Reiterhof Wikner

Das Glück dieser Erde

Alles begann mit Ferien auf dem Bauernhof. Als Familie Wikner aus Bruchhausen-Vilsen merkte, dass ihre Pferde der Renner bei den Besuchern waren, setzten sie alles auf die Vierbeiner.
12.01.2021, 16:19
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss

Bruchhausen-Vilsen. Bekanntlich liegt ja das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde. Und es ist gar nicht so schwer, das auch zu erreichen – man sucht sich einen Reiterhof und klärt das. Also, ob eigenes Pferd oder Reitbeteiligung. Ob erstmal Reitstunden und alles andere rund um den Reitsport. Auf dem Reiterhof Wikner ist das nun schon seit runden 40 Jahren möglich. „Angefangen haben wir damals mit dem Flutlichtreiten und es seitdem beibehalten – nun ja, bis auf aktuell, da geht es wegen Corona nicht“, erklärt Hofbesitzer Bernd Wikner.

Den Hof an sich im Ortsteil Wehlermühle mitten in Bruchhausen-Vilsen gibt es schon sehr lange als landwirtschaftlichen Betrieb. „Das ist eine historische traditionelle Hofstelle, schon verzeichnet auf Karten aus dem 18. Jahrhundert“, so Wikner. Wahrscheinlich gab es dort schon zuvor einen Bauernhof. Das Wohnhaus der Wikners wurde dann 1924 auf dem Platz einer ehemaligen Scheune neu gebaut. Dazu kamen nach und nach die Reithalle und der Stall in 1990.

„Als erstes hatten wir hier Pensionsgäste bei Ferien auf dem Bauernhof“, blickt der diplomierte Kaufmann und Reitwart zurück. Und weil dabei besonders die Pferde großen Zuspruch fanden, verlegte sich die Familie mehr und mehr auf alles rund um die Vierbeiner. Bald schon gründete sich der Reit- und Fahrverein Wehlermühle, der sich hier regelmäßig trifft – natürlich auch nur außerhalb von Pandemiezeiten. Zurzeit haben sie etwa 70 Mitglieder, überwiegend Aktive. „Der größte Teil davon reitet während der Ausbildung die Lehrpferde vom Ferienhof“, so der erste Vorsitzende Wikner. „Wobei es immer mehr Reiter mit eigenem Pferd gibt.“ Ebenso steige das reiterliche Niveau, denn wurden mit den Schulpferden zunächst nur Turniere der Kategorie C besucht, seien nunmehr schon Prüfungen der Kategorie B im Programm. Wikner betont: „Dieses Niveau weiter zu heben, ohne die Nachwuchsarbeit zu vernachlässigen, ist Ziel der sportlichen Ausbildung.“ Außerdem seien viele Mitglieder Freizeitreiter, für die es aber ebenso engagierte Angebote gebe. In dem Verein bestünden viele Möglichkeiten – für Mädchen und für Jungen: Ausritte, Springen, Dressur oder Fahrsport. Des Weiteren sei in den verschiedenen Übungsgruppen Platz für Kinder und Jugendliche in jedem Alter.

„Alles rund um den Reitsport“ – das ist für die Wikners nicht nur ein Spruch, denn sie bieten auch Ausrüstung an, Kleidung und was man sonst noch so braucht in ihrem Reitershop direkt neben der Reithalle. „Wie bieten alle benötigten Reitartikel der meisten namhaften Hersteller, wir haben meist zwischen 70 und 100 neue und gebrauchte Sättel auf Lager. Natürlich kommen wir auch zu den Reitern nach Hause, um einen Sattel anzupassen – im Umkreis von rund 50 Kilometern. Wir messen das Pferd mit dem Sattelmesssystem kostenlos beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Sattels ab 500 Euro aus.“ Eine Sattelprobe kann man sowohl für einen neuen als auch für einen Second-Hand-Sattel vereinbaren. Denn solche werden seit neuestem ebenfalls hier angeboten. Wikner kauft diese ein, meist über Ebay, und poliert sie auf, repariert sie soweit möglich oder bringt sie bei aufwendigeren Arbeiten zu einem Sattler. „Nicht jeder kann sich einen neuen teuren Sattel leisten, daher haben wir das nun auch im Programm.“

Auf dem Hof sind derzeit 35 Pferde beheimatet, davon 14 eigene, die von Nadja und Bernd Wikner in den Corona-Monaten meist allein bewegt werden. Denn diese Schulungsponys sind wegen Corona allein, kein Reitschüler darf derzeit kommen. Dazu gesellen sich 21 Pensionspferde, die in sogenannten Pensionsboxen untergebracht sind, in einem neuen, hellen Stallgebäude. In dem gut belüfteten Gebäude befindet sich auch die Sattelkammer mit abschließbaren Sattelschränken. Die Reithalle befindet sich direkt neben dem Stallgebäude. Laut Wikner, der sich bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erkundigt hat, dürfen sich hier zurzeit maximal vier Leute gleichzeitig aufhalten und ihre Pferde bewegen. Schöne Sachen wie Kindergeburtstage mit Ponys müssen zurzeit ausfallen.

In der Halle ist neben dem Reitershop das Reitercasino untergebracht; ein gemütliches kleines Café, ebenfalls aktuell verwaist. Zwischen Halle und Stall liegt eine Mehrzweckhalle zum Longieren, Abreiten oder als Auslauf. „Als Außenanlage stehen ein umzäuntes 800 Quadratmeter großes Dressurviereck und ein kombinierter großer Spring- und Reitplatz zur Verfügung“, sagt Wikner. Direkt am Stall sind die gut zehn Hektar Wiesen angelegt, die überwiegend für den Auslauf zur Verfügung stehen. Ebenfalls schnell erreichbar sind die Ausreitmöglichkeiten, die praktisch hinter dem Haus beginnen. Ein kleines Paradies für alle Pferdefreunde. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.reitsport-wikner.de

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