Grüne legen bei Kommunalwahl zu

SPD in Weyhe erneut stärkste Kraft

Die SPD ist nach der Wahl in Weyhe wieder stärkste Kraft im Gemeinderat, wie das vorläufige Ergebnis am Wahlabend zeigte. Indes zog sich die Auszählung der Ergebnisse hin wegen der gestiegenen Briefwahl.
13.09.2021, 00:49
Lesedauer: 2 Min
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SPD in Weyhe erneut stärkste Kraft
Von Maike Plaggenborg
SPD in Weyhe erneut stärkste Kraft

Nach einem ersten Besuch im Ratssaal fanden sich im Verlauf des Wahlabends vereinzelt erneut politische Vertreter im Rathaus ein, um die Wahlergebnisse zu verfolgen.

Maike Plaggenborg

Weyhe. Auf 40,87 Prozent brachten es die Sozialdemokraten bei der Wahl zum Gemeinderat in Weyhe gemäß dem vorläufigen Ergebnis am Wahlabend. Damit sind sie erneut stärkste Kraft in der Kommune, gefolgt von der CDU, den Grünen, der FDP, von Die Partei, der Freien Wählergemeinschaft und von Die Linke. Dabei zog sich am Wahlabend die Auszählung der Stimmen. Auch das Interesse eines Besuchs von Bürgern im Ratssaal des Weyher Rathauses blieb offenbar unter den Erwartungen.

Besucher, die die Ergebnisentwicklung auf der Leinwand mitverfolgen wollten, hätten nicht länger warten wollen, weil die Auszählung "zäh" verlaufen würde, verlautete es aus der geringen Besucherschaft, einige – insgesamt ausschließlich politische Vertreter – fanden sich ab etwa 20.30 Uhr nach einer Pause erneut im Ratssaal ein. Insgesamt zeigte sich Verwunderung darüber, dass wenige Menschen die Wahlergebnisse vor Ort verfolgten. Ein Ende der Auszählung war wohl für 21 Uhr erwartet worden. Aber das wurde nicht eingehalten. Ursächlich dafür ist wohl die stark gestiegene Zahl der per Briefwahl abgegebenen Stimmen. Mit 5221 Briefwahlanträgen lag der Wert gegenüber der vergangenen Kommunalwahl vor fünf Jahren mit rund 2300 mehr als doppelt so hoch, wie die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith mitteilte – "sicherlich coronabedingt", wie sie sagte, denn so eine Steigerung habe man nicht von einer Wahl zur nächsten, auch wenn Bürger in den vergangenen Jahren bereits vermehrt von der Briefwahl Gebrauch gemacht hätten.

Mit 40,87 Prozent schaffte es die SPD erneut an die Spitze des Gemeinderats und hat gegenüber der Wahl von 2016 einen Verlust von 2,78 Prozent zu verzeichnen. Damit ist die Fraktion "nicht unglücklich", wie Berthold Groeneveld, Vorsitzender der Weyher SPD, auf Anfrage sagte. Allerdings: "Wir hätten gerne zwei Prozent mehr gehabt". Aktuell hat die Fraktion 17 Sitze, befürchtet nun aber, einen oder zwei davon zu verlieren. Gemäß der vorläufigen Sitzverteilung bestätigt sich das. An die Sozialdemokraten gehen demnach 15 Sitze.

In einem ähnlichen Bereich liegen mit 2,05 Prozent auch die Verluste der CDU. Die Christdemokraten erreichten bei dieser Gemeinderatswahl einen prozentualen Wert von 26,2. Fraktionsvorsitzender Dietrich Struthoff zeigte sich damit "zufrieden", wie er sagte, "aber enttäuscht, dass wir ein Mandat verlieren". Die CDU ist mit zehn Sitzen im Rat vertreten.

Das vorläufige Endergebnis für die Grünen belief sich am Wahlabend auf 17,37 Prozent. Damit gehen sie als Gewinner der Wahl hervor. Sie haben um 2,68 Prozent zugelegt. "Wir sind zufrieden", sagte die Fraktionsvorsitzende Annika Bruck und ergänzte: "Wir sind die einzigen, die dazu gewonnen haben". Die Fraktionsstärke erhöht sich – Stand jetzt – von fünf auf sieben Mitglieder.

"Die Freien Wähler haben uns die Stimmen geklaut", sagte Antje Sengstake, Vorsitzende der FDP-Fraktion, im Ratssaal noch zu Beginn der Auszählung und ergänzte schmunzelnd: "nett gemeint". Die Stimmen seien ihnen gegönnt. Die FDP beschließt den Wahlabend mit einem vorläufigen Wert von 8,88 Prozent. Die Liberalen verlieren damit gegenüber der vergangenen Wahl vor fünf Jahren 1,54 Prozent und damit einen von bisher vier Sitzen – ein Verlust, der schließlich doch nicht dem erreichten Wert der FWG entsprach. Sie erreichte einen Stimmenanteil von 2,48 Prozent. In einem vergleichbaren Segment befindet sich mit 1,84 Prozent das Ergebnis von Die Linke. Beide sind mit je einem Sitz Neulinge auf dem politischen Weyher Parkett.

Etwa gleichauf mit der FWG liegt der Wert von Die Partei. Sie erzielte 2,36 Prozent bei der Wahl und verliert gegenüber 2016 einen Stimmenanteil von 0,62 Prozent. Mit einem Sitz im Rat schafft Torsten Kobelt es damit erneut in den Gemeinderat.

Die Wahlbeteiligung in Weyhe lag bei 59,62 Prozent (2016: 54,55 Prozent).

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