Betreiber für Unverpackt-Laden gesucht Weyhe will plastikfreies Einkaufen

Der Wunsch nach einem Unverpackt-Laden ist in der Weyher Bevölkerung groß. Das wurde Bürgermeister Frank Seidel in seinem Wahlkampf gespiegelt. Die Gemeinde hält Ausschau nach Betreibern eines solchen Ladens.
12.03.2020, 19:15
Lesedauer: 2 Min
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Weyhe will plastikfreies Einkaufen
Von Alexandra Penth

Etliche Vorschläge haben Frank Seidel beim Bürgermeisterwahlkampf im Herbst erreicht. Hunderte Weyher haben sie auf rote Postkarten mit dem Hashtag „weyheverliebt“ geschrieben und dem Sozialdemokraten zugeschickt. Derzeit arbeitet sich das Verwaltungsoberhaupt durch die Zuschriften. Eine gewisse Häufung ist ihm dabei schon jetzt aufgefallen: Viele Weyher wünschen sich einen Unverpackt-Laden mit Bio-Produkten in ihrer Gemeinde.

Seidel hat Weyhes Wirtschaftsförderer Dennis Sander damit beauftragt vorzufühlen, wie das Konzept der plastikfreien Waren in der Umgebung ankommt. Der hatte Kontakt zu den Inhabern solcher Geschäfte in Bremen aufgenommen. Bei den vier Läden ist ihm aufgefallen: „Die sind zumeist aus der Existenzgründung entstanden.“ Es seien junge Geschäftsleute, die den Trend des plastikfreien Einkaufens aufgegriffen haben. Außerdem „gibt es auch hier ein ökonomisches Potenzial“. Eine Zweigstelle in Weyhe zu eröffnen, kommt für die Bremer Unternehmer aber nicht infrage, berichtet Sander. Es seien noch junge Geschäfte, die sich erst noch am Markt etablieren müssen, bevor an eine Ausweitung zu denken ist.

Die Gemeinde sucht nun weiter nach möglichen Betreibern, um die Idee umzusetzen. Das können Interessenten mit Erfahrungen im Lebensmittel- und Einzelhandel sein, wer hingegen keinerlei Vorkenntnisse hat, ist nicht automatisch aus dem Rennen. Die nötige Starthilfe gibt es vom Bremer Senior Service (BSS), der seit Jahren schon eine Existenzgründer-Beratung in Weyhe anbietet. Nur sind die Rollen in diesem speziellen Fall etwas vertauscht, wie Dennis Sander sagt. „In der Regel kommen die Leute mit ihren Ideen zu uns.“ Besonders ist auch, dass sich jeder ganz unverbindlich bei dem Wirtschaftförderer melden kann. Einen Businessplan will Sander nicht zwingend vorgelegt bekommen. Konkrete Vorstellungen könnten im Gespräch reifen. Bei der Standortsuche und bei der Frage nach Fördermitteln bietet die Gemeinde darüber hinaus auch ihre Hilfe an.

Verbraucher ärgern sich vermehrt über zu viel Plastikmüll, der vor allem durch die Verpackungen von Lebensmitteln und kosmetischen Produkten entsteht. Ein Unverpackt-Laden verzichtet auf Folien und Kunststofftüten und verkauft lose Lebensmittel. Das Müsli rieselt beispielsweise aus großen Glasspendern in wiederverwendbare Gefäße. Biologisch abbaubare Behälter und Stoffbeutel sind weitere Lösungen, um die Einkäufe nach Hause zu transportieren.

Das Sortiment besteht dabei aus mehr als den losen Kartoffeln und dem Kopfsalat, wie man sie ja auch unverpackt auf dem Wochenmarkt bekommt, sagt Gemeindesprecher Sebastian Kelm: „Es geht weit darüber hinaus.“ Das Geschäftsmodell bietet Verbrauchern auch die Gelegenheit, dass sie nur das kaufen, was sie auch wirklich benötigen. Dass Lebensmittel weggeschmissen werden müssen, weil man sie nicht verbrauchen konnte, könnte so vermieden werden. Natürlich ist die Transparenz auch eine andere, wenn der Verbraucher genau weiß, wie viel er im Einkaufskorb hat. „Mogelpackungen“ haben da keine Chance.

Wie genau die Zusammensetzung des Sortiments aussehen soll, ob beispielsweise auch Kosmetik oder Kleidung in dem Geschäft zu haben sein werden, möchte die Gemeinde offen lassen. „Da sind gar keine Grenzen“, sagt Sander. Der Wirtschaftsförderer der Gemeinde und Bürgermeister Frank Seidel jedenfalls sind überzeugt von dem Konzept. „Die Reaktionen darauf sind so groß. Die Leute sind bereit, sowas anzunehmen“, sagt Seidel. Nach dem Kenntnisstand Sanders hätte Weyhe dann den ersten Unverpackt-Laden im Landkreis Diepholz.

Potenzielle Betreiber eines Unverpackt-Ladens können sich beim Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Dennis Sander, unter der Telefonnummer 0 42 03 / 7 12 18 oder mit einer Nachricht per E-Mail an sander@weyhe.de melden.

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