Kirchweyher ist an Leukämie erkrankt

Ali braucht eine Stammzellenspende

Der 19-jährige Ali aus Kirchweyhe ist zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt. Dieses Mal braucht er neben der Chemotherapie auch eine Stammzellenspende, um den Krebs zu besiegen.
21.09.2021, 17:00
Lesedauer: 3 Min
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Ali braucht eine Stammzellenspende
Von Claudia Ihmels

Weyhe-Kirchweyhe. Noch vor wenigen Wochen sah alles danach aus, dass Ali den Krebs besiegt hat. Nach seiner Leukämieerkrankung und langer Chemotherapie blickte der 19-Jährige aus Kirchweyhe positiv in die Zukunft. Kurz vor dem Beginn seiner Ausbildung wollte er im Urlaub noch ein wenig entspannen, als sich sein Gesundheitszustand wieder verschlechterte. Untersuchungen bestätigten schließlich die schlimmsten Befürchtungen: Der Krebs ist zurück, dieses Mal benötigt Ali eine Stammzellenspende, um die Krankheit zu besiegen. Seine Familie hat deshalb nun mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Online-Registrierungsaktion gestartet, um einen passenden Spender zu finden.

Im Moment liegt Ali im Klinikum Bremen-Mitte und wird mit einer intensiven Chemotherapie behandelt, berichtet sein älterer Bruder Mohammed Rida. Nur die Familie darf ihn besuchen und dann immer nur kurz. Die Bestimmungen sind coronabedingt streng, aber auch wegen der Infektionsgefahr allgemein, denn durch die Chemotherapie ist Alis Immunsystem geschwächt und dementsprechend anfällig ist er. "Er darf das Zimmer auch nicht verlassen", sagt sein Bruder. 

Vor drei Jahren wurde bei Ali zum ersten Mal Leukämie diagnostiziert. "Es war eine Woche vor seinem Schulabschluss, er fühlte sich schlapp und müde, die Lymphknoten waren geschwollen", erinnert sich Mohammed Rida. Der Schüler ging zum Arzt, ließ einen Bluttest machen. "Als die Ergebnisse vorlagen, hat der Arzt meine Mutter noch nach Feierabend angerufen und Ali sofort ins Krankenhaus geschickt", so der Bruder. Weitere Untersuchungen bestätigten dort, dass Ali an Leukämie erkrankt ist. Ein Jahr lang musste er für mehrere Chemotherapien immer wieder zu stationären Aufenthalten ins Krankenhaus, ein weiteres Jahr bekam er noch Chemo in Form von Tabletten.

Danach galt er zunächst als krebsfrei, bewarb sich um einen Ausbildungsplatz, wurde auch fündig. Am 1. September wollte der 19-Jährige eigentlich seine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann beginnen. Als sich bei ihm während eines Urlaubs wieder erste Beschwerden zeigten, ließ er sich schon vor Ort untersuchen. Wieder zurück zu Hause brachten weitere Untersuchungen die traurige Gewissheit, dass der Krebs zurück ist. 

Dazu ist die Krankheit nun auch noch aggressiver, nur eine Stammzellenspende kann Alis Leben retten, heißt es in einer Mitteilung der DKMS zum Start der Online-Aktion. "Dieses Mal ist alles anders. Ich wusste bei der Erstdiagnose nicht, was auf mich zukommt und wie schwer ich erkrankt bin", sagt Ali selbst. Die heftigen Nebenwirkungen der Chemotherapie seien an manchen Tagen unerträglich. "Obwohl ich weiß, dass ich stark genug bin, um den Blutkrebs ein zweites Mal zu besiegen, habe ich auch oft Tiefpunkte. Da kommen einem auch mal Gedanken über den Tod in den Kopf. Seit der Krankheit wird mir deutlich bewusst, was mir in meinem Leben wichtig ist", so der Kirchweyher. Er habe noch nie so viel Rückhalt von Familie und Freunden gespürt. "Ohne diese Unterstützung würde ich das alles hier gar nicht durchstehen“, betont er.

Gerne hätte seine Familie auch eine Vor-Ort-Registrierungsaktion organisiert, durch Corona sei das aber nicht möglich, erklärt Mohammed Rida. Nun hoffen Alis Verwandte und Freunde, dass sich durch den Online-Aufruf viele Menschen registrieren lassen. "Ali ist ein lebensfroher Mensch, er ist immer gerne mit Freunden unterwegs", beschreibt Mohammed Rida seinen jüngeren Bruder. Ihn täglich unter den Nebenwirkungen der Chemotherapie leiden zu sehen, tue unheimlich weh. "Er hat sein ganzes Leben noch vor sich. Wir wünschen uns von Herzen, dass er endlich vollständig gesund wird", sagen sein Bruder und weitere Familienangehörige.

Wer sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren lassen möchte, kann dies unter der Internetadresse www.dkms.de/ali tun. Voraussetzung ist ein Alter zwischen 17 und 55 Jahren. Zunächst bestellt man sich damit die Registrierungsunterlagen nach Hause. Die Unterlagen enthalten drei medizinische Wattestäbchen für einen Wangenschleimhautabstrich. Zusammen mit einer Einverständniserklärung muss der Abstrich per Post zurückgesandt werden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Menschen, die bereits registriert sind, müssen sich nicht erneut melden. Weitere Informationen, auch zum Ablauf der Spende, gibt es unter www.dkms.de.

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