Schließung als letzte Lösung

Hundekot sorgt für Unmut bei Anwohnern und Nutzern des Spielplatzes Dammweg in Dreye

Er ist überall: im Sand, im Gebüsch, auf den Wegen. Anwohner und Nutzer des Spielplatzes Dammweg in Dreye ärgern sich über Hundekot. Die Gemeinde will die Sperrung des Areals als letzte Lösung vermeiden.
22.04.2021, 17:45
Lesedauer: 3 Min
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Hundekot sorgt für Unmut bei Anwohnern und Nutzern des Spielplatzes Dammweg in Dreye
Von Alexandra Penth
Hundekot sorgt für Unmut bei Anwohnern und Nutzern des Spielplatzes Dammweg in Dreye

Hinterlassenschaften von Tieren, auch im Sand vor dem Klettergerüst, rufen weiterhin Unmut bei Anwohnern und Nutzern des Spielplatzes Dammweg in Dreye hervor. Christina Mielke von der Gemeinde Weyhe, Spielplatz-Patin Birte Becker und Anwohner Lothar Vier (v. l.) wollen etwas gegen das Problem unternehmen.

Alexandra Penth

Weyhe-Dreye. Ein kleines Mädchen mit lilafarbener Mütze setzt die Schaufel in den Sand und schüttet den pulverigen Inhalt in das Förmchen am Fuße der Rutsche. Mutter Julia Grass hat sie dabei die ganze Zeit im Blick. Denn nicht immer ist das, was ihre einjährige Tochter aus der Sandkiste des Spielplatzes am Dammweg mit der Schaufel hervorholt, ausschließlich Sand. Hundekot ist seit Längerem schon ein echtes Problem auf dem Spielplatz in Dreye. Entweder mitten auf dem Weg, im Sand oder in der Bepflanzung ringsum.

„Sie kommen aus den Büschen und haben Hundekot am Schuh oder der Schaufel kleben“, schildert Grass, die mit ihren Kindern in der Nähe des Spielplatzes wohnt. Auch wenn sich Hundebesitzer an das Aufsammeln der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner halten, so gehe im Sommer ein ziemlicher Gestank von den Mülleimern auf dem Spielplatz aus, sagt Grass. Sie berichtet auch, dass einige Hunde auf dem Spielplatz vor ihren Besitzern ohne Leine hergehen, was viele Eltern beunruhige. „Es macht dann einfach keinen Spaß, hier zu spielen“, sagt Grass. Nicht selten werde der Platz scheinbar als Abkürzung auf der Gassi-Route genutzt.

Hunde haben jedoch grundsätzlich nichts auf Spielplätzen in der Gemeinde verloren, betont Christina Mielke, die bei der Verwaltung unter anderem für die rund 50 Weyher Spielplätze zuständig ist. „Es herrscht ein striktes Hundeverbot“, sagt sie. Darauf machen am Dammweg Schilder an den Eingängen aufmerksam. Weil das aber offenbar nicht ausreicht, hat die Gemeinde sie um laminierte Piktogramme ergänzt.

Anwohner Lothar Vier hatte einen Zeitungsbericht zu dem Thema vor zwei Monaten daneben gehängt, doch der sei kurz darauf schon nicht mehr an seinem Platz gewesen. Auch Katzen würden die Sandfläche als großes Katzenklo benutzen, sagt er. An den Wochenenden fühlt sich Vier auf seiner Terrasse auch gestört von der Lautstärke Fußball spielender Jugendlicher. Überhaupt sei diese Altersgruppe gerade in Pandemie-Zeiten bei gutem Wetter vermehrt abends auf dem Spielplatz zu hören. „Seit Corona ist es sehr viel lauter hier geworden“, sagt Lothar Vier. Einige hätten dann ihre Hunde dabei und würden diese nicht wirklich im Blick haben. Regelmäßige Kontrollen, sagt der Dreyer, der mehr als 40 Jahre selbst Polizist war, könnten weder Polizei noch Gemeinde personell leisten.

Schilder am Spielplatz sind durch unmissverständliche Hinweise ergänzt worden.

Schilder am Spielplatz sind durch unmissverständliche Hinweise ergänzt worden.

Foto: Alexandra Penth

Christina Mielke kennt das Problem mit den Hundehaufen und kann den Unmut der Anwohner verstehen. Sie schlägt vor, die ehrenamtlich tätigen Streetwatcher im Falle von Problemen mit Jugendlichen einzuschalten. Die Schließung des Spielplatzes, sollte die Verschmutzung durch Hundekot weiter anhalten, sei die letzte, aber auch unliebsamste Lösung. „Wir wollen den Spielplatz nicht aus hygienischen Gründen sperren. Das würde die Falschen treffen“, sagt Mielke. In Leeste habe eine ähnliche Situation vorgeherrscht, bevor die Gemeinde dagegen etwas unternommen hatte. Die Verwaltung hatte alle Anwohner des Spielplatzes angeschrieben und auf das Problem mit dem Hundekot hingewiesen. Auch das wäre im weiteren Verlauf denkbar, sagt Mielke. Etwa 200 Haushalte würden in Dreye dann eine Nachricht in ihren Briefkästen finden.

Vonseiten der Bürger versucht Spielplatz-Patin Birte Becker ein Auge auf den Spielplatz inmitten eines Wohngebietes zu haben. Vereinzelt hat sie bereits Müll entsorgt und Hundekot entfernt. „Wir haben bereits Hundekot im Sand unter der Schaukel gefunden“, sagt sie. Verantwortliche hat sie bisher nicht antreffen können. Hundebesitzer würden beim Ansprechen des Themas jedoch mitunter empört reagieren, berichtet sie von den Erfahrungen einer Nachbarin, die selbst ihren Hund in der Nachbarschaft ausführe und sich für einen sauberen Spielplatz einsetze.

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Alle zwei Wochen werden die Spielplätze in der Gemeinde kontrolliert und es wird Müll entfernt, stellenweise noch öfter. Einmal im Jahr siebt zudem eine externe Firma den Sand überall durch und füllt ihn bei Bedarf auf, sagt Mielke. Die Gemeindemitarbeiterin sichert hinsichtlich der Katzen-Problematik zu, Bepflanzungen zu erwägen, die von den Tieren allgemein abgelehnt werden. Birte Becker jedenfalls nutzt mit ihrem Nachwuchs inzwischen öfter den Spielplatz am Deich. Am liebsten aber würden sie und andere Eltern ihre Kinder wieder ohne Bedenken im Sand des Platzes in ihrer Nachbarschaft spielen lassen.

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