Premiere in KGS Kirchweyhe Von Ehekrisen und dem „richtigen Mann“

Wie Menschen über Mini-Katastrophen zusammen finden, ist Thema des Stücks „Runter zum Fluss“. Die Premiere von 360 Grad Performance wurde aber alles andere als ein Desaster. Immerhin wurde auch hart geprobt.
30.09.2018, 17:17
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Von Annika Schindler

Weyhe-Kirchweyhe. Vor vollen Reihen hat am Sonnabend 360 Grad Performance in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Kirchweyhe sein neuestes Stück „Runter zum Fluss“ aufgeführt. Wie die anderen Stücke des Weyher Ensembles wurde auch diese Premiere beim Publikum ein voller Erfolg.

Bereits seit Mai liefen die Proben – fast wöchentlich, zuerst in Klassenräumen für die reinen Textproben, danach auf der Bühne. „Wir haben uns ein schwieriges Stück ausgesucht, das keine Fehler verzeiht“, sagte Regisseur Marco Langer am Rande.

Zur Handlung: Anke und Karsten lernen sich auf einem Campingplatz in Südfrankreich kennen, nachdem sie von ihren Ehepartnern verlassen wurden. Während der Beamte, für den Ordnung das halbe Leben ist, abreisen will, möchte Anke, eine temperamentvolle Busfahrerin, ihre Urlaubstage ausnutzen und zieht kurzerhand in sein Zelt ein. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, kommen sie sich nach hitzigen Diskussionen schließlich näher und Anke macht es sich zur Aufgabe, einen richtigen Mann aus Karsten zu machen. Das Stück verarbeitet alltägliche Lebenssituationen und Klischees mit viel Humor, welche die beiden Darsteller sehr überzeugend herüberbringen – und dem Publikum die Probleme der Charaktere näher.

2012 gründete Marco Langer das Theater Lampenfieber, welches nun 360 Grad Performance heißt. Da viele Mitglieder mit ihrem Studium beschäftigt sind, blieben Jenny Sievert und Langer nichts anderes übrig, als zu zweit ein Stück auf die Beine zu stellen.

Als Langer die Komödie „Runter zum Fluss“ von Frank Pinkus, dem Dramaturgen des Weyher Theaters, sah, war ihm klar: Das Stück möchte er auch einmal spielen. Zwar ist es eine große Herausforderung, da es sehr textlastig ist, doch „die Botschaft steht im Vordergrund, und die Texte sollen wahrgenommen werden“, erklärte Langer die Auswahl des Stückes. Neben den vielen humorvollen Stellen gibt es auch einige Szenen, die zum Nachdenken anregen. Diese hoben sie durch das Hinsetzen auf den Boden oder einzelne Lichtkegel hervor, damit sie auf der Bühne zwischen den Handlungen nicht untergingen.

„Das Stück drückt aus, dass es meist eine Miniatur-Katastrophe braucht, damit Menschen sich kennenlernen“, führte Jenny Sievert aus. „Aber man sollte offen durchs Leben gehen und keinen Vorwand suchen, um etwas nicht zu tun“, ergänzte Langer.

Der 25-Jährige steht nun schon seit 16 Jahren auf der Bühne, war dort zuletzt aber nicht anzutreffen. Die Schauspielerei hauptberuflich zu machen, komme für ihn nicht infrage: „Das ist mir einfach zu unsicher und zu anstrengend“. So bleibe es ein sehr intensives Hobby: „Es ist wie eine Droge für mich. Wenn man einmal zur Schauspielerei kommt, dann kommt man da nicht mehr raus.“ Als selbstständiger Bühnentechniker gelangt er aber auch an neue Erfahrungen im Theater- und Musicalbereich. Nur hinter den Kulissen zu arbeiten, reiche ihm nicht: „Es brennt mir in den Fingern, selbst zu spielen, da man den Spaß der Schauspieler an ihrer Arbeit sieht.“

Als schließlich die letzte Szene des Stückes gespielt wurde, hielt es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen. Die Freude und Erleichterung der beiden Schauspieler, dass die Erstaufführung so begeistert aufgenommen wurde, war deutlich zu erkennen. „Das Stück ist klasse, ich hab sehr viel gelacht“, erzählte eine Zuschauerin begeistert.


Zu sehen ist „Runter zum Fluss“ wieder am 19. Oktober im Bürgerhaus Obervieland. Neben Vorstellungen in anderen Spielstätten wird es am 21. Oktober und 10. November auch wieder in Kirchweyhe aufgeführt.

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