen Riecher bewiesen. „Die Gemeinde Weyhe ist durch Padel bundesweit bekannt“, weiß Schwarz. Mehr als 60 Cracks spielen mittlerweile beim TC 71. Eine Zahl, auf die die Verantwortlichen stolz sind, aber eben auch eine, die langsam den Rahmen sprengt. „In den Hauptzeiten wird es schon eng“, weiß Schwarz, selbst als Spieler und Trainer auf der Anlage, wie wichtig die Investition in den zweiten Platz ist. „Wir haben mittlerweile Leute auf unserer Anlage, die früher einen großen Bogen um uns gemacht haben“, erklärt Manfred Schwarz, 1. Vorsitzender des Tennisclubs, wie sich das Image des Vereins durch den Sport gewandelt hat.

Noch im März haben die vorbereitenden Arbeiten für den zweiten Platz begonnen. Momentan ist allerdings Geduld gefragt. Denn die Platzbauer kommen aus Spanien und wegen der Corona-Krise derzeit nicht nach Norddeutschland. Auf der iberischen Halbinsel ist das Spiel wesentlich verbreiteter als in hiesigen Gefilden. Hier brach im Norden wie in Weyhe auch in Hamburg und Cuxhaven das Padelfieber aus. Mit dem Tennisclub Gelb-Weiß Sulingen will nun ein zweiter Verein aus dem Kreis Diepholz nachziehen. Ansonsten gibt es noch viele weiße Flecken auf der Padel-Deutschlandkarte.

Dass die Weyher das nur schwer nachvollziehen können, ist aufgrund ihrer positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren verständlich. „Wir würden uns freuen, wenn Padel weiter wächst“, sagt Manfred Schwarz. Die TC-71-Mitglieder haben es sich auch zur Aufgabe gemacht, die Padelbegeisterung ins Land zu tragen. Diese Pionierarbeit ist auch mehrere Jahre nach der Gründung der Sparte nicht abgeschlossen. Dabei kann sich der Verein einiges bereits auf die Fahnen schreiben. Mehrere Turniere hat er veranstaltet, dabei unter anderem Holger Gehrke, den ehemaligen Torhüter des FC Schalke 04, empfangen. Darüber hinaus hat er die Bremen-Liga ins Leben gerufen, ein internes Ranglistenturnier in Vierergruppen mit Auf- und Abstieg. „Dadurch haben sich nicht nur alle Spieler besser kennengelernt. Auch unser Einzugsgebiet hat sich vergrößert“, weiß Alexander Schwarz, dass der Club an Attraktivität gewonnen hat. Schon lange stehen nicht ausschließlich Weyher in Melchiorshausen auf dem Padel-Court. „Das haben wir uns gewünscht. Und wir bekommen immer noch weitere Anfragen“, verrät Schriftwart Wolfgang Mechau.

Diesen Anfragen können die Weyher mit dem zweiten Platz wesentlich besser gerecht werden. „Wir haben mit zwei Plätzen viel mehr Möglichkeiten“, blickt Alexander Schwarz bereits voller Vorfreude auf die Zeit voraus, wenn das neue Schmuckstück am Bollmannsdamm fertig ist. Auf der einen Seite haben die Mitglieder die doppelte Möglichkeit, einen Platz zu ergattern, auf der anderen Seite kann der Verein größere Turniere für mehr Spieler anbieten. „Mit einem Platz ist man doch beschränkt, von der Kategorie des Turniers her, aber auch von der Anzahl der Teilnehmer“, weiß Manfred Schwarz. Wenn Weyhe ein Padel-Standort mit guter Perspektive bleiben will, dann ist ein zweiter Platz fast schon Pflicht.

Breitensport- und Leistungszentrum

Das ergibt sich auch aus dem Selbstverständnis des Vereins: „Stillstand kommt für uns nicht in Frage“, will Alexander Schwarz die Position des TC 71 als Vorreiter des Padelsports im Umkreis nicht nur erhalten, sondern ausbauen. Das ist ein Spagat, bei dem die Weyher nicht nur ihren Breiten-, sondern auch ihren Spitzensportlern gerecht werden müssen. Maren Tiedjen und Inken Breyer etwa zählen zu den besten Spielerinnen Deutschlands. „Darauf sind wir stolz. Wir wollen ein Leistungszentrum bleiben“, unterstreicht Alexander Schwarz. Das Schöne ist: Auch die Spitzenkräfte hat der Club selbst hervorgebracht. Trotzdem wollen die Weyher ihre Wurzeln nicht vergessen: „Wir sind ein Wohlfühlverein. Das ist unser großes Plus“, weiß Manfred Schwarz. Mit diesem Pfund lässt es sich mit einem zweiten Platz noch besser wuchern.

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