Kreiskirchensynode

Kirchenkreis Syke-Hoya muss 820.000 Euro einsparen

Die Synode des Kirchenkreises Syke-Hoya fand erstmals digital statt - coronabedingt. Passenderweise stand dabei die Digitalisierung im Mittelpunkt. Und es ging ums Geld.
07.06.2021, 15:13
Lesedauer: 3 Min
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Kirchenkreis Syke-Hoya muss 820.000 Euro einsparen
Von Sarah Essing
Kirchenkreis Syke-Hoya muss 820.000 Euro einsparen

Die Digitalisierung ist auch im Kirchenkreis Syke-Hoya ein Thema. Die Synode stellte dafür nun einen Topf von 200.000 Euro zur Verfügung.

Sarah Essing

Landkreis Diepholz. Die Synode des Kirchenkreises Syke-Hoya hat erstmals digital stattgefunden. "Ganz ohne Probleme", wie Andy Wackert, Pressereferent des Kirchenkreises, mitteilt. Die Themen Geld und Digitalisierung standen dabei im Mittelpunkt der Jahressitzung des höchsten Gremiums des Kirchenkreises, zu der Vorsitzender Hans Bockhop fast 70 Mitglieder begrüßen konnte. Denn 820.000 Euro muss der Kirchenkreis Syke-Hoya von 2023 bis 2028 strukturell einsparen, berichtet Wackert. So laute die Vorgabe der Landeskirche. Hintergrund sei die "besondere demographische Entwicklung" in der Kirche. Es sterben altersbedingt mehr Kirchenmitglieder als die Kirche durch Taufen und Eintritte aufnimmt.

Bereits vor der Pandemie Anfang 2020 hatte die Synode beschlossen, mit den Kirchengemeinden in einen Zukunftsprozess einzutreten. So hatte der Kirchenkreisvorstand unter anderem die Freigabe von vakanten Pfarrstellen ausgesetzt. „Derzeit haben wir – bezogen auf den Stellenplan – 5,25 Pfarrstellen, die vakant sind. Hinzu kommt noch eine längere Elternzeitvertretung“, so Superintendent Jörn-Michael Schröder. Durch die freien Pfarrstellen sollen Schröder zufolge "Spielräume für neue Gestaltungsmöglichkeiten in den Gemeinden geschaffen werden" und diese so "stärker von den Minderausgaben profitieren" (wir berichteten).

Mehrheitlich stimmte die Synode nun einer Beschlussvorlage zu, die eine "Anpassung" der Vakanz-Entschädigung vorsieht. Jede Kirchengemeinde mit einer Vakanz bekommt nun eine Pauschale in Höhe von maximal 2000 Euro pro Monat zur freien Verfügung. Schröder verband damit die Hoffnung, „dass diese Regelung nicht nur den Schmerz über die vakante Stelle etwas mindert, sondern die Gemeinden motiviert, mit weniger Stellenanteil für die hauptamtliche Stelle auszukommen“. Es handele sich dabei um einen „Baustein“, den man ausprobieren wolle. Mit der Zustimmung durch die Kirchenkreissynode gilt die Anpassung der Vakanzentschädigung seit dem 1. Juni.  

Wie das funktionieren kann, stellte Bockhop, beispielhaft vor. „Die Gemeinden Martfeld und Schwarme haben ihre Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren intensiviert, nachdem nach der Vakanz die pfarramtliche Arbeit beider Gemeinden von Pastorin Meike Müller übernommen wurde. Die Konfirmanden-Arbeit wurde von Pastor Karsten Damm-Wagenitz übernommen. Beide Gemeinden haben nach der knapp zweijährigen Erprobung beschlossen, eine pfarramtliche Verbindung einzugehen, um so noch besser voneinander zu profitieren“, berichtete er.

Ebenfalls um Geld ging es beim Thema Digitalisierung. „Mit einem Lichtschalter und zwei Steckdosen ist es in unseren Kirchen nicht mehr getan“, sagte Knut Laemmerhirt vom Bauausschuss, berichtet Wackert. In den vergangenen Jahren sind neben den klassischen agendarischen Gottesdiensten weitere zielgruppen- und anlassbezogene Gottesdienste hinzugekommen, die erfreulich gut besucht werden. „Die Zeiten mit normaler Beleuchtung und einfacher Tonanlage sind vorbei. Wir brauchen heutzutage moderne Licht- und Übertragungstechnik. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass wir auch Möglichkeiten der digitalen Übertragung von Gottesdiensten und Veranstaltungen brauchen“, so Laemmerhirt weiter.

Dafür soll ein Topf von 200.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. „Weil die 200.000 Euro nicht für alle Kirchen ausreichen, soll es bestimmte Förderkriterien geben. Die antragstellenden Kirchengemeinden sollen sich mit mindestens 50 Prozent an den Kosten beteiligen und müssen ein verbindliches Nutzungskonzept vorlegen.“

Laemmerhirt ist bewusst, einige Kirchengemeinden damit nicht erreichen zu können. Aber auch schon heute gebe es unterschiedliche Nutzungen der Kirchengebäude und nicht jede Gemeinde könne alles anbieten. „Vielleicht wird es eine Kirche für besondere Aktionen geben, aber das wird uns der Zukunftsprozess zeigen“, so Laemmerhirt. Auch diesem Beschlussvorschlag stimmte die Kirchenkreissynode mehrheitlich zu.

Zur Sache

Obergrenzen für Pfarrstellen stellen Gemeinden vor Herausforderungen

Nicht abstimmen konnte die Kirchenkreissynode über zwei Themen, die Mitglieder wurden lediglich in Kenntnis gesetzt, teilt Wackert mit. Peter Scibbe vom Finanzausschuss präsentierte eine neue Personalobergrenze für den Haushaltsplan im Zieljahr 2028, die aus Kirchensteuermitteln finanziert werden können. Die Kosten für Personalkosten liegen aber bei rund 5,3 Millionen Euro. „Das ist eine deutliche Reduzierung bei den Planzahlen für das Personal“, machte Scibbe deutlich. Pastor Thies Jarecki vom Stellenplanungsausschuss kommentierte die neue Obergrenze wie folgt: „Im Rahmen der Obergrenze werden wir keinen Stellenplan vorschlagen können, der die seelsorgliche Versorgung in den Regionen durch Pfarrstellen nur in einem erträglichen Rahmen reduziert und zugleich strategische Investitionen wagt. Für den Vorschlag, den wir unter Einbindung der Gemeinden erarbeiten wollen, stellt sich daher die Frage, ob sich die Synode für die strategischen Investitionen auch den Einsatz von Rücklagen über die Obergrenze hinaus vorstellen kann?" Noch im Juni will der Stellenplanungsausschuss seine Überlegungen zunächst mit den Gemeinden beraten.

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