Neues Projekt der Felicianus-Sänger „Wir stehen in den Startlöchern“

Mitsänger gesucht: Die Felicianus-Kantorei Kirchweyhe studiert als nächstes die Nelson-Messe von Joseph Haydn ein und wünscht sich noch Verstärkung. Die Aufführung ist am 14. Juni.
20.01.2020, 18:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Femke Liebich

Weyhe-Kirchweyhe. Neues Jahr, neues Projekt: So lautet aktuell das Motto der Felicianus-Kantorei. Unter der Leitung von Elisabeth Geppert widmen sich die 56 Sänger ab sofort der Nelson-Messe von Joseph Haydn. Die Aufführung vor Publikum ist für Sonntag, 14. Juni, in der Felicianuskirche in Kirchweyhe geplant.

„Wir stehen in den Startlöchern“, verkündet Elisabeth Geppert gut gelaunt und verteilt die blauen Notenbücher an ihre Chormitglieder. Die Proben für das neue Großprojekt sollen bereits in dieser Woche so richtig losgehen. Gleichzeitig wirbt die Kantorin für neue Mitglieder: Wer gerne singt und Lust hat bei dieser Aufführung mitzuwirken, ist herzlich zum Schnuppern eingeladen. „Unsere Musik ist wirklich für jedermann. Hier muss niemand Musik studiert haben und befürchten, dass er bei uns vorsingen muss“, fügt sie ergänzend hinzu. Auch Notenkenntnisse seien nicht zwingend erforderlich. Vielmehr stehe die Gemeinschaft im Vordergrund.

„Es ist einfach ein schönes Gefühl, so ein großes Projekt gemeinsam umzusetzen und am Ende mit dem Beifall des Publikums belohnt zu werden“, sagt Bodo Schmidt, der seit einem guten halben Jahr in der Kantorei singt, voller Vorfreude. Lampenfieber gehöre zwar für alle dazu, „aber letztendlich stehen wir ja nicht allein vorne in der Kirche, sondern tragen das Ganze gemeinsam“, ergänzt Sandra Schörnig. Einen großen Beitrag zum Gelingen eines jeden Projektes leiste vor allem Elisabeth Geppert – darin sind sich alle Sänger einig. „Sie ist sehr engagiert und kitzelt immer das Beste aus uns heraus“, teilen die begeisterten Chormitglieder mit.

Die Kantorin ist seit 26 Jahren in der Kirchengemeinde tätig und hat ganz offensichtlich eine enorme Freude daran, mit ihrer Kantorei große Werke neu zu erarbeiten. Mit Joseph Haydn hat sie sich dieses Mal für einen bekannten österreichischen Komponisten entschieden, der als Vertreter der Wiener Klassik häufig zusammen mit seinen prominenten Zeitgenossen wie Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart genannt wird. Bereits im Alter von acht Jahren trat er als Sängerknabe im Wiener Stephansdom auf, ehe er später als gräflicher Musikdirektor in Böhmen und ab 1761 als Hofmusiker und Kapellmeister für den Fürsten Esterházy tätig war. „Haydn war sehr fleißig und hat für damalige Verhältnisse sehr lange gelebt“, berichtet Elisabeth Geppert. So sei überliefert, dass er jede Woche nicht nur zwei Konzerte gab, sondern parallel dazu Kammer- und Kirchenmusik komponierte und aufführte. Zu den bekanntesten Werken von Joseph Haydn zählen unter anderem die Abschiedssinfonie sowie die Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. Zudem komponierte er die österreichische Nationalhymne.

„Die Musik von Haydn ist vor allem sehr abwechslungsreich“, sagt die Kantorin. So lebt auch die genannte „Nelson-Messe“ von düsteren Klangmomenten ebenso wie von jubelnden Trompetenfanfaren. Das sechsteilige Werk trägt ursprünglich den Namen „Missa in Angustiis“ (übersetzt: Messe der Bedrängnis) und wurde von Joseph Haydn in Zeiten der Napoleonischen Kriege komponiert, weiß Geppert zu berichten. Es ist die einzige Messe des österreichischen Komponisten, die in einer Moll-Art verfasst wurde. Bei der Aufführung am 14. Juni werden die Sänger der Kantorei von einem Orchester und vier Gesangssolisten unterstützt. Zu den Mitwirkenden zählen Anja Petersen (Sopran), Sönke Tams Freier (Bass) und Anja Marie Torkel (Alt).


Die Kantorei probt immer dienstags von 20 bis 21.30 Uhr in der Pfarrscheune, Kirchweg 24, in Kirchweyhe. Um 19 Uhr beginnt die separate Stimmausbildung für Frauen und Männer im wöchentlichen Wechsel. Wer Interesse hat, bei der Kantorei mitzuwirken, kann sich vorab telefonisch mit Elisabeth Geppert unter 0 42 03 / 78 89 75 in Verbindung setzen oder am Probeabend zum Schnuppern vorbeikommen.

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