Ausstellung Häuser, die Geschichte erzählen

Die Bremer Künstlerin Isa Fischer zeigt ihre Zeichnungen heimischer Mühlen, Schlösser und Fachwerkhäuser im Rathaus Bruchhausen-Vilsen.
05.01.2020, 19:06
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch

Bruchhausen-Vilsen. Seit Sonntag zeigt die neue Ausstellung im Vilser Rathaus ein sehr spezielles Genre. Schuppen, Speicher, Schlösser, Mühlen, Kirchen, Bauernhöfe Fachwerkbauten und Backsteinhäuser. Die Bremerin Isa Fischer erzählt: „Ich banne Häuser aufs Papier, die eine Geschichte erzählen, zeige bewusst Fehler und Brüche, eben das, was ein Haus im Lauf der Zeit erlebt hat.“

Mit Pinsel und Scriptol – „die einzige Tusche, die nicht verläuft“ – wie sie sagt, wirken ihre gezeichneten Gebäude, Schiffe, Ladekräne, Mühlen und selbst Industriedenkmäler geradezu filigran. Um dem Ganzen quasi die Krone mit ihrer speziellen Handschrift aufzusetzen, aquarelliert sie die Ansichten auch auf ihre Art. So hält sie detailgetreu Zeitzeugen alter Baukunst fest. Legt damit selbst Zeugnis ab von Bauten, die inzwischen dem Abrisshammer zum Opfer fielen, wie kürzlich etwa das Bremer Medienhaus.

In Mahndorf ist Ina Fischer aufgewachsen. Heute lebt sie in Findorf und hat zwei erwachsene Töchter. Ulf Schmidt, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister nannte bei der Begrüßung der Künstlerin die Ausstellung eine Win-Win-Geschichte für die Region. „Ihr Können setzt unsere 'Perlen der Architektur', wie sie der WESER-KURIER bezeichnete, ins rechte Licht.“

Die in Mahndorf aufgewachsene Isa Fischer studierte an der Hochschule für Künste in Bremen Grafik-Design. „Es gehörte dazu, mit unseren Professoren raus zu gehen und an Ort und Stelle zu zeichnen.„ Aber: “Als Computer sich breit machten, geriet das Zeichnen ins Hintertreffen.“ 2012 intensivierte sie ihre Liebe und ihr besonderes Auge und Gespür für Bauten und Stadtansichten. „Ich besann mich auf das, was ich vorher mit so viel Liebe gemacht hatte, überlegte, womit ich Geld verdienen könnte. 100 Bremer Häuser und Gebäude malte ich in einem halben Jahr.“ Zahlreiche Werke erschienen bereits in Eigenregie in Buchform oder als Postkarte.

Wenn sie unterwegs ist, sind ihre Malutensilien immer mit dabei. Am liebsten sitzt sie auf ihrem Hocker vor dem jeweiligen Objekt im Freien und zeichnet. Im Auftrag des Schwarmers Hermann Schröder war es zuerst das Haus seines Sohnes, der auch in Findorff in Bremen wohnt, dann Schröders Haus, das sie zu Papier brachte. Er weckte Isa Fischers Interesse für Bauten außerhalb Bremens, in der hiesigen Region. So entstand schließlich das Buch „Mühlen, Schlösser, Fachwerk zwischen Weser und Hunte“ mit 27 Zeichnungen. Schröder verfasste die Texte zu Robberts Huus, der alten Tankstelle in Vilsen, der Bassumer Freudenburg, Holschenböhl und den übrigen Darstellungen. Die Künstlerin „porträtierte“ mit fotografischer Genauigkeit jeden Ziegel, jede Dachpfanne, kein Fenster fehlt in der Hausfront. Es scheint, als habe sie am Alten Amtshaus in Bruchhausen-Vilsen jedes Efeublatt am Weg und am Gemäuer des früheren Jagdschlosses festgehalten, so auch perfekt den Schattenwurf winterkahlen Geästes an der St. Cyriacuskirche.

Die Nachfrage von Interessenten, die ihr Haus im Bild festgehalten haben möchten, befriedigt sie gern im Format 45 mal 32 Zentimeter oder 65 mal 50 Zentimeter. Ein gekauftes Buch signierte Isa Fischer nicht nur, sie zeichnet flugs auch noch eine kleine Mühle dazu. Bis Donnerstag, 27. Februar, sind ihre „Hausporträts“ im Rathaus Bruchhausen-Vilsen im Original noch zu den Öffnungszeiten zu sehen.

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