Konzert des Posaunenchores Weyhe Überzeugend und mit viel Humor

Geräusche aus der Tierwelt mischten sich teils mit den Klängen des Posaunenchores der Felicianuskirche. Dieser spielte ein Konzert seiner Reihe "Wir blasen Corona weg" auf den Wiesen des Hofes Niemeyer.
06.09.2021, 17:50
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Von Anke Bayer-Thiemig

Weyhe-Lahausen. Wie mächtig die Trompeten von Jericho geklungen haben mögen, lässt sich nicht nachvollziehen. Aber die vier Bläserinnen und sieben Bläser des Posaunenchores der Felicianuskirche unter der Leitung von Oscar Alemany Lopez vermittelten am Sonntag den etwa 100 Besuchern hinter dem Spieker auf den Wiesen des Hofs Niemeyer in Lahausen einen Eindruck, welche Klangfülle Trompeten, Flügelhörner und Posaunen schaffen können. Einige der Gäste kannten wohl bereits die Reihe „Wir blasen Corona weg“, denn sie hatten Stühle im Gepäck. Und die Wiese gab es her: Mit viel Abstand konnten es sich die Besucher bequem machen.

Es ist bis jetzt etwas Ungewöhnliches, in der immer noch vorhandenen Corona-Zeit Livemusik genießen zu können. Aber so richtig etwas um die Ohren zu bekommen, ist ein wahrer Genuss. Der Posaunenchor begeisterte von Beginn an mit einem weit gespannten Bogen, eröffnete das einstündige Konzert mit „Passamezzo“, „Bransle Gay“ und „Gavotte“ aus der Partita zu fünf und sechs Stimmen von Michael Praetorius (1571-1621), ließ mit Werken des englischen Komponisten John Dowland (1563-1626) aufhorchen. Es folgten „Intrade“, „Sonate 24 und 34“ aus der Sammlung der fünfstimmigen blasenden Musik von Johann Christoph Pezelius (1639-1694), der auch als Pezel oder Petzold bekannt ist, geboren übrigens in Schlesien.

Zu hören waren zudem bekannte Werke Georg Friedrich Händels (1685-1759) wie „Ouverture“, „Menuett“ und „Alla Hornpipe“ aus der „Wassermusik“ und die „Pavane“ von Antony Holborne (1545-1602).

Die Zuhörerinnen und Zuhörer fühlten sich wohl im stimmungsvollen grünen Ambiente. Das Wetter hätte kaum besser sein können. Zudem gaben die Kühe vom benachbarten Hof, die Niemeyer-Pferde und die anwesenden Hunde ihren eigenen Töne zum Besten. Dazu der Applaus der Besucher und der Humor von Posaunenmitglied und Kirchenvorständler Gerd Brüning, der wie immer gut vorbereitet durchs Programm führte. Das passte und war stimmig.

„Es gibt nicht vieles, was so glücklich macht wie ein tolles Live-Konzert“, war am Ende zu hören. Und alle waren sich einig: Das gemeinsame Erleben, das Kribbeln, die Gänsehaut, das lässt sich zu Hause nicht reproduzieren, egal, wie teuer die Anlage ist und wie plakatwandgroß der Fernseher. Es war ein wunderbarer Spätnachmittag, eine gut eingestimmte Gemeinschaft, die auch während des Konzertes zu erleben war.

Bevor es zu einem kunstvoll erworbenen „Ricercar del Duodecimo Tuono“ des venezianischen Komponisten Andrea Gabrieli (1532-1585) ging, konnte weiteren klassischen Sätzen von Antonio Bertali (1605-1669) und Henry Purcell (1659-1695) gelauscht werden. Ganz ohne Zugabe ging es nicht: „Geh aus mein Herz und suche Freud“ – mit diesem schönen Volkslied, das im 17. Jahrhundert als Sommer- und Volkslied von Paul Gerhardt erstmals vorgestellt wurde und bis heute zu den beliebtesten Kirchenliedern zählt, ging der Nachmittag zu Ende. Beifall für alle Beteiligten.

Nächste Highlights des Posaunenchores, erneut unter dem Motto "Wir blasen Corona weg", sind ein weiterer Auftritt am 3. Oktober, 16 Uhr, vor der Felicianuskirche und am gleichen Tag zum Erntedankfest ab 10 Uhr in der Kirchweyher Kirche, gefolgt vom Abschlusskonzert der Reihe am 16. Oktober um 19.30 Uhr im Gotteshaus am Kirchdamm 24. 

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