Vorlesewettbewerb der Sechstklässler Hauptsache Spaß am Lesen

Lesetechnik, Interpretation, Textauswahl – darauf kam es der Jury beim Vorlesewettberwerb der Sechstklässler an der Oberschule Bruchhausen-Vilsen an. Josephine Hubert überzeugte in allen Kategorien.
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Von Sarah Essing

Lachen und munteres Stimmengewirr tönt durch die Gänge der Oberschule Bruchhausen-Vilsen. Die große Pause ist in vollem Gange und die Schüler genießen ihre Auszeit. Alle Schüler bis auf vier Sechstklässler. Sie sitzen still in einem Raum im Obergeschoss und vor lauter Anspannung schmecken noch nicht einmal die bereitgestellten Weihnachtsplätzchen. Für das Quartett wird es nämlich gleich ernst.

Edda Cordes aus der 6A, Lea Sophie Puhlemann (6B), Pepe Nolte (6C) und Josephine Hubert (6D) sind die besten Vorleser ihrer Klassen. Das haben ihre Klassenkameraden beim internen Wettstreit im Oktober entschieden. Nun steht das Finale um den Schulsieger im bundesweiten Vorlesewettbewerb aller Sechstklässler an.

Bevor die vier Vorleser jedoch starten können, erhält die Jury ihre Einweisung. Schulleiterin Natascha Rogge, Schulsozialarbeiter Aytaç Dinç, Cathrin Schütte vom Schulförderverein, Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin Bildung bei der Samtgemeinde und Theresa Janßen, Klassenlehrerin einer sechsten Klasse und Organisatorin des Wettbewerbs, bewerten die Vorträge der Schüler. Zwei Texte liest jeder von ihnen. Ein selbst ausgewähltes Buch, das sie zuvor üben konnten und einen Fremdtext, den Theresa Janßen ausgewählt hat. Auf das Buch „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ fiel ihre Wahl. „Ich habe mir gedacht, das kennt ihr bestimmt alle“, erklärt sie den Schülern, die eifrig nicken. Klar, dieser Weihnachtsklassiker ist bekannt, selbst Pepe, der den Film zwar nie gesehen, aber schon von ihm gehört hat.

Den Wahltext der Schüler gilt es in drei Kategorien zu bewerten, erläutert Theresa Janßen ihren Mit-Jury-Mitgliedern. Zum einen die Lesetechnik. „Ob zu langsam oder zu schnell gelesen wird, ob flüssig gelesen wird“, führt sie aus. Als zweites zählt die Interpretation, also wie gut der Vorleser oder die Vorleserin sich in die handelnden Personen einfühlen kann. Werden traurige Stellen traurig vorgelesen, lustige Stellen lustig und so weiter. „Aber es geht ums Vorlesen“, mahnt Theresa Janßen. Schauspielern sollen die kleinen Vorleser nicht. Und zum Schluss gilt es noch die Textauswahl zu bewerten. „Wurde der Abschnitt gut ausgewählt? Macht die Stelle Sinn?“ zählt die Deutschlehrerin die Fragen auf, die sich die Jury-Mitglieder zur Bewertung stellen sollen. Beim Fremdvortrag zählen dann nur Lesetechnik und die Interpretation. Aufmerksam horchen auch die Schüler mit, was alles in ihren Vortrag mit einfließt. Und dann wird es ernst für Edda Cordes.

Sie darf als Erste auf dem Vorlesestuhl in der Mitte Platz nehmen. Flüssig und mitreißend trägt sie eine lustige Stelle aus ihrem ausgewählten Buch vor: „Eine Woche voller Samstage“ von Paul Maar. Dafür gibt es schon mal Beifall von den Jury-Mitgliedern. Dann gilt es den Bewertungszettel auszufüllen. Lea Sophie Puhlemanns Auswahl ist trauriger, aber spannend. Sie liest eine Fohlengeburtsszene aus „Ostwind“ von Carola Wimmer vor. Um ein Tier geht es auch bei der Auswahl von Pepe Nolte – allerdings ist „Sandor – Die Fledermaus mit Köpfchen“ ein wenig anders. Sie hat sich im Jalousien-Kasten eines Klassenzimmers eingenistet und lernt einfach mit. Die letzte im Bunde ist Josephine Hubert. Sie liest von der Karussellfahrt des Katers Gustaf aus „Der zauberhafte Wunschbuchladen“ von Katja Frixe. Denn Gustaf, das ist schon ein sehr spezieller Kater.

„Wollt ihr eine Pause machen oder gleich weiter lesen?“ fragt Theresa Janßen. Nein, lieber gleich weiterlesen, sind sich alle vier einig. Auch diese Aufgabe meistern die Sechstklässler bestens. Und stellt damit die Jury vor die Qual der Wahl. Wie soll man – trotz der vorgegebenen Kriterien – bewerten? Dieser Vortrag war flüssiger, dort aber die Betonung lebhafter. Am Anfang war es etwas holprig, zum Ende aber immer besser. Schließlich entscheidet die Jury zugunsten von Josephine Hubert. Sie hat den besten Gesamteindruck hinterlassen. „Aber ihr seid alle Gewinner“, betont Theresa Janßen, die neben den Urkunden auch noch einen Schokoladennikolaus für alle vier parat hat. Schließlich geht es bei diesem Wettbewerb am Ende nur um eins: Um den Spaß am Lesen.

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