FDP-Fraktion nimmt Antrag wieder auf

Diskussionsbedarf bei Verkehrssituation an der Grundschule Lahausen

Elterntaxis blockieren immer wieder das Gerätehaus der Lahauser Ortsfeuerwehr. Das Problem ist nicht neu, war aber erneut Thema im Ausschuss für Ordnung und Soziales der Gemeinde Weyhe.
16.06.2021, 17:44
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Diskussionsbedarf bei Verkehrssituation an der Grundschule Lahausen
Von Alexandra Penth
Diskussionsbedarf bei Verkehrssituation an der Grundschule Lahausen

"Elterntaxis", die sich zu den Stoßzeiten am Wendekreis bei der Lahauser Ortsfeuerwehr stauen, sorgen immer wieder für Ärger.

Vasil Dinev

Weyhe-Lahausen. Die Parkplatzsituation an der Grundschule in Lahausen war am Dienstag einmal mehr auf die Tagesordnung des Ausschusses für Ordnung und Soziales der Gemeinde Weyhe gesetzt worden, der erstmals wieder im Ratssaal zusammenkam. 2017 hatte die FDP-Fraktion einen Antrag zur Verbesserung der Verkehrssituation gestellt, mit dem Vorschlag, den Wendekreis an der Straße Am Bahndamm für "Elterntaxis" zu sperren. Zunächst war der Parkplatz an der Grundschule erweitert worden. Nur an der Situation im Wendekreisel habe das nichts geändert, sagte FDP-Fraktionschefin Antje Sengstake in der jüngsten Ausschusssitzung.

Es sei eine "Gemengelage" in dem Bereich, weil Feuerwehrgerätehaus, Grundschule und Kita nah beieinander liegen. Gerade zu den Stoßzeiten von Schule und Kita "fahren Eltern in den Wendekreis und blockieren die Feuerwehrzufahrt", schilderte Sengstake. Der Bus dort fahre zudem in einem relativ kleinen Radius und halte mit dem hinteren Teil auf dem Wendekreis. Meistens traue sich niemand, vorbeizufahren, weshalb sich ein Stau bilde. Auch befinden sich häufig neugierige Kinder an der Ausfahrt der Ortsfeuerwehr, so die FDP-Fraktion in ihrem Schreiben an die Verwaltung. Die Umstellung auf digitale Meldeempfänger und somit "stillen Alarm" ohne Sirenen, verschärfe die Gefahr noch.

Die Verwaltung arbeitet unlängst an dem Thema, machte der zuständige Fachbereichsleiter im Weyher Rathaus, Udo Petersohn, deutlich. Der Antrag der FDP-Fraktion sei erneut auf die Tagesordnung gekommen, weil die Freidemokraten im Verwaltungsausschuss widersprochen hatten, dass der Antrag "Parkplatzsituation GS Lahausen" von 2017 als erledigt anzusehen sei. Petersohn machte jedoch am Dienstag deutlich, dass die Fraktion seinerzeit ihren Antrag zurückgezogen hatte. Um erneut darüber diskutieren zu lassen, hatte die Verwaltung den Antrag daher als Neuantrag auf die Agenda gesetzt.

Die Gemeinde wollte das Problem ursprünglich mit Hol- und Bringzonen in den Griff bekommen. Jedoch hatte sich nach eingehender Prüfung herausgestellt, dass dies aufgrund von "außergewöhnlichen örtlichen Gegebenheiten nicht zu einer Verbesserung der Verkehrssituation führen wird", wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Dennoch seien unter Abfrage der Schulwege "eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der objektiven und subjektiven Verkehrssicherheit ermittelt" worden. Seit Ende 2020 werden diese sukzessive umgesetzt (wir berichteten).

Die Liberalen hatten nun gefordert, den Fahrradständer neben der Kita zu platzieren, die Bushaltestelle auf den Taxistand zu verlegen und den "neuen" Parkplatz zur Hol- und Bringzone zu machen und den "alten" ausschließlich den Pädagogen und Mitarbeitern zuzuweisen. Außerdem schlagen sie vor, den Fuß- und Fahrradweg westlich vom neuen Parkplatz zu verlegen. Auch die Idee, den Wendekreis zu schließen oder die Ausfahrt der Feuerwehr zu verlegen, ist für die Liberalen noch nicht vom Tisch. Im Mai hatte es bereits einen Vor-Ort-Termin gegeben, um die Anregungen zu prüfen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Sengstake verwies in der Sitzung auf die Gefahr in dem Bereich. "Vier Jahre ist es her, dass wir darauf hingewiesen haben. Es muss etwas passieren", sagte sie. Ihre Fraktion fordere nicht gleich den großen "Rundumschlag", sondern sei der Meinung, auch etwas mit "kleinem Geld" erreichen zu können.

Dafür, die Planung weiter der Verwaltung zu überlassen, sprach sich SPD-Fraktionschef Rainer Zottmann aus. Diese sei vor Ort mit der Feuerwehr sowie der Kita und Schule im Gespräch. "So gefährlich ist es nun auch nicht", sagte er über den Bereich. Die Sicherstellung des Brandschutzes sei außerdem nicht gefährdet, da an anderen Stellen Vorkehrungen getroffen worden seien. Zottmann schlug als kostengünstige Möglichkeit vor, eine Lautsprecheranlage zu installieren, die bei einem Alarm entsprechende Signale von sich gibt. Direkt an der Ausfahrt könnte eine Tabu-Fläche farblich markiert werden, die den Kindern verdeutlicht, den Bereich keinesfalls zu betreten. Flugblätter für die Eltern und die Brandschutzerzieher könnten die Botschaft verfestigen.

Als "schwierig" schätzte auch CDU-Ratsherr Heino Hildebrand die Verkehrssituation vor Ort ein. Es sei nun einmal so, dass ein großer Teil der Kinder mit dem Auto gebracht werde. "Das ist alles getaktet mit den Arbeitszeiten der Eltern", sagte er. Die Aufteilung der Parkflächen sei wenig sinnvoll, zumal die neu angelegte Fläche rund 35 Parkplätze umfasst: "Wenn nur die Hälfte der Kinder mit dem Auto gebracht wird, ist der Platz schon voll."

Es sei ein Wunder, dass noch nichts an der Ausfahrt der Feuerwehr passiert ist, sagte Antje Sengstake. Schließlich seien Kinder von den Fahrzeugen aus nicht zu sehen. Dass jemand aussteigt und vor dem Auto nachguckt, sei bei manchen Feuerwehren üblich, sagte daraufhin Rainer Zottmann und nannte die Bremer Berufsfeuerwehr als Beispiel. Problematisch ist seiner Ansicht nach die gesamte Verkehrssituation in dem Bereich, nicht nur die auf dem Parkplatz der Grundschule. Der Gegenverkehr etwa oder Falschparker. Das Feuerwehrgerätehaus müsse wohl mittelfristig versetzt werden. "In der Zwischenzeit sollten wir aber mit kleinem Besteck arbeiten", sagte Zottmann, der in Richtung der FDP von "Hektik" sprach. Gegen kostspielige Vorhaben sprach sich auch Hannelore Roitsch-Schröder (Grüne) aus, die ebenfalls auf die Einsicht der Kinder durch pädagogische Arbeit setzte. Gegen den Vorwurf der Hektik wehrte sich hingegen Antje Sengstake. Immerhin stehe das Thema bereits seit vier Jahren auf der Agenda, es seien Flyer verteilt worden an Eltern, geändert habe sich aber nichts.

Bürgermeister Frank Seidel (SPD) bat in der Bearbeitung der Angelegenheit weiter um das Vertrauen der Ausschussmitglieder. Die Verwaltung sei im Dialog mit den Gemeindeelternräten von Kita und Schule sowie mit der Feuerwehr. Er wies auch darauf hin, dass sich seit 2017 etwas gebessert habe. Jedoch ließ Seidel den Vorwurf aus Richtung der FDP nicht gelten, die Verwaltung habe den Antrag ohne Grund zu den Akten gelegt. Antje Sengstake wollte so denn in die Abstimmung des Schreibens ihrer Fraktion gehen. Jürgen Borchers (SPD) monierte, dieses enthalte keinen konkreten Beschlussvorschlag. Das Gremium verständigte sich darauf, das Papier der Verwaltung als Prüfauftrag mitzugeben und in der nächsten Sitzung des Ausschusses zu beraten.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+