Weyher Theater

Gelungene Premiere nach Zwangspause

Eigentlich hätte die Premiere von der Musical-Komödie „Nicht nur Träume können fliegen“ bereits im März am Weyher Theater erfolgen sollen. Nun wurde sie nachgeholt und begeisterte damit das Publikum.
06.09.2020, 17:29
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Gelungene Premiere nach Zwangspause
Von Jürgen Juschkat
Gelungene Premiere nach Zwangspause

Sarah Kluge (links) verkörpert in dem Stück Maria, Hermes Schmid mimt ihren (verstorbenen) Vater Viktor und Inga Jamry spielt Marias Freundin und Verlegerin Paula.

Braunschädel

Weyhe. Endlich ist der rote Vorhang im Weyher Theater wieder aufgegangen: Mit der Musical-Komödie „Nicht nur Träume können fliegen“ gelang dem Ensemble an diesem Freitag nach knapp einem halben Jahr Zwangspause eine gelungene und begeistert gefeierte Premiere. Doch es war nicht so wie immer, denn die Corona-Pandemie erforderte etliche Maßnahmen und Einschränkungen. Aufgrund der Abstandsregeln konnte nur rund ein Drittel der ansonsten mehr als 300 Plätze im Saal besetzt werden. Auch auf der Bühne wird zu Corona-Zeiten auf Abstand geachtet.

Mit Mund-Nasen-Schutz ausgestattet traten die Besucher ins Theater ein und wurden gleich durch Intendant Kay Kruppa und Frank Pinkus, der das Stück geschrieben hatte, empfangen. Die Einhaltung der Hygienevorschriften hatte äußerste Priorität – und das überwachten sie. Mit Abstand nahmen die Theatergäste schließlich ihre Plätze ein.

Gestoppt hatte die Corona-Pandemie das Geschehen auf der Privatbühne Mitte März, kurz bevor „Nicht nur Träume können fliegen“ seine Premiere feiern konnte. „Die Generalprobe fand am 17. März statt, am 20. März sollte eigentlich die Premiere sein. Das ist lange her“, erzählte Kruppa dem Premieren-Publikum. In den Tagen vor dem neuen Termin im September hatte es bereits zwei Voraufführungen gegeben, ehe dann die Premiere an diesem Freitagabend vor gut 100 Zuschauern stieg. Ursprünglich waren 35 Aufführungen des Musicals vorgesehen, rund 40 weitere müssen und sollen nunmehr folgen. „Da wir nicht voll besetzen können, müssen wir ausweiten“, erklärte Kruppa. Er bezeichnete das Theaterstück als „Aushängeschild unseres Hauses“ und als „ein Stück, welches in diese Zeit passt und Hoffnung schafft.“

Im von Frank Pinkus gekonnt getexteten Theaterstück, für das Kevin und Patrick Kuhlmann die Musik arrangierten, sorgten geschickt geschriebene Dialoge und Formulierungen für Erheiterung unter den Zuschauern. So gab es oftmals Szenenapplaus.

Im Mittelpunkt des Stücks standen die zurückhaltende Kinderbuch-Autorin mit dem Pseudonym Larissa Nachtigall (gespielt von Sarah Kluge), die mit bürgerlichem Namen Maria Kaufmann heißt, sowie der ebenso schüchterne Landschaftsgärtner Emil Gregersen (Leenert Schrader). Um diese beiden Personen, die etliche Selbstzweifel hegen, entwickelte sich nach spontaner Sympathie eine verstrickte Liebesgeschichte.

Mehrfach wechselten die Bühnenbilder. Links spielte sich viel im Zuhause der blonden Autorin, die immer wieder von ihrer Verlegerin Paula Petraske (Inga Jamry) und durch den Geist ihres verstorbenen Vaters (Hermes Schmid) zu mehr Selbstbewusstsein angetrieben wurde, ab. Rechts strebte Stefan Hansen (Marc Gelhart) Gleiches bei seinem Freund, dem Witwer Emil, an.

Um eine positive Selbsteinschätzung anzukurbeln, wurden Maria und Emil schließlich durch massives Drängen getrennt in eine Selbsthilfegruppe geschickt, die sich im Dorfgemeinschaftshaus „Achtern Busch“ traf. Hier sorgte die Vorstellung der einzelnen Mitglieder für erhebliche Erheiterung, denn alle erwiesen sich als äußerst schüchtern und zurückhaltend. Besonders die undeutliche Aussprache des Nuschlers Gerd Meyer (Thorsten Hamer) sorgte für manch einen Lacher unter den Zuschauern. Für Maria und Emil fingen in der Gruppe aber die Schwierigkeiten erst so richtig an. Was ein italienisches Restaurant, ein Wahrsager namens Mister Ibrahim, ein rosa Koffer und ein Schlafzimmer damit auf sich haben, müssen die Theaterbesucher schon selbst herausfinden, wenn sie sich die Musical-Komödie ansehen.

Sechs der acht Darsteller schlüpften beim Pinkus-Zweiakter in unterschiedliche Rollen. Immerhin umfasste das Theaterstück 17 Personen – sei es bei einer Talkshow mit Rosa Kramer (Sonja Bothmer), bei einem Date in einem Restaurant oder eben in der Selbsthilfegruppe. Für die passende und wohlklingende Musik sorgten im Musical Patrick (Gitarren) und Kevin Kuhlmann (Schlagzeug) sowie Michael Haupt (Bass). Als Maria Kaufmann und Emil Gregersen auf der breiten Bühne schaukelten, da war für die Darsteller und das Publikum noch lange nicht Schluss. Mit langanhaltendem Applaus animierten die Besucher die Personen auf der Bühne zu mehreren Gesangszugaben. Die Schauspieler genossen das, denn sie hatten lange Zeit darauf verzichten müssen. Mit einer abschließenden Spendenaktion wurde noch einmal die Kasse aufgestockt, um den Fortbestand des Weyher Theaters zu fördern.


Nähere Informationen über die weiteren Termine und Tickets sowie auch über Spendenmöglichkeiten für das Theater gibt es auf der Homepage unter www.weyhertheater.de.

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