Post Bruchhausen-Vilsen

Briefe und Pakete von der grünen Wiese

Auf 3500 Quadratmetern entsteht in Bruchhausen-Vilsen ein neues Postverteilzentrum. Noch im Oktober dieses Jahres soll der Komplex im Gewerbegebiet Kreuzkrug in Betrieb gehen.
02.06.2020, 17:00
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Von Ilias Subjanto
Briefe und Pakete von der grünen Wiese

Freuen sich über den Baubeginn im Gewerbegebiet Kreuzkrug: Pascal Schnellecke (von links), Frank Schmidt, Marco Boxberger, Bernd Bormann und Uta Seim-Schwartz.

Vasil Dinev

Bruchhausen-Vilsen. An der Dr.-Neidhard-Straße befindet sich eine eingezäunte, ebene Fläche. Auf dem 3500 Quadratmeter großen Baugrundstück im Gewerbegebiet Kreuzkrug soll ein neues Postverteilzentrum entstehen – und zwar schon bis zum 1. Oktober 2020. Baubeginn ist Anfang Juni.

„Wir errichten das Gebäude im Systembau, das kriegen wir in den vier Monaten hin“, sagt Pascal Schnellecke von der CSG GmbH, einer Immobilientochter der Deutschen Post, über den durchaus sportlichen Zeitrahmen. „Wir mussten den Boden erst verdichten, das war ziemlich zeitaufwendig“, ergänzt Frank Schmidt, Leiter der Niederlassung Brief der Deutschen Post in Bremen. Doch nun, wo der Weg oder besser gesagt der Boden geebnet sei, könne alles sehr schnell gehen. Die Errichtung der 600 Quadratmeter großen Halle sei mit dem Bau eines Fertighauses zu vergleichen, erläutert Schmidt.

Der wachsende Internethandel führe zu extrem steigenden Paketvolumen in Deutschland, daher investiere die Deutsche Post DHL Group in die Modernisierung ihres Paketnetzwerks, so Schmidt, denn: „Mit unseren bestehenden Immobilien sind wir an den Kapazitätsgrenzen angelangt.“

Die Finanzierung des neuen Standorts in Bruchhausen-Vilsen stemmt die Deutsche Post nur zum Teil aus Eigenmitteln. Den Großteil der Baukosten in siebenstelliger Höhe übernehmen Investoren, die das Gebäude dann als Eigentümer an das Postunternehmen vermieten. Der Mietvertrag läuft nach Angaben von Schmidt über 15 Jahre mit der Option einer Verlängerung um bis zu zehn Jahre. „Damit wäre dieser Standort im Optimalfall für die nächsten 25 Jahre gesichert“, sagt der Niederlassungsleiter zufrieden.

25 Mitarbeiter werden hier nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Postverteilzentrums beschäftigt. Und dabei handelt es sich noch um einen kleinen Standort. „In bevölkerungsstärkeren Gebieten sind in den Verteilzentren bis zu 60 Mitarbeiter tätig, in Bremen sogar 150 Mitarbeiter“, erklärt Schmidt. Der Vorteil für die Beschäftigen in Bruchhausen-Vilsen: Die neue, geräumige Halle biete ihnen mehr Platz zum Sortieren.

Vom Standort am Kreuzkrug ist ab Herbst eine Verbundzustellung von Briefen und Paketen geplant. 16 Fahrzeuge beliefern dann 16 Bezirke in Bruchhausen-Vilsen, Asendorf, Martfeld und Schwarme. „Wir werden hier ausschließlich Elektrofahrzeuge einsetzen“, betont der Niederlassungsleiter. Für die Postkunden bleibe fast alles beim Alten: Die gute Zustellqualität solle aufrecht erhalten bleiben, die Tourenplanung könne sich jedoch ändern. „Es kann sein, dass die Zustellung bei den einzelnen Haushalten zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt als bisher stattfindet“, räumt Schmidt ein. Der Standort im Gewerbegebiet auf der „grünen Wiese“ sei jedenfalls mit Bedacht gewählt worden, gebe es hier doch „optimale Anbindungen“ an das Straßennetz.

Eine Sache liegt dem Key Account Manager Pascal Schnellecke noch auf dem Herzen: Der Kontakt mit der Wirtschaftsförderung Bruchhausen-Vilsen. Dieser sei „exzellent“ gewesen, hebt er hervor. Mit der Erteilung der Baugenehmigung habe es keinerlei Probleme gegeben, Anliegen seien zügig auf dem kurzen Dienstweg geregelt worden. „Die Zusammenarbeit war ein Genuss“, lobt Schnellecke.

Ein Kompliment, das Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann gerne zurückgibt. Er habe schnell gemerkt, dass hinter den Worten der Verantwortlichen auch Taten gestanden hätten, das geplante Projekt wirklich umzusetzen. Überhaupt sei es seine Aufgabe als Verwaltungs-Chef, Unternehmen nicht Steine in den Weg zu legen, sondern aus dem Weg zu räumen. Besonders erfreut ist Bormann, dass Briefe und Pakete vom Gewerbegebiet Kreuzkrug aus ausschließlich per Elektrofahrzeug zugestellt werden sollen: „Das wird unsere Luftqualität weiter verbessern. Für den Luftkurort Bruchhausen-Vilsen ist das ein großer Gewinn.“

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