Neuer Vorsitzender Gemeindesportring

Platz-Checker und Platt-Schnacker

Noch immer recht neu im Amt ist Hans-Wilhelm Niemeyer als Vorsitzender des Gemeindesportrings Weyhe. Er hat bereits gemerkt: Es gibt einiges zu tun.
20.08.2019, 17:25
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Von Maike Plaggenborg
Platz-Checker und Platt-Schnacker

Brückenbauer zwischen Vereinen und Verwaltung: Hans-Wilhelm Niemeyer leitet die Geschicke des Gemeindesportrings.

Vasil Dinev

Weyhe-Sudweyhe. Hans-Wilhelm Niemeyer ist schon deutlich über seine ersten 100 Tage im Amt des Vorsitzenden des Gemeindesportrings (GSR) Weyhe hinaus. Seit Mitte April ist er neu auf dem Posten. Er erzählt, dass die Bilanz erst einmal spärlich ausfällt – aus einem einfachen Grund.

Es ist ganz schlicht die Urlaubszeit, die die Aktivitäten im Verein derzeit noch nicht allzu sehr ins Rollen gebracht hat, so Niemeyer. Heißt aber nicht, dass keine Dinge anstehen würden. „Ich würde die Arbeit von Wolfgang gerne fortsetzen“, sagt er über seinen Vorgänger Wolfgang Schaumann, der den Vorstands- beziehungsweise Sprecherposten 14 Jahre lange inne hatte (wir berichteten). Insbesondere die Tradition der Wahl des Sportlers des Jahres wolle er fortsetzen, auch sei unter Schaumanns Führung eine neue Sportrichtlinie für den GSR entstanden. Für ihn und den Ring stehen beispielsweise die Besichtigung des Sportnebenzentrums in Sudweyhe an, um dort eventuelle Mängel aufzunehmen. Auch der Sportplatz samt Drainage in Dreye ist ein größeres Projekt, wie Niemeyer sagt. Zu den zu überprüfenden Anlagen gehört auch das SGL-Zentrum – die Abkürzung steht für Sport, Gesundheit, Lebensfreude – das Teil des TuS Sudweyhe ist.

„Der Gemeindesportring ist das Brückenstück zwischen Verwaltung und Vereinen“, fasst Niemeyer zusammen. Dort und auch gegenüber der Politik vertritt der GSR die Interessen aller Sportvereine, die Mitglied sind. Pro Jahr habe er einen Etat von 50 000 Euro. Auf dem Posten fühle er sich wohl. „Quatschen kann ich gut“, sagt er mit Blick auf seine zurückliegende Arbeit als Selbstständiger. Und der GSR traut es ihm offenbar zu, diese Fähigkeit auch in sein jetziges Amt einzubringen: Mit 15 zu zwei Stimmen hatte er sich nach eigenen Angaben bei der Wahl gegen Rainer Dismer vom TSV Weyhe-Lahausen durchgesetzt. „Das war ein bisschen knapp“, scherzt er.

Als GSR-Vorsitzender wird Niemeyer seinen Sitz im Ausschuss für Sport und Kultur abgeben, den er jetzt als sozialdemokratischer Ratsherr innehat. Mit seinem neuen Amt habe er ohnehin einen Platz in dem Gremium. Seinen politischen Weg schlug der Sudweyher vor zweieinhalb Jahren ein. Da wurde er SPD-Mitglied und kam über die Direktwahl zu seinem Sitz im Gemeinderat. „Durch die Politik lernt man viel“, sagt Niemeyer und meint: „Zum Beispiel, sich zurückzunehmen.“ Im Umgang mit sich selbst gibt er zu: „Ich bin manchmal ein bisschen aufbrausend.“ Allerdings erhole er sich schnell davon – und entschuldige sich dann auch.

Trotz Politik: Sport bleibt sein Hauptthema, Fußball hauptsächlich. Der 62-Jährige gehört seit 50 Jahren dem TuS Sudweyhe an. Bis vor Kurzem war er 23 Jahre lang als Schiedsrichter aktiv. „Ich kenne viele Leute aus dem Sport“, sagt der Ur-Weyher, wie er sich selbst nennt. Seinen Ortsteil hat er nie verlassen, er lebt noch heute auf dem Grundstück, wo einst sein Elternhaus stand. Nach einer Ausbildung in Bremen, der Bundeswehrzeit und anschließender Arbeit in der Druckbranche seit den 1980er-Jahren hat er außerdem eine Zeitlang in Hamburg gearbeitet und fuhr dorthin täglich – erst mit dem Auto, dann mit der Bahn.

Jetzt fährt der kaufmännische Angestellte Tag für Tag nach Bremen zur Arbeit – 20,51 Kilometer, die er inzwischen mit dem Rad bewältigt. 6300 Kilometer habe er in den vergangenen neun Monaten damit zurückgelegt. „Ich fahre jeden Tag, bei Wind und Wetter“, sagt er über die Touren mit seinem E-Bike, mit dem er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 Kilometern pro Stunde auf den Tacho bekommt. 50 Minuten etwa braucht er pro Strecke: „Mit dem Auto macht das keinen Spaß.“ Damit habe es manchmal anderthalb Stunden gedauert.

Hängt Niemeyer sich nicht für den Sport rein, ist es das Plattdeutsche, mit dem er sich beschäftigt. Die niederdeutsche Sprache zu erhalten, ist ihm wichtig. Er selbst sei damit aufgewachsen. Neu in sein Freizeitprogramm aufgenommen hat er deshalb den regelmäßigen Plattdeutschen Abend in Weyhe. Und da geht es: ums Schnacken eben.

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