Weihnachtsmarkt Sudweyhe

Vom Abstellgleis zum Treffpunkt

Immer mehr Leben kommt in den alten Sudweyher Bahnhof: Am Wochenende gab es die zweite Auflage des dortigen Weihnachtsmarktes.
16.12.2018, 19:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Femke Liebich
Vom Abstellgleis zum Treffpunkt

Klein, aber fein: Der Weihnachtsmarkt in Sudweyhe lockte viele Interessierte zum Bahnhof.

Karsten Klama

Weyhe-Sudweyhe. Wer während der oftmals stressigen Adventszeit zwischen Geschenkewahn und Festtagsvorbereitungen eine kleine Auszeit sucht, ist auf einem Weihnachtsmarkt genau richtig. Dass dabei jeder Budenzauber in der Region seinen ganz eigenen Charakter und Charme hat, zeigte an diesem Wochenende einmal mehr der noch relativ junge Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof. Zwar konnten sich Besucher von Freitag bis Sonntag über Bewährtes wie Bratwurst, Knipp und Glühwein freuen. Mit selbstgemachtem Apfelpunsch, Kartoffel- und Kürbissuppe sowie sogenannten Bahnhofsküsschen verliehen die Mitglieder des Vereins „Sudweyher Bahnhof – Kunst und Kultur am Gleis“ ihrem Budenzauber aber auch bei der zweiten Auflage eine ganz persönliche Note.

Neben Schlemmen und Klönen nutzten viele Besucher zugleich die Gelegenheit und schauten sich in dem historischen Gebäude einmal um. Zur Erinnerung: Seit mehr als einem Jahr verfolgen die engagierten und ehrenamtlichen Vereinsmitglieder ihr ehrgeiziges Ziel, aus dem historischen Gebäude eine Begegnungsstätte mit Kulturcafé zu errichten. Dass sich dieses Vorhaben allmählich auf der Zielgeraden befindet, stellten nun all diejenigen fest, die das Erdgeschoss und die erste Etage genauestens unter die Lupe nahmen. „Die Treppe ist erst seit zwei Wochen drin“, berichtet die Vorsitzende Christine Burda während eines Rundgangs. Fast genauso lange läuft im Kulturcafé der sogenannte Testbetrieb. „An den Adventssonntagen ist das Café bereits geöffnet und es gibt Kaffee und Kuchen“, teilt Andreas Gründermann vom Vorstand mit. „Bis jetzt wird es schon sehr gut angenommen und wir können uns langsam mit den Abläufen vertraut machen“, ergänzt er. Betrieben wird das Kulturcafé ebenfalls von den ehrenamtlichen Helfern, die sich sowohl um das Backen der Kuchen und Torten als auch um die Bewirtung vor Ort kümmern.

Auch wenn es rund um den historischen Bahnhof noch einiges bis zur offiziellen Eröffnung am 11. Mai zu tun gibt, sind die rund 120 Vereinsmitglieder mit dem aktuellen Stand der Dinge sehr zufrieden. „Bis auf Lampen und neue Stühle ist das Erdgeschoss so gut wie fertig, jetzt geht’s im Obergeschoss weiter“, teilt Christine Burda mit. Bei allen Restaurationsarbeiten ist es allen Beteiligten besonders wichtig, dass der ursprüngliche Charme des Gebäudes erhalten bleibt. So fungiert beispielsweise eine alte Schiene im Café als Treppengeländer.

In den kommenden Monaten gilt es nun, das geplante Clubzimmer für Vereine und das angedachte Gäste-Appartement mit Bad und Küchenzeile zu renovieren und einzurichten, ehe die Arbeiten anschließend auf dem Außengelände weitergehen. Dort sind zunächst eine Terrasse und später ein Bouleplatz geplant. Das vorrangige Ziel aller Beteiligten ist es schon jetzt, den ehemaligen Bahnhof mit Leben zu füllen.

Und dass ist den Vereinsmitgliedern an diesem Wochenende mit ihrem kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt bereits bestens gelungen. Dabei kam gleichzeitig das Motto des Vereins „Kunst und Kultur am Gleis“ nicht zu kurz. So stellt die Weyher Künstlerin Hildegard Wienberg derzeit ihre Werke zum Thema „Lieblingsmenschen“ in dem Gebäude aus. Weitere Hobbykünstler präsentierten im Zuge des Weihnachtsmarktes Kreatives und Dekoratives. Die jüngeren Besucher konnten außerdem selbst aktiv werden und unter fachkundiger Anleitung weihnachtliche Sterne und Girlanden basteln. Für die passenden musikalischen Klänge sorgten der Männerchor Eintracht Weyhe und das Jugendblasorchester Kirchweyhe.

„Es ist schön zu sehen, wie viele Besucher sich an diesem Wochenende für unseren Verein und den Bahnhof interessieren. Vorrangig sind es natürlich Sudweyher, aber es zeigen sich auch immer wieder neue Gesichter“, resümierte Burda. Der Weihnachtsmarkt solle auch zukünftig eine feste Institution an jedem dritten Adventswochenende sein.

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